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  • Thomas Schönemann

Sächsische Krebsgesellschaft e.V.

Am 4. Februar ist Weltkrebstag

Sitz der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V. in Zwickau am Schlobigplatz 23. © Foto: Krebs-Nachrichten
Sitz der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V. in Zwickau am Schlobigplatz 23. © Foto: Krebs-Nachrichten

Anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar 2014 stellt die Sächsische Krebsgesellschaft fest, dass das Thema „Krebs“ nach wie vor tabuisiert wird und die psychosoziale Versorgung von krebskranken Menschen und deren Angehörigen immer noch nicht ausreichend ist. Trotz aktiver Umsetzung des Nationalen Krebsplans in Sachsen, der u.a. eine angemessene psychoonkologische Versorgung für jeden Krebspatienten vorsieht, erreicht dieses Angebot noch nicht alle Betroffenen. Die Sächsische Krebsgesellschaft sieht hier noch viel Aufklärungsbedarf.

Die Diagnose „Krebs“ löst bei vielen Betroffenen Angst, Wut und Verzweiflung aus. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ca. 30% aller Erkrankten es nicht aus eigener Kraft aus dieser Krise herausschaffen. Meist fallen sie nach Abschluss der klinischen Therapie in ein tiefes Loch, ziehen sich zurück oder fühlen sich völlig überfordert. Im schlimmsten Fall folgen psychische Störungen und Depressionen.

Damit es nicht soweit kommt, möchte die Sächsische Krebsgesellschaft Krebskranke und Angehörige am Weltkrebstag dazu auffordern, sich bereits beim Arzt nach einer Psychosozialen Krebsberatungsstelle der Sächsischen Krebsgesellschaft oder einem Psychoonkologen zu erkundigen. „Niemand sollte eine Krebserkrankung alleine durchstehen müssen. Suchen Sie schon früh eine psychoonkologische Beratung auf, um sich selbst und Ihre Familie zu entlasten“, rät Prof. Dr. med. habil. Ursula G. Froster, Vorsitzende der Sächsischen Krebsgesellschaft.

Die tägliche Arbeit mit krebskranken Menschen in den drei Psychosozialen Krebsberatungsstellen sowie in der Außenberatung der Sächsischen Krebsgesellschaft zeigt: Betroffene, die sich schon während der medizinischen Behandlung psychoonkologisch beraten lassen, leiden seltener unter Angstzuständen und psychischen Störungen. Sie können sich besser auf ihre Gesundung konzentrieren und haben mehr Kraft für die Dinge, die ihnen jetzt wichtig sind. „Oft fehlt im Alltag eine unabhängige Person, die zuhört, mit der man offen reden kann, die kompetent bei der Krankheitsbewältigung hilft und ein Stück weit durch die Krise begleitet. Genau das können unsere Beraterinnen“, betont Dr. Ralf Porzig, Geschäftsführer der Sächsischen Krebsgesellschaft. Aber auch Angehörige profitieren von der Beratung, weil sie erfahren, wie sie helfen können.

In den Psychosozialen Krebsberatungsstellen in Zwickau, Dresden und Glauchau erhalten Krebskranke die Hilfe, die sie brauchen, um ihre Erkrankung besser bewältigen zu können. Ergänzend zur individuellen Beratung bietet jede Krebsberatungsstelle vor Ort unterstützende Kurse und Vorträge zu verschiedenen Krebserkrankungen und Behandlungsmethoden an. Seelische Unterstützung und sozialen Rückhalt finden Betroffene auch in einer der mehr als 70 Selbsthilfegruppen unter dem Dach der Sächsischen Krebsgesellschaft.

Weitere Infos zur Psychoonkologischen Krebsberatung bietet die Homepage der Sächsischen Krebsgesellschaft unter: www.skg-ev.de

Dort können auch die Broschüren der gelb-grünen Broschüren-Reihe bestellt werden, die Informationen zu Krebsarten, aber auch zu verschiedenen Aspekten wie Müdigkeit oder Erbrechen, bereithalten.

Im Jahr 2013 erkrankten in Sachsen nach Schätzungen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz insgesamt 29.100 Menschen neu an Krebs.

Hintergrundinfos zum Weltkrebstag am 4. Februar 2014

Die Weltkrebsorganisation (UICC – Union internationale contre le cancer) hat diesen Tag ins Leben gerufen, um die Sterblichkeit an Krebs und anderen nicht übertragbaren Erkrankungen bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent zu senken. Das Ziel ist nur erreichbar, wenn alle mithelfen, die Krebsprävention und Früherkennung stärker im Bewusstsein und im Verhalten der Menschen zu verankern. Denn laut Schätzungen der UICC könnten allein durch eine gesunde Lebensweise und mehr Bewegung bis zu 40 Prozent aller Krebserkrankungen vermieden werden. Das wären für Deutschland mit fast 490.000 Neuerkrankungen pro Jahr über 190.000 Erkrankungen weniger. Quelle: www.gekid.de Gesellschaft epidemiologischer Krebsregister in Deutschland e.V. Weitere Infos zum Weltkrebstag: http://www.worldcancerday.org

Die Sächsische Krebsgesellschaft

Die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. verfolgt das Ziel, alle Bestrebungen zur Bekämpfung von Krebskrankheiten zu fördern. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft mit sozial- und gesundheitspolitisch breit gefächertem Spektrum ist sie Partner aller in der Krebsbekämpfung tätigen Institutionen, Organisationen und Vereinen sowie von an Krebs erkrankten Menschen.

Hauptaufgaben
· Information und Aufklärung der Bevölkerung
· Bereitstellung von Aufklärungsliteratur, Mitteilungsblatt, Vorträge, Aktionen zur Aufklärung und Vorsorge in Zusammenarbeit mit weiteren in der Krebsbekämpfung tätigen Partnern, u.v.a.m.
· Wissenschaftliche Arbeit
· Durchführung von Kongressen, Seminaren, Weiterbildungen und Lehrgängen
· Unterstützung der Krebsregister in Sachsen
· Koordinierung von Vernetzung in der medizinischen Praxis usw.
· Unterstützung der Selbsthilfebewegung Krebskranker in Sachsen (Aktionstage, Lehrgänge, Kurse und Anleitungen)
· Unterstützung und Neubildung von Selbsthilfegruppen nach Krebs
· Supervision für LeiterInnen von Selbsthilfegruppen und Betroffene
· Psychosoziale Beratung und Betreuung
· Krebsberatungstelefon (ca. 50 Std. pro Woche)

Presseinforation Sächsische Krebsgesellschaft e.V.
Dr. Ralf Porzig, Geschäftsführer, Tel.: 0375 / 28 14 03, eMail: info@skg-ev.de
03.02.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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