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  • Thomas Schönemann

Niedersachsen

bpa: Pflegekammer bleibt ein Minderheitenwunsch

Krankenschwester. © Foto: Produnis. CC BY-SA 3.0 / GFDL, License migration completed, Nurses from Germany, via Wikimedia Commons
Krankenschwester. © Foto: Produnis. CC BY-SA 3.0 / GFDL, License migration completed, Nurses from Germany, via Wikimedia Commons

Aufgrund der ungünstigen Terminwahl am Vormittag - der Hauptarbeitszeit in Pflegeheimen und ambulanten Diensten - waren die öffentlichen Veranstaltungen zur geplanten Pflegekammer in den letzten Wochen nur wenigen Pflegenden in Niedersachsen zugänglich.

"Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Kammerbefürworter ihrem Kurs treu bleiben, die wirkliche Mehrheitsmeinung der Betroffenen überhaupt nicht wissen zu wollen", kommentiert der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Karsten Neumann, das schlechte Timing.

Schon bei den Befragungen der Pflegekräfte durch das Ministerium vor knapp zwei Jahren hatte sich lediglich eine Minderheit für die Einrichtung einer Kammer mit einem Zwangsbeitrag ausgesprochen. Trotz der zeitlich ungünstig anberaumten Infoveranstaltungen wurde die Ablehnung auch dort deutlich. "Die Pflegenden und die Personalvertreter äußerten sich kritisch", berichtet Neumann: "Da wird es auch nicht helfen, wenn das Land mit seiner millionenschweren Anschubfinanzierung den Zwangsbeitrag zunächst künstlich niedrig hält, bevor die Pflegekräfte dann von den vollen Kosten getroffen werden." Die vom Verfassungsgericht geforderte demokratische Legitimation der Kammer sei so nicht zu erreichen.

Die Einrichtung einer Kammer würde den Fachkräftemangel in der niedersächsischen Pflege unmittelbar verschärfen, erwartet auch die stellvertretende bpa-Landesvorsitzende Ricarda Hasch: "Hohe Kammerbeiträge, die Zwangsmitgliedschaft, teure Zwangsfortbildungen und noch mehr Berufspflichten ohne Gegenleistung wirken auf Berufseinsteiger abschreckend. Das Nachsehen hätten am Ende vor allem die pflegebedürftigen Menschen im Land."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon fast 1.100 in Niedersachsen, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

pressemitteilung bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Henning Steinhoff, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle, Niedersachsen, Tel.: 0511 / 12351340 oder 0162 / 1321678
11.12.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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