• Verbände [+]
  • Denise Reimbold

Freie Ärzteschaft e.V.

E-Health-Hype und Renditeträume beim Hauptstadtkongress - Alternative: Kongress Freier Ärzte

Hermann Gröhe eröffnete den dreitägigen "Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit". © Foto: BMG / Stephan Klonk
Hermann Gröhe eröffnete den dreitägigen "Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit". © Foto: BMG / Stephan Klonk

Diese Woche treffen sich in Berlin die "Kompetenz- und Entscheidungsträger in der Medizin" zum alljährlichen "Davos der Medizin", so die Werbebotschaften für den dreitägigen "Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit". Eröffnet wurde er gestern von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), dem diesjährigen Preisträger des Big Brother Awards der Datenschützer.

"Die Podien des Kongresses sind voll mit selbsternannten Kompetenzträgern, nur die Ärzte, die an der Basis die praktische Arbeit mit den Patienten leisten, fehlen", sagte Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, heute in Essen. "Bei diesem Kongress steht eben das Kerngeschäft der Gesundheitswirtschaft im Vordergrund: neue Geschäftsmodelle mit Aussicht auf üppige Renditen. E-Health beflügelt die Gewinnerwartungen der Industrie, private Klinikkonzerne streben 15 Prozent Rendite an."

Ärzte hingegen werfen unbequeme Fragen auf. Etwa, wie der Gesundheitsminister es sich vorstellt, Tausende von Arztpraxen abzuschaffen und gleichzeitig Wartezeiten zu verkürzen. Oder wie will er die informationelle Selbstbestimmung und die ärztliche Schweigepflicht aufrechterhalten und gleichzeitig riesige Mengen von Krankheitsdaten speichern lassen? Wie will man Ärztemangel bekämpfen, wenn man die Leistungsträger in der Medizin mit mehr Kontrolle, Zwang und Strafen drangsaliert?

"Die aktuelle Gesundheitspolitik überzieht die praktisch Tätigen in Medizin und Pflege ebenso wie die Bürger mit lauter neuen Gesetzen, die ärztliche Freiberuflichkeit, Entscheidungsfreiheit der Patienten, Datenschutz und Selbstbestimmung immer weiter einschränken sollen", kritisiert der FÄ-Chef. Die Freie Ärzteschaft werde diese Themen am Samstag in Berlin ausführlich mit Ärzten, Juristen und Datenexperten auf dem Kongress Freier Ärzte mit dem Titel "Freiheit und Privatsphäre - bald nur noch Fiktion in der Medizin?" diskutieren. "Wir wollen eine echte Diskussionsplattform für Basisärzte bieten und damit auch einen Kontrapunkt zum Hauptstadtkongress setzen."

Das Programm ist nachzulesen unter: www.freie-aerzteschaft.de

Über die Freie Ärzteschaft e.V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressemitteilung, Freie Ärzteschaft e.V.
Daniela Schmidt, Tel.: 0176 49963803, eMail: presse@freie-aerzteschaft.de, V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V., Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090, eMail: mail@freie-aerzteschaft.de,
11.06.2015
22.06.2017, 11:21 | dre
Zurück