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  • Thomas Schönemann

Stiftung Lebensblicke e.V.

Darmkrebs? Bloß nicht! Dann lieber Vorsorge!

Koloskopie. © Foto: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Chad A. Bascom [Public domain], via Wikimedia Commons
Koloskopie. © Foto: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Chad A. Bascom [Public domain], via Wikimedia Commons

Die 1998 gegründete Stiftung Lebensblicke ruft auch in diesem Jahr wieder zum bundesweiten "Darmkrebsmonat März" und damit zur Teilnahme der Bevölkerung an Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen auf. Unter der Schirmherrschaft von Ex-Fußballprofi Michael Rummenigge stellt die Stiftung Lebensblicke den Aktionsmonat unter das Motto "Darmkrebs? Bloß nicht! Dann lieber Vorsorge!".

Der neue Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat sich dieser Tage ohne zu Zögern als Befürworter hinter die Stiftung LebensBlicke und ihre Ziele gestellt, Menschen über Chancen und Risiken der Darmkrebsfrüherkennung zu informieren und zu lebensrettender Vorsorge zu motivieren.


Mit dem Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz KFRG ist 2013 ein wichtiges Ziel in Richtung auf eine bessere Inanspruchnahme der Bevölkerung an der Darmkrebsfrüherkennung erreicht worden. Daran hat die Stiftung LebensBlicke entscheidend mitgewirkt; sie wird sich jetzt in ihrer Arbeit darauf konzentrieren, an der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen durch den G-BA ihre Fachkompetenzen einzubringen. Dazu gehören u.a. das Angebot für Männer bereits ab dem 45. Lebensjahr, die Einführung des i-FOBT in die gesetzliche Krankenversicherung und die Sicherstellung der risikoadaptierten Früherkennung gemäß den S3-Leitlinenien der Fachgesellschaften.

Die Stiftung arbeitet ferner an der Verbesserung der informierten Entscheidung (Workshop am 26.2.2014 in Mannheim), an der Aufklärung über Darmkrebs und Lebensstil (Workshop am 6.März in Frankfurt) sowie an geballter Information im Darmkrebsmonat März in Niedersachsen (Hannover, Braunschweiger Manifest der Stiftung LebensBlicke). Am 14. Juni findet mit Unterstützung der Deutschen Krebsstiftung ein Charity-Golfturnier mit Prominenten und Meinungsbildnern zugunsten der Stiftung LebensBlicke im Golfclub Pfalz statt sowie am 9. März eine Benefizgala in der Friedenskirche in Ludwigshafen mit der "KliLu Medical Brass" sowie dem Comedian Lüder Wohlenberg.

"Wir freuen uns zudem sehr, dass sich Minister Gröhe spontan bereit erklärt hat, unsere Ziele zu unterstützen. Er setzt damit die langjährige Tradition der politischen Unterstützung fort", so Professor Dr. Jürgen F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke.

Das Ensemble „KliLu Medical Brass“ lässt seinen Auftritt am 9. März 2014 der Arbeit der Stiftung Lebensblicke und damit der gesundheitlichen Prävention zugute kommen. Alle Mitglieder des Ensembles sind Ärzte: Die Schlagzeugerin Juliana Schwaab ist Assistenzärztin in der Hämatologie, die beiden Trompeter Christoph Löser und Laurenz Schmid sind Hautärzte und als Leitender Oberarzt und Assistenzarzt in der Klinik tätig, der Posaunist (und zugleich der Komponist und Arrangeur der Gruppe) Franz-Josef Zender ist chirurgischer Oberarzt, der Saxophonist Dieter Seiler ist Labormediziner und war langjähriger Ärztlicher Direktor des Ludwigshafener Klinikums und der Tubist Jörg Breitmaier leitet als Psychiater und Psychotherapeut eine psychiatrische Klinik. Dr. Jörg Breitmaier: "Musik regt Körper, Geist und Gefühlswelt an und tut uns und unserer Gesundheit gut. Musizieren fordert von uns Wachheit und Präsenz und das Üben das Überwinden von Widerständen."

Professor Dr. Dieter Schilling, Chefarzt der Medizinischen Klinik II des Diakonissenkrankenhauses Mannheim und Vorstand der Stiftung LebensBlicke: "Fehler im Erbgut spielen bei nahezu allen Krebsformen eine Rolle. Bei Brustund Darmkrebs liegt das Vererbungsrisiko aber mit bis zu 15% deutlich höher. Effektive Vorsorge ist hier dringend geboten." Um die Teilnahme an der Vorsorge zu verbessern, wurde die FAMKOL-Studie unter der Schirmherrschaft der Stiftung Lebensblicke und unterstützt vom Bundesministerium für Gesundheit initiiert. Erstgradig Verwandte von Dickdarmkrebspatienten sollen durch nichtärztliche, motivierende Beratung zur Vorsorgekoloskopie angehalten werden. "Ziel ist es, die Teilnahmerate durch Barrierenabbau und damit den Vorsorgeeffekt zu erhöhen", so Professor Dieter Schilling.

Dr. Lutz Altenhofen vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland stellt die aktuellen Zahlen der Inanspruchnahme der Vorsorge-Koloskopie in Deutschland in den letzten zehn Jahren vor. Er weist darauf hin, dass sich bis zum Jahresende 2012 rund 4,95 Millionen Versicherte (ca. 22%) einer Früherkennungs-Koloskopie unterzogen haben, 22,2% der anspruchsberechtigten Frauen und 20,1% der Männer. Unberücksichtigt davon bleibt, dass darüber hinaus aus kurativem oder sonstigem diagnostischem Anlass weitere Spiegelungen erfolgt seien, so dass tatsächlich von ca. 50-60% ausgegangen werden kann. Gefunden wurden 42.263 Karzinome (1%) und 291.200 fortgeschrittene Adenome (6,6%). Die Komplikationsrate der Spiegelung lag bei 2,3/1000 Untersuchungen und zeigt, dass die Koloskopie eine weitgehend sichere Methode ist. "Da Männer durchschnittlich fünf Jahre früher ein Adenom bzw. ein Karzinom entwickeln, sollte die Vorgabe gleicher Altersgrenzen auf den Prüfstand gestellt werden", so Dr. Lutz Altenhofen, eine Forderung, die die Stiftung LebensBlicke schon seit einigen Jahren erhebt.

Die Stiftung Lebensblicke – Früherkennung Darmkrebs – wurde 1998 gegründet und ist die älteste Stiftung, die sich in Deutschland für die Aufklärung der Bevölkerung über die Darmkrebsvorsorge einsetzt. Sie ist gemeinnützig und finanziert sich ausschließlich über Spenden und Zustiftungen. Weitere Informationen unter www.lebensblicke.de Spendenkonto: BW Bank Mannheim - BLZ 600 501 01 - Kto.-Nr. 4961530.

Pressemitteilung Stiftung Lebensblicke e.V.
Pia Edinger, Stiftung LebensBlicke, Geschäftsstelle, Schuckertstraße 37, 67063 Ludwigshafen, Tel.: 0621 / 54 93 06 1611, Fax: 0621 / 54 93 06 1613
25.02.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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