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Deutsche Leberstiftung

Mehr erkennen, mehr und schneller behandeln – Screening auf Hepatitis-Virusinfektionen

Hepatitis C Virus. © Foto: HCV_pictures.png: Maria Teresa Catanese, Martina Kopp, Kunihiro Uryu , and Charles Rice derivative work: TimVickers (HCV_pictures.png) [Public domain], via Wikimedia Commons
Hepatitis C Virus. © Foto: HCV_pictures.png: Maria Teresa Catanese, Martina Kopp, Kunihiro Uryu , and Charles Rice derivative work: TimVickers (HCV_pictures.png) [Public domain], via Wikimedia Commons

Nur wenn man eine Erkrankung frühzeitig erkennt, kann man sie rechtzeitig behandeln, bevor sie sich verschlimmert oder Langzeitfolgen verursacht. Das gilt auch für Infektionen mit Hepatitis-Viren. Durch neu zugelassene Medikamente können zum Beispiel Langzeitfolgen von Hepatitis-C-Virusinfektionen verhindert werden. Dazu gehören u. a. die Leberzirrhose und das Hepatozelluläre Karzinom (Leberzellkrebs).

Am 28. Juli 2014, Geburtstag von Prof. Baruch Blumberg, dem Entdecker des Hepatitis B-Virus, macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2011 auf die Virushepatitis aufmerksam. Für viele Betroffene steigen jetzt die Heilungschancen mit neu zugelassenen Medikamenten.

Nur wenn man eine Erkrankung frühzeitig erkennt, kann man sie rechtzeitig behandeln, bevor sie sich verschlimmert oder Langzeitfolgen verursacht. Das gilt auch für Infektionen mit Hepatitis-Viren. Durch neu zugelassene Medikamente können zum Beispiel Langzeitfolgen von Hepatitis-C-Virusinfektionen verhindert werden.

Dazu gehören u. a. die Leberzirrhose und das Hepatozelluläre Karzinom (Leberzellkrebs). „Wichtig ist, dass wir die Infektion frühzeitig erkennen können. In anderen europäischen Ländern ist das seit vielen Jahren Standard, bei uns leider noch nicht“, sagt Prof. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Um das zu verbessern, sei auch in Deutschland ein Screening auf Hepatitisviren in Routineuntersuchungen und bei Risikogruppen notwendig. Die Aufmerksamkeit für diese Infektionen sollte in der Öffentlichkeit und bei jedem Einzelnen viel größer sein. Dafür setzt sich der Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2014 ein. Er steht unter dem Motto: „HEPATITIS: THINK AGAIN“ – Das ist Hepatitis… Informier Dich. Schütz Dich. Lass Dich testen.

Es gibt inzwischen gute Heilungschance für Hepatitis C-Patienten. Neue Medikamente wurden zugelassen und mehrere sind in der klinischen Entwicklung. Dem ging eine jahrzehntelange Forschung voraus. Im Unterschied zu früheren Medikamenten wirken die jetzigen direkt auf ein Enzym des Virus und blockieren so seine weitere Vermehrung. Auch hat sich die Therapiedauer von teilweise mehr als einem Jahr auf einige Monate reduziert. Die neuen Medikamente werden oral verabreicht und müssen nicht wie Interferon gespritzt werden. Für Patienten haben sich durch die neuen Substanzen auch die teilweise gravierenden Nebenwirkungen dramatisch reduziert. Oft hatten die Nebenwirkungen einen Therapieabbruch notwendig gemacht, so dass keine Heilung möglich war. Von Heilung spricht man dann, wenn die Testung auf das Hepatitis C-Virus auch zwölf Wochen nach Beendigung der Therapie noch negativ ausfällt, also keine Viren mehr im Blut nachweisbar sind.

„Wir können heute mehr Menschen mit Hepatitis C heilen als noch vor einigen Jahren. Und der Fortschritt geht weiter voran. Daher ist es essentiell, die Erkrankung jetzt zu diagnostizieren und durch rechtzeitige Behandlung Folgeerkrankungen und Tod zu vermeiden“, betont Prof. Manns den aktuellen Handlungsbedarf.
Von einer Infektion mit dem Hepatitis C-Virus sind bestimmte Personengruppen häufiger als andere betroffen. In Deutschland sollten daher folgende Gruppen auf das Hepatitis C-Virus getestet werden: Menschen, die vor 1991 Bluttransfusionen oder Blutprodukte erhalten haben, da vorher kein Test auf das Hepatitis C-Virus stattfand, Drogenkonsumenten, die Drogen intravenös spritzen oder gespritzt haben, Migranten aus Ländern mit erhöhtem Vorkommen dieser Infektion, Personen, die Tätowierungen oder Piercings haben, die unter nicht-sterilen Bedingungen gemacht wurden.

Die Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-642-1, € 16,95: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch

Rita Wilp, Externe Pressestelle, Deutsche Leberstiftung
Deutsche Leberstiftung, Bianka Wiebner, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, Tel.: 0511 / 532 6815, Fax: 0511 / 532 6820, eMail: presse@deutsche-leberstiftung.de
22.07.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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