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Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft

Sonnenschutz-Kindergarten "Löwenzahn" in Sangerhausen erhält SunPass-Zertifizierung der SAKG

SunPass-Zertifizierung. © Foto: Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e.V.
SunPass-Zertifizierung. © Foto: Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e.V.

Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V. (SAKG) zertifizierte am 27. Januar 2015, vertreten durch ihren regionalen SunPass-Botschafter Harald Oster, die Kindertagesstätte „Löwenzahn“ in der Otto-Grotewohl-Straße 22 in Sangerhausen mit dem „SunPass“, als Sonnenschutz-Kindergarten nach Richtlinien der Europäischen Hautkrebsstiftung (ESCF).

Als einer der Hauptrisikofaktoren für den schwarzen Hautkrebs gilt zu viel Sonne im Kindesalter. Die Präventionskampagne „SunPass – gesunder Sonnenspaß für Kinder“ der Europäischen Hautkrebsstiftung und der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft setzt deshalb bereits bei den Jüngsten an. In den Sonnenschutz-Kindergärten des Präventionsprojektes lernen sie spielerisch, sich wirksam vor der Sonne zu schützen.

Wie wichtig das rechtzeitige Erlernen des richtigen Umgangs mit der Sonne ist, zeigt der Blick auf die Statistik: Laut einer Umfrage der ESCF hatte jedes fünfte Kind im Kindergartenalter bereits ein bis fünf Sonnenbrände. Eltern unterschätzen häufig die Gefahr von UV-Strahlen im Kindesalter. Weil die Hautentwicklung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, reagieren kindliche Hautzellen wesentlich empfindlicher auf das schädigende UV-Licht der Sonne als Erwachsenenhaut.

Der Spielplatz des neuen Sonnenschutz-Kindergartens bietet guten Schutz vor zu viel Sonne; außerdem treffen die Kinder dort auf geschulte Erzieher und Erzieherinnen, die ihnen zeigen, wie sie sich mit Sonnencremes und der entsprechenden Kleidung schützen können. Auch die Aufklärung der Eltern spielt dabei eine wichtige Rolle. Regelmäßige Überprüfungen der Umsetzung dieser Anforderungen stellen die Qualität eines Sonnenschutz-Kindergartens auch zukünftig sicher.

„Krebsprävention ist ein wichtiges Anliegen der Krebsgesellschaft und wir freuen uns deshalb sehr, dass durch die gemeinsame Initiative mit der europäischen Hautkrebsstiftung und durch die regionale Unterstützung durch Harald Oster Sonnenschutz-Kindergärten entstehen können“, erklärt Sven Weise, Geschäftsführer der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft. „Eine nachhaltige Hautkrebsprävention gelingt jedoch nur dann, wenn sich auch die Erwachsenen – Eltern und Erzieher – der Gefahr bewusst sind, die von einer zu starken Sonnenexposition oder zu viel künstlicher UV-Strahlung ausgeht.“

SunPass-Projekt zur Auszeichnung von Sonnenschutz-Kindergärten

Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Eine Umfrage der Europäischen Hautkrebsstiftung (ESCF) bei circa 3.400 Familien hat ergeben, dass rund 21 Prozent der Kinder bereits einen bis fünf Sonnenbrände hatten. Der Schutz vor Sonne muss also so früh wie möglich im Leben eines Menschen beginnen.

Die Projektdurchführung

Nach einer Begehung der Kita wird das Wissen der Eltern und Erzieher/Innen zum Sonnenschutz mittels Fragebögen ermittelt. Im Anschluss erfolgt eine Schulung der Beteiligten zu Sonnenschutzthemen und welche Auswirkungen die Sonne auf die Haut hat. Auch die Kinder lernen spielerisch durch Bildergeschichten den Umgang mit der Sonne.

Gleichzeitig wird die Sonnenschutzvereinbarung vorgestellt und erläutert. Diese fordert unter anderem, dass die stärkste Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit vermieden wird, Kinder durch Kopf- und Nackenbedeckung sowie Sonnensegel vor UV-Licht geschützt und nicht bekleidete Hautpartien regelmäßig mit Sonnencreme eingeschmiert werden. Nach der Schulung wird eine Erweiterung des Kenntnisstands zum Sonnenschutz wiederholt mit Fragebögen ermittelt.

