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Info-Treff in Halle (Saale)

Prostatakrebs - was weiß man, was sollte man wissen?

Marktplatz Halle (Saale). © Foto: gubheinicke / pixelio.de
Marktplatz Halle (Saale). © Foto: gubheinicke / pixelio.de

In der Rubrik „Wissen, wo es lang geht“ des Jahresprogramms der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft (SAKG) für Krebsbetroffene und deren Angehörigen, sowie der interessierten Bevölkerung, findet am Mittwoch, den 16. April 2014, ein Info-Treff statt. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Prof. Dr. med. habil. Udo Rebmann, Chefarzt der Urologischen Klinik des Diakonissenkrankenhauses Dessau gGmbH, steht als Referent zur Verfügung.

Neben dem Vortrag gibt es auch genügend Raum für Fragen und den Austausch von Interessierten, Krebsbetroffenen und deren Angehörigen untereinander. Der Info-Treff ist kostenfrei!

Info-Treff: „Prostatakrebs - Was man weiß, was man wissen sollte?“
Mittwoch, 16. April 2014, 17 Uhr
Lesecafé „ONKO-logisch“
Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V.
(Gelände der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland, Haus 3, 3. Etage)
Paracelsusstraße 23
06114 Halle (Saale)

Hintergrund

Bei jedem sechsten Mann über fünfzig wird heute Prostatakrebs festgestellt. Das bedeutet, von 100 Männern über 50 werden etwa 17 ein Prostatakarzinom entwickeln. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken. Bei neun von zehn Männern über neunzig Jahren finden sich in einer feingeweblichen Untersuchung nach dem Tode Prostatakrebszellen. Die Diagnose Krebs ist für die meisten Betroffenen nach wie vor ein schwerer Schock.

Eine Krebsdiagnose ist jedoch kein Todesurteil.

Durch immer bessere Vorsorge- und Untersuchungsmöglichkeiten wird gerade Prostatakrebs heute oft in einem sehr frühen Stadium entdeckt. Das bedeutet, dass er häufig gut zu behandeln ist.

Beim Jahreskongress der europäischen Urologenvereinigung (EAU) 2013 in Mailand standen vor allem neue Daten zum Prostatakrebs im Vordergrund. So zeigten mehrere Studien, dass die so genannte Fusionsbildgebung, eine Kombination aus Kernspintomographie und Ultraschall, die Tumorerkrankung besser nachweist als die Standard-Biopsie. Gerade bei Prostatakrebs mit hohem Risiko bestehen dank moderner Strahlen- und Hormontherapien gute Überlebenschancen.

In dem Zusammenhang wurden etliche neue Substanzen bei der Behandlung des Prostatakarzinoms bekannt. Lang angelegte Studien werden klären müssen, ob oder um wieviel besser diese dann wirken. Gleichzeitig wird beständig an den Nebenwirkungen der bekannten Substanzen gearbeitet, um Begleiterscheinungen weiter zu verringern.

Für Patienten mit Prostatakrebs kann es sich in besonderem Maße lohnen, auf eine gesunde Ernährung zu achten: Nicht nur das Herz und das allgemeine Wohlbefinden profitieren davon, offenbar sinkt auch die Sterblichkeit an der Krebserkrankung. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler im Amerikanischen Ärzteblatt JAMA. Demnach sollte vor allem auf den Konsum großer Mengen tierischer Fette und Kohlenhydrate verzichtet werden.
Als Einflussfaktoren sowohl auf die Sterblichkeit an Prostatakrebs als auch auf die allgemeine Sterblichkeit erwiesen sich tierische Fette und Kohlenhydrate: Ein hoher Anteil tierischer Fette bzw. Kohlenhydrate in der täglichen Ernährung war mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden. Hingegen war die Sterblichkeit bei häufiger Aufnahme pflanzlicher Fette geringer. Wenn allein zehn Prozent der Kohlenhydrat-Kalorien durch Kalorien aus pflanzlichen Fetten ersetzt wurden, sank das allgemeine Sterberisiko um ein Viertel, das Sterberisiko an Prostatakrebs um knapp 30 Prozent.
Auf eine gesunde Ernährung zu achten, könne sich also auch nach der Diagnose Prostatakrebs lohnen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft ist erster Anlaufpunkt für alle Menschen in Sachsen-Anhalt, die von einer Krebserkrankung betroffen sind. Krebserkrankten, Angehörigen, Freunden und Bekannten vermitteln wir professionelle Hilfsmöglichkeiten und Beratungsangebote und unterstützen und begleiten so ein Leben mit der Erkrankung. Wir beantworten Fragen zum Thema Krebs und finden einen geeigneten Ansprechpartner für Ratsuchende. Das Anliegen unserer Arbeit wird durch das Motto „Durch Wissen zum Leben“ getragen. Ziel der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e.V. ist die Verbesserung der Versorgung von Krebskranken in Sachsen-Anhalt. Wir finanzieren unsere Arbeit aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuwendungen.

Unser Online-Beratungsangebot erreichen Sie unter www.krebsberatung-online.de

2012 - 2013: Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft startet Beratung für Kinder krebskranker Eltern
Erstmals wendet sich die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft mit einem speziellen Beratungsangebot an Familien mit Kindern, in denen ein oder beide Elternteile an Krebs erkrankt sind. Kern des Angebots ist eine regelmäßige Sprechstunde. In diesem Rahmen wollen die Mitarbeiter der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft möglichst früh an betroffene Familien herantreten. Weitere Informationen unter: http://sakg.de/beratung/elternsprechstunde/

Pressemitteilung SAKG
Jana Krupik-Anacker / Sven Hunold, Tel.: 0345 / 4788110, Fax: 0345 / 4788112, eMail: redaktion@sakg.de
10.04.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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