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  • Thomas Schönemann

Kaufmännische Krankenkasse

Kosten für Pflege steigen überproportional

Hauptverwaltung Kaufmännische Krankenkasse. © Foto: KKH
Hauptverwaltung Kaufmännische Krankenkasse. © Foto: KKH

Die Kosten für die Versorgung von Pflegebedürftigen sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Anzahl der Pflegebedürftigen. Das hat die KKH Kaufmännische Krankenkasse anhand einer internen Auswertung zum Berliner Dialog der KKH festgestellt.

Demnach haben die Ausgaben zwischen 2004 und 2013 im ambulanten Pflegebereich um 54 Prozent zugenommen, im stationären Bereich wuchsen diese sogar 68 Prozent an. Die Anzahl der Pflegebedürftigen stieg dagegen nur um 43 Prozent (ambulant) bzw. 54 Prozent (stationär). „Das zeigt, dass nicht nur der demographische Wandel die Kostenspirale in der Pflegeversicherung nach oben dreht. Auch die Ausweitung bestehender und die Einführung neuer Pflegeleistungen oder Leistungsbereiche wie beispielsweise die Pflegestufe 0 haben sich spürbar auf die Finanzen der Pflegekassen ausgewirkt“, so Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH.

Aber mehr Geld allein oder ein größerer Leistungsumfang an sich führen nicht automatisch zu mehr Qualität in der Versorgung. „Wir haben in unserer Analyse diverse Pflegemängel festgestellt, die auf unzureichende Sturzprophylaxe in Heimen, mangelnde Kommunikation zwischen Pflegepersonal und behandelnden Ärzten oder fehlende Zeitressourcen zurückzuführen sind“, erklärt Kailuweit. Deshalb fordert der Kassenchef, das Qualitätsthema in der aktuellen Pflegereform stärker zu berücksichtigen: „Es reicht nicht, den Beitragssatz anzuheben und die Höhe der Leistungen neu zu bestimmen, ohne die bestehenden Qualitätsprobleme zu beheben. Die Politik hat dafür Sorge zu tragen, dass die Pflegebedürftigen nicht nur von monetären Verbesserungen profitieren, sondern für das Geld auch eine qualitativ hochwertige Pflege erhalten.“

Ein Ansatz, um mehr Anreize für bessere Pflegebedingungen zu schaffen, sei eine Benotung, die sich besser an den Bedürfnissen der zu Pflegenden orientiert. Würde diese die Qualitätsmängel von Pflegedienstleistern offenlegen, hätten sie selbst ein Interesse daran, ihre Qualitätsstandards zu erhöhen, so Kailuweit. „Zwar wurden in der Vergangenheit bereits Verbesserungen an der Bewertungssystematik vorgenommen, diese reichen jedoch nicht aus, um ein transparentes Bild der Situation vor Ort abzugeben. Denn immer noch erhalten viele Pflegeheime die Note sehr gut, obwohl Pflegemängel vorliegen.“

Die KKH ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit 1,8 Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Rund 4.000 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt rund 5,1 Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH ist Hannover.

Pressemitteilung Kaufmännische Krankenkasse
Pressesprecherin Daniela Preußner, Tel.: 0511 / 2802-1610, eMail: presse@kkh.de
04.07.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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