Kindergärten, die alle Punkte der vorgegebenen Sonnenschutzvereinbarung erfüllen, erhalten die Auszeichnung „Sonnenschutz-Kindergarten“. Die Kitas verpflichten sich, die Maßnahmen kontinuierlich auf ihre Effektivität zu überprüfen und die Sonnenschutzvereinbarung, wenn nötig, jedes Jahr zu überarbeiten.

Hintergrund

Den Schwerpunkt des SunPass-Projektes bildet das Thema Hautkrebs. Mittlerweile ist dies mit jährlich mehr als 200.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebsart in Deutschland. Laut aktuellem BARMER GEK-Arztreport waren im Jahr 2012 bundesweit fast 1,6 Millionen Menschen von bösartigen Neubildungen der Haut betroffen. An der gefährlichsten Form, dem malignen Melanom („schwarzer Hautkrebs“), litten 318.000 Menschen und damit 60 Prozent mehr als im Jahr 2005. Noch häufiger ist der sogenannte „helle Hautkrebs“, der 2012 bei nahezu 1,3 Millionen Menschen diagnostiziert wurde. Das entspricht einer Steigerung von 79 Prozent gegenüber 2005.

Hautkrebs ist augenscheinlich eine der unterschätzten Krebserkrankungen in Deutschland. Offensichtlich sind sich viele Bundesbürger der Gefahr von ultravioletter Strahlung so nicht bewusst. Lange Zeit galt Hautkrebs als besonderes Risiko der älteren Generation. Doch laut Arztreport der Krankenkasse waren im Jahr 2012 bundesweit rund 49.000 jüngere Menschen von Hautkrebsdiagnosen betroffen, die deshalb gar nicht am gesetzlichen Screening teilnehmen durften. Angesichts der deutlich steigenden Diagnoseraten fordert die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft mit Nachdruck, die bestehende Altersgrenze zum Hautkrebsscreening (derzeit alle zwei Jahre ab dem 35 Lebensjahr) komplett aufzuheben, um jungen Menschen den Zugang zur Früherkennung zu erleichtern.

Insbesondere Kinder benötigen Schutz! Studien haben ergeben, dass Menschen, die im Kindesalter Sonnenbrände erlitten, später ein höheres Hautkrebsrisiko haben. Weil die Hautentwicklung in jungen Jahren noch nicht abgeschlossen ist, reagieren kindliche Hautzellen wesentlich stärker auf diese Schädigungen als Erwachsenenhaut.

Weitere Informationen bei

Harald Oster
SunPass-Botschafter der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e. V.
Wirtschaftskanzlei Harald Oster e. K.
Seidenbeutel 1
06526 Sangerhausen
Tel.: 03464 24320
Fax: 03464 24325
Mobil: 0163 5525533
eMail: oster@wk-oster.de

Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft ist erster Anlaufpunkt für alle Menschen in Sachsen-Anhalt, die von einer Krebserkrankung betroffen sind. Krebserkrankten, Angehörigen, Freunden und Bekannten vermitteln wir professionelle Hilfsmöglichkeiten und Beratungsangebote und unterstützen und begleiten so ein Leben mit der Erkrankung. Wir beantworten Fragen zum Thema Krebs und finden einen geeigneten Ansprechpartner für Ratsuchende. Das Anliegen unserer Arbeit wird durch das Motto „Durch Wissen zum Leben“ getragen. Ziel der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e.V. ist die Verbesserung der Versorgung von Krebskranken in Sachsen-Anhalt. Wir finanzieren unsere Arbeit aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuwendungen. Unser Online-Beratungsangebot erreichen Sie unter www.krebsberatung-online.de

Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft bietet Beratung für Kinder krebskranker Eltern
Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft wendet sich mit einem speziellen Beratungsangebot an Familien mit Kindern, in denen ein oder beide Elternteile an Krebs erkrankt sind. Kern des Angebots ist eine regelmäßige Sprechstunde. In diesem Rahmen wollen die Mitarbeiter der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft möglichst früh an betroffene Familien herantreten.

Presseinformation der SAKG
Jana Krupik-Anacker / Sven Hunold, Tel.: 0345 / 4788110, Fax: 0345 / 4788112, eMail: redaktion[at]sakg.de
28.01.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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