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  • Thomas Schönemann

Welt-Nichtrauchertag 2015

E-Zigaretten und E-Shishas

Das  Plakatmotiv 2015. © Foto: Deutsche Krebshilfe e.V.
Das Plakatmotiv 2015. © Foto: Deutsche Krebshilfe e.V.

E-Zigaretten und E-Shishas: Chemie für die Lunge – unter diesem Motto stand der diesjährige Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai in Deutschland. Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V. und die Deutsche Krebshilfe nahmen dies zum Anlass, um über die vielfältigen Gefahren von E-Zigaretten aufzuklären.

Dabei forderten sie klare gesetzliche Regeln für solche Produkte. Die Tabakprävention in Deutschland hat im vergangenen Jahrzehnt beachtliche Erfolge erzielt. Der Absatz von Tabakzigaretten ist rückläufig, und vor allem Jugendliche und junge Erwachsene rauchen weniger. Demgegenüber entwickelt sich der Markt für E-Zigaretten rapide. Immer mehr erwachsene Raucher, aber auch immer mehr Jugendliche konsumieren solche nikotinfreien und nikotinhaltigen Produkte: Sieben Prozent der Gesamtbevölkerung und rund ein Viertel der rauchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben schon einmal eine E-Zigarette ausprobiert. „Wir befürchten, dass durch den steigenden Konsum von E-Zigaretten das Rauchen gesellschaftlich wieder mehr akzeptiert wird und gezieltes Marketing Kinder dazu verführt, das Rauchritual einzuüben. Dies vereinfacht den Wechsel zur Tabakzigarette“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

„Der Konsum von E-Zigaretten ist gesundheitlich bedenklich“, erläuterte Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg. „Mit jedem Zug wird ein Chemikaliengemisch inhaliert. Insbesondere bei hohem Dauerkonsum kann eine Krebsgefährdung nicht ausgeschlossen werden.“

Professor Dr. Reiner Hanewinkel, Geschäftsführer des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT Nord) in Kiel, warnte in Berlin vor einer „neuen Droge“, die an Kinder und Jugendliche vermarktet werde. Laut einer Studie des IFT-Nord haben schon im Jahr 2012 fast fünf Prozent der 12-und 13-Jährigen Erfahrungen mit E-Zigaretten gemacht. Diese beunruhigende Situation erfordere konsequentes Handeln, so Hanewinkel.

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V und die Deutsche Krebshilfe appellierten an den Gesetzgeber, einen effektiven Schutz vor den Gefahren der E-Zigarette zu gewährleisten und durch entsprechende Gesetzesänderungen den Konsum von nikotinhaltigen wie nikotinfreien E-Zigaretten zu regulieren. Diese Forderung wird in einem Memorandum des Deutschen Krebsforschungszentrums und des AKTIONSBÜNDNISSES NICHTRAUCHEN e.V. bereits von 45 medizinischen Fachgesellschaften unterstützt.

Mit dem „Rauchfrei-Siegel“ motiviert das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V. TV- und Film-Produzenten, sich aktiv für eine rauchfreie Gesellschaft einzusetzen. Das begehrte Siegel zeichnet Produktionen aus, die auf rauchende Charaktere verzichten oder die Raucher grundsätzlich nicht als Identifikationsfiguren darstellen.

Anlässlich des Welt-Nichtrauchertages verliehen die Deutsche Krebshilfe und das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V. der erfolgreichen ZDF-Krimireihe „Die Rosenheim-Cops“ das 10. Rauchfrei-Siegel. Die Auszeichnung nahm Christof Königstein, ZDF-Redaktionsleiter, im Beisein der Hauptdarsteller Marisa Burger und Max Müller, persönlich entgegen. Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung und Vorsitzender des AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN E.V., über die Bedeutung des Rauchfrei-Siegels: „Produktionen, die auf rauchende Charaktere verzichten oder Raucher nicht zu positiven Rollenmodellen stilisieren, helfen dabei, das Nichtrauchen als den gesellschaftlichen Normalzustand darzustellen.“ Zuletzt wurde der Preis an die ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ vergeben.

Mehr Informationen
www.weltnichtrauchertag.de

Hintergrund
Rauchen in Deutschland – Zahlen, Daten, Fakten: Der Tabakkonsum ist hierzulande das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. In Deutschland raucht jeder vierte Erwachsene. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren rauchen 9,7 Prozent dieser Gruppe. Zigarettenrauchen führt jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr sterben über 100.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e.V.
Christiana Tschoepe, Pressestelle, Deutsche Krebshilfe e.V., Tel.: 0228 / 72990-273, Fax: 0228 / 72990-11, eMail-Adresse: tschoepe@krebshilfe.de
26.05.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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