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bpa und AGVP

Pflegekammer: Mehrheitlich abgelehnt

Altenpflege - Ausfahrt im Winter. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Altenpflege - Ausfahrt im Winter. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Ministerin Kristin Alheit hat die Einführung der Pflegekammer in Schleswig-Holstein von dem Resultat einer Umfrage unter Pflegenden abhängig gemacht - und deren Ergebnis sehr eigenwillig interpretiert: Laut ihrer Lesart sprechen sich 51 Prozent der Befragten für eine Pflegekammer aus; nach Meinung des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) ist es nur eine Minderheit.

Der Knackpunkt ist die Beitragszahlung: Wenn das Land Schleswig-Holstein diese Kosten nicht übernimmt, sind 17 Prozent der unter der Befürwortergruppe verbuchten Umfrageteilnehmer kategorisch gegen eine Kammer.

Für bpa-Präsident Bernd Meurer liegt deshalb klar auf der Hand: "Die Zahlen wurden fehlinterpretiert. De facto votiert die überwiegende Mehrheit gegen eine Kammer. Die Konsequenz kann nur sein, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen."
Thomas Greiner, Präsident des AGVP, fordert: "Die Ministerin sollte beweisen, dass sie weiß, wie sich eine Demokratin angesichts eines klaren Votums zu verhalten hat: Nach der mangelnden Akzeptanz ihres Projekts gebietet es sich, dass sie von ihrem unsinnigen Vorhaben abrückt und sich ganz konkret für die Pflegekräfte einsetzt: durch die Anhebung der Personalschlüssel und die Finanzierung zusätzlicher Betreuungskräfte in der Altenpflege."

Um die unterschiedlichen Interpretationen und eventuelle Missdeutungen der Ergebnisse zu klären, wurde der renommierte Meinungsforscher Dr. Helmut Jung gebeten, eine gutachterliche Stellungnahme zur Pflegekammerumfrage in Schleswig-Holstein zu erarbeiten: "Das echte Befürworterpotenzial einer Kammer in Schleswig-Holstein liegt in jedem Fall höchstens bei 42 Prozent, wahrscheinlich sogar eher deutlich unter 40 Prozent", fasst Dr. Jung das Resultat zusammen.
Diese Pressemitteilung finden Sie auf unserer Homepage www.bpa.de zum Download.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und ca. 18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4 Milliarden Euro.

Der im Jahr 2009 gegründete Arbeitgeberverband Pflege vertritt mittlerweile die tarif-, sozial- und wirtschaftspolitischen Interessen von 30 Unternehmen der Pflegewirtschaft, darunter die Größten der Branche, mit 90.000 Wohn- und Pflegeplätzen und mehr als 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) gehört dem Arbeitgeberverband Pflege an. Die Mitglieder setzen sich gemeinschaftlich für eine zukunftsfähige Gestaltung der Pflege ein.

Pressemeldung Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
Herbert Mauel und Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer, Tel.: 030 / 30 87 88 60 bzw. Dr. Florian Bauckhage-Hoffer, AGVP-Geschäftsführer, Tel.: 030 / 67 80 63 70
16.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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