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  • Thomas Schönemann

Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste

Nationaler Bildungsbericht: Fehlende Ausbildungskapazitäten in der Pflege

Pflege muss "geübt" sein. © Foto: Gerda Mahmens / pixelio.de
Pflege muss "geübt" sein. © Foto: Gerda Mahmens / pixelio.de

In den Gesundheitsberufen, inklusive der Pflege, gibt es laut dem heute vorgestellten Nationalen Bildungsbericht mehr Bewerber als angebotene Lehrstellen. Während die Wirtschaft über angeblich fehlende Lehrstellenbewerber klage, sieht die Studie "Bildung in Deutschland 2014" die Probleme eher bei den Unternehmen: Dort, wo heute Fachkräfte fehlen, gebe es seit Jahren zu wenig Ausbildungsplätze.

"Verantwortlich für die Schul- und Ausbildungsplätze in der Altenpflege sind die Länder. Die Einrichtungsträger würden gern jedem potentiell geeigneten Bewerber einen Ausbildungsvertrag geben", sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). "Es sind aber die Länder, die nicht genügend Schulplätze als Voraussetzung für die Ausbildung zur Verfügung stellen. In manchen Ländern wird für den Schulbesuch sogar noch Schulgeld von den Altenpflegeschülern verlangt. Gleichzeitig kann man in den Ländern aber kostenlos Medizin studieren."

Die Altenpflegeausbildung erfolgt auf Grundlage eines Berufegesetzes. Nur wenn ein Schulplatz vorhanden ist, kann der Auszubildende mit der Berufsschule und der Altenpflegeeinrichtung einen dreiseitigen Ausbildungsvertrag schließen. Verantwortlich für die Bereitstellung von Schulplätzen in ausreichender Menge sind die Länder. Viele Länder finanzieren nur eine begrenzte Anzahl an Schulplätzen oder finanzierten diese nicht, was dann Schulgeldpflicht zur Folge hat.
"Die Schulgeld-Problematik muss dringend angepackt werden", fordert Meurer. Der bpa setzt sich für schulgeldfreie Schulplätze ein. Als positive Beispiele nannte der bpa-Präsident Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

"Die Ausbildungszahlen etwa in Bayern sind von 2009 bis heute um 25 Prozent gestiegen", so der bpa-Präsident. Allein in Bayern habe sich der bpa und seine 1.000 Mitgliedsunternehmen intensiv um mehr Auszubildende in der Altenpflege bemüht und stelle als einer der stärksten Partner in der Branche dort derzeit 1.200 Ausbildungsplätze. Bundesweit stellen die mehr als 8.000 Mitgliedsunternehmen des bpa rund 18.900 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

"Von einer beträchtlichen Unterdeckung von Ausbildungsplätzen kann keine Rede sein", sagt Meurer. Gerade in der Altenpflege sei ein deutlicher Anstieg festzustellen. "In der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Altenpflege ist ihre Zahl laut Berufsbildungsbericht 2014 um rund sechs Prozent gestiegen."

"Dennoch benötigen wir dringend mehr Fachkräfte in der Pflege, anderenfalls droht die Gefährdung der Sicherstellung in der Altenpflege", so Meurer. "332.000 neue Beschäftigungsverhältnisse sind seit dem Jahr 2000 in Pflegeheimen und Pflegediensten entstanden."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und circa 18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4 Milliarden Euro.

Pressemitteilung Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Herbert Mauel/Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.: 030 / 30878860
13.06.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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