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  • Thomas Schönemann

Deutsche Krebshilfe

Mit weniger Alkohol das Darmkrebsrisiko senken

Broschüre der Deutsche Krebshilfe zur Prävention. © Foto: DKH
Broschüre der Deutsche Krebshilfe zur Prävention. © Foto: DKH

Alkohol fördert die Geselligkeit, dient zur Entspannung nach getaner Arbeit und viel zu oft wird er als vermeintlicher Seelentröster genutzt. Doch Vorsicht: Alkohol begünstigt das Entstehen verschiedener Krebsarten. Auch das Risiko für Darmkrebs, der dritthäufigsten Tumorerkrankung in Deutschland, steigt bei regelmäßigem Alkoholkonsum.

Im Darmkrebsmonat März ermutigt die Deutsche Krebshilfe zu einem bewussten Umgang mit Alkohol und zu einem geringen Konsum.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 33.400 Männer und 27.600 Frauen neu an einem bösartigen Tumor des Darms. Die Deutsche Krebshilfe nimmt den diesjährigen Darmkrebsmonat zum Anlass, verstärkt über die Risiken regelmäßigen Alkoholkonsums zu informieren.

Statistisch gesehen trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich rund 107 Liter Bier und 21 Liter Wein pro Jahr. „Für viele Menschen gehört Alkohol zum Alltag und ist Teil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Oft gehen sie mit dem Alkohol jedoch zu sorglos um, da der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs unbekannt ist oder verdrängt wird.“

Alkohol gelangt hauptsächlich über die Schleimhäute des Verdauungstraktes in den Blutkreislauf und verteilt sich von dort aus im ganzen Körper. Bei regelmäßigem Konsum schädigt das Zellgift Organe und Nervenzellen. Zudem begünstigt Alkohol das Entstehen verschiedener Krebsarten, darunter auch Darm- und Leberkrebs. Neben Tabakkonsum ist der Alkohol der Hauptrisikofaktor für das Entstehen von Krebs im oberen Verdauungstrakt. Ursache für die krebsfördernde Wirkung ist das Acetaldehyd, eine Substanz, die beim Abbau von Alkohol im Körper entsteht und von Wissenschaftlern als krebserregend eingestuft wird. Schon bei relativ kleinen Mengen von 10 bis 45 Gramm Alkohol pro Tag steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung um 16 Prozent. Wer mehr trinkt, erhöht sein Darmkrebsrisiko sogar um 41 Prozent. Zum Vergleich: ein Glas Wein enthält rund 20 Gramm, 0,6 Liter Bier rund 24 Gramm Alkohol.

Dr. Raphael Gassmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), empfiehlt: „Gesunde Männer sollten nicht mehr als einen Viertelliter Wein oder 0,6 Liter Bier pro Tag trinken, gesunde Frauen die Hälfte davon nicht überschreiten. Zudem ist es ratsam, mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche einzulegen. Allerdings ist es schwer einen Grenzwert festzulegen, da es einen risikofreien Konsum von Alkohol nicht gibt.“

Jeder dritte Mann und jede fünfte Frau überschreiten die empfohlene tägliche Trinkmenge. Insbesondere die Gruppe der über 30-jährigen Männer entwickelt häufig riskante Trinkgewohnheiten. Mit dem neuen Präventionsratgeber für Männer „Riskante Partnerschaft. Mehr Gesundheit – Weniger Alkohol“ spricht die Deutsche Krebshilfe Interessierte an und ruft zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol auf. Der Ratgeber kann kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

Auch zum Thema Darmkrebs bietet die Deutsche Krebshilfe kostenlose Informationsmaterialien an: Ratgeber, Faltblätter sowie Patienten-Informationsfilme auf DVD können bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, bestellt und im Internet heruntergeladen werden.

Presseinformation Deutsche Krebshilfe
Deutsche Krebshilfe, Buschstraße 32, 53113 Bonn, Nordrhein-Westfalen, Dr. med. Svenja Ludwig, Tel.: 0228 / 72990-270, Fax: 0228 / 72990-271, eMail: ludwig@krebshilfe.de
21.03.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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