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Wegweiser im Internet

Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland: Neues Portal seit einem Jahr online

Informationsangebot zu Hospizen und Palliativmedizin. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Informationsangebot zu Hospizen und Palliativmedizin. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Ein Jahr nach Neustart des kostenfreien Online-Portals „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“ sind dort bundesweit bereits mehr als 3.000 Einträge zur Betreuung und Begleitung von Menschen mit einer nicht heilbaren Erkrankung zugänglich. „Für schwerkranke Patienten und ihre Angehörigen ist es wichtig, schnell und unkompliziert Ansprechpartner vor Ort in Erfahrung zu bringen.“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP).

Bundesweit Tausende von ambulanten und stationären Angeboten der Hospiz- und Palliativversorgung sind für Betroffene kaum zu überblicken. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin hat sich deshalb im vergangenen Jahr entschlossen, die Adressdatenbank in enger Abstimmung mit den Anbietern auf den aktuellen Stand zu bringen, eine neue und nutzerfreundliche Website zu programmieren und den "Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland" erheblich zu erweitern.

Als Angebote für Erwachsene haben sich bislang allein 304 Palliativstationen, 211 stationäre Hospize, 259 Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), 1.273 ambulante Hospizdienste, 590 Palliativmediziner, 208 Bildungsangebote und Verbände sowie seit kurzem die ersten 25 Palliativdienste im Krankenhaus eingetragen. Hinzu kommen weitere Angebote für schwerkranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Über eine Suchmaschine sind Einrichtungen im Umkreis eines Ortes oder einer Postleitzahl leicht zu finden.

Mit der ergänzenden Erfassung von Strukturdaten können die Versorgungslandschaft und vor allem die Lücken in der Versorgung beschrieben und damit auch ein Beitrag zur Entwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland geleistet werden, erklärt Radbruch. Im Herbst 2015 sind die ersten Daten in die gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung vorgelegte Studie „Faktencheck Palliativversorgung: Strukturen und regionale Unterschiede in der Hospiz- und Palliativversorgung“ eingeflossen, ergänzende interaktive Karten veranschaulichen die bundesweite Versorgungssituation. Weitere wissenschaftliche Auswertungen sind in Vorbereitung.

In der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin mehren sich die Anfragen insbesondere von Angehörigen, welche sich um ein schwer erkranktes Familienmitglied sorgen. Die Nachfrage nach regionalen Ansprechpartnern bietet nicht selten Anlass für eine grundsätzliche Beratung. Auch in der Versorgung Tätige bitten um ergänzende Informationen. Eine knappe Übersicht „Wer bietet was wo?“ auf der Website erleichtert den Einstieg ins Themenfeld „Palliativ“ und „Hospiz“.

Für die Programmierung, Datenaktualisierung, Information und Beratung rund um den Wegweiser hat die DGP zum „ersten Geburtstag“ des neu gestalteten Portals einen Spendenaufruf gestartet. Dies insbesondere mit dem Wunsch, auch zukünftige Entwicklungen in der Palliativ- und Hospizversorgung übersichtlich abbilden zu können. Das Online-Portal ist als flexible an die Informationsbedürfnisse der Ratsuchenden angepasste Datenbank angelegt. Die spannende Perspektive und Chance besteht laut Radbruch darin, „dringend notwendige Forschungsdaten mit einem unmittelbaren Nutzen für schwerstkranke Patienten und deren Angehörige zu verknüpfen“.

Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland:
www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP): Deren 5.200 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende multiprofessionelle Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Im Zentrum steht die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. Gemeinsames Ziel ist es, für weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen - in welchem Umfeld auch immer Betroffene dies wünschen.

Karin Dlubis-Mertens Öffentlichkeitsarbeit, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V., Aachener Str. 5, 10713 Berlin, Karin Dlubis-Mertens, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 030 / 301010013, Fax: 030 / 301010016, eMail: redaktion@palliativmedizin.de
02.06.2016
22.06.2017, 11:21 | dre
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