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Pharmakogenetik

Metabolomik für geschlechtsspezifische Medizin

© Stefan Kawik / pixelio.de

Das Stoffwechselprofil im Blut zeigt signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Dies erfordert geschlechtsspezifische Therapien.

Manche Erkrankungen erfordern geschlechtsspezifische Therapien. Das ist das Ergebnis einer Studie, die vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung finanziert und in der aktuellen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift PLoS Genetics veröffentlicht wurde.

Bei Männern und Frauen weise der Stoffwechsel erhebliche Unterschiede auf. Die Unterschiede betreffen 101 der 131 untersuchten Stoffwechselverbindungen im Blutserum bei mehr als 3000 Probanden der Bevölkerungsstudie KORA - vor allem Fette, Aminosäuren und Ester-Verbindungen. Prof. Dr. Thomas Illig, Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie, und Dr. Kirstin Mittelstraß sehen hierin den Beweis, dass „Männer und Frauen molekular zwei völlig unterschiedlichen Kategorien zuzuordnen sind – das bedeutet: wir benötigen auch geschlechtsspezifische Ansätze zur Therapie von Erkrankungen.“

Für ihre Studie kombinierten die Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München genetische Daten mit Stoffwechselprofilen, die in der Metabolomics-Plattform des Genomanalysezentrums erstellt wurden. Die genetische Untersuchung leitete Prof. Dr. Thomas Meitinger, Direktor des Instituts für Humangenetik.

Die Wissenschaftler werden im nächsten Schritt die Zahl der untersuchten Stoffwechselverbindungen ausweiten, aber auch weitere Studien unter geschlechtsspezifischen Aspekten auswerten. „Durch die Kombination von geschlechtsspezifischer Auswertung, genetischen Assoziationsstudien und Metabolomics werden wir lernen, die Entstehung der großen Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus detailliert zu verstehen,“ so Illig. (tsc)

Original-Publikation: Mittelstrass K. et al. (2011) Discovery of sexual dimorphisms in metabolic and genetic biomarkers. PLoS Genetics

Quelle: Pressemeldung des Helmholtz Zentrums München, 12.08.2011

05.01.2020, 17:34 | the
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