• Verbände [+]
  • Thomas Schönemann

Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS)

EU-Statistik zur Brustkrebs-Todesrate: Deutschland ist kein Schlusslicht

EU-Kommission. © Schmuttel / pixelio.de
EU-Kommission. © Schmuttel / pixelio.de

Deutschland hat nicht die höchste Brustkrebs-Todesrate in Europa, wie eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Annals of Oncology“ vermuten lässt. Die dort vorgestellte Hochrechnung basiert auf statistischem Zahlenmaterial aus unterschiedlichen Jahren und von unterschiedlichster Qualität.

Davon basieren nur die Daten zweier Länder, Deutschland und Großbritannien, auf Krebsregister-Daten, also großen Kollektiven. Die anderen stammen aus kleinen Kollektiven. Eine realistische Hochrechnung ist auf Basis solch unterschiedlicher Daten nicht möglich. Überdies berücksichtigt die Veröffentlichung nicht die ersten positiven Effekte durch das Mammografie-Screening und die Behandlung in Brustzentren.

Seit der Zertifizierung der Brustzentren in Deutschland wird ein Großteil der Betroffenen in diesen interdisziplinären Tumorzentren behandelt: 2008 waren es 77 Prozent aller Brustkrebs-Patientinnen, 2011 sogar mehr als 90 Prozent. Aktuelle Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften „The Breast“ und „Onkologie“ zeigen, dass die Behandlung in zertifizierten Brustzentren einen signifikanten positiven Einfluss auf das Gesamtüberleben hat. Eine Studie von Beckmann et al., die im Juni 2011 in „Onkologie“ veröffentlich wurde, untersuchte die Daten von 3.940 Patientinnen mit einem primären, nicht metastasierten Mammakarzinom des klinischen Krebsregisters Mittelfranken. Die Experten analysierten in ihrer Arbeit, ob anamnestische Faktoren, Tumorcharakteristika und Ergebnisqualität und mit der Versorgung in- und außerhalb zertifizierter Brustzentren korreliert. Ergebnis: Die Versorgung in einem zertifizierten Brustzentrum zeigt unabhängig von den klassischen Prognosefaktoren eine Verbesserung der Prognose von Mammakarzinom-Patientinnen. Dieses könne durch die qualitätsgesicherte Versorgung basierend auf dem Zertifizierungsprozess erklärt werden. Die Arbeit in der Fachzeitschrift „The Breast“ zeigt am Beispiel eines universitären zertifizierten Brustzentrums, dass fünf Jahre nach Erstdiagnose die durchschnittliche Überlebensrate sogar bei 89,8 Prozent lag. Die positiven Auswirkungen auf die Behandlungsqualität in zertifizierten Brustzentren werden auch durch weitere Studien in den Fachzeitschriften „BMC Cancer“ und „Strahlentherapie und Onkologie“ belegt.

 

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS)
01.03.2012
22.06.2017, 11:21 | tsc
Stichwörter:
Zurück