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  • von Thomas Heckmann

Dr. Charlotte Giesen

Adlershofer Dissertationspreis 2012

Preisträgerin Charlotte Giesen und Knut Nevermann, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Foto: Bernd Prusowski / Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Zum elften Mal wurde der Dissertationspreis Adlershof vergeben. Erstmalig konnte sich in diesem Jahr eine Wissenschaftlerin durchsetzen. Thema der Arbeit der HU-Chemikerin: Neue Technik-Anwendungen in der Krebsdiagnostik.

Zum elften Mal wurde gestern der Dissertationspreis Adlershof vergeben. Erstmalig konnte sich in diesem Jahr im Wettbewerb um den mit 3.000 Euro dotierten Preis eine Wissenschaftlerin im Wettbewerb gegen zwei weitere Nominierte durchsetzen. Dr. Charlotte Giesen, die an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung und am Institut für Chemie der Humboldt-Universität promovierte, überzeugte mit ihrem Kurzvortrag sowohl die Jury als auch das Publikum. Dr. Knut Nevermann, Staatssekretär für Wissenschaft in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, verlieh den Preis.

Dr. Charlotte Giesen hat neue Technik-Anwendungen in der Krebsdiagnostik erforscht. Heutzutage wird anhand von entnommenem Gewebe ein Profil des Tumors erstellt, auf dessen Basis Diagnose und Therapieentscheidungen erfolgen. Dabei hinterlässt jede Krebserkrankung einen eigenen Fingerabdruck, mit der sie identifiziert werden kann. Dieser Fingerabdruck besteht aus unterschiedlichen Tumormarkern, deren Häufigkeit in einem wenige Mikrometer dünnen Gewebeschnitt durch die Stärke einer Färbung recht subjektiv festgestellt wird. Das Resultat hängt im Wesentlichen vom Erfahrungsschatz des behandelnden Arztes ab. Leider gibt es noch signifikante Abweichungen in der Beurteilung von Tumoren unter Pathologen. Charlotte Giessen hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, das es erlaubt die subjektiven Farbeinschätzungen erstmals durch messbare Größen zu ersetzen. Sie hat Tumormarker, welche routinemäßig in der Diagnostik eingesetzt werden, mit Metallen markiert und mit Hilfe eines Plasma-Massenspektrometers detektiert. Die neue Technik ermöglicht eine simultane Bewertung mehrerer Tumormarker auf einem Gewebeschnitt. Dies kann zu einer präziseren und schnelleren Diagnostik führen, da die unterschiedlichen Tumormarker nun in einem Gesamtbild erfasst werden und erstmals eine Quantifizierung ermöglicht wird. Diese zusätzlichen Informationen lassen auf neue Möglichkeiten zur Klassifizierung von Krebs hoffen, die auch neue Therapiemöglichkeiten aufweisen könnten.

Die Preisträgerin hat Molekulare Biotechnologie und Chemie an der Technischen Universität München und der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Ihre Diplomarbeit schrieb sie während eines Forschungsaufenthalts am National Research Council Canada in Ottawa. Aktuell arbeitet sie als Senior Research Associate am Institut für Molekulare Biologie an der Universität Zürich.

Quelle: Pressemeldung der Humboldt-Universität zu Berlin, 30.01.2013 (tsc)

06.03.2024, 15:44 | vth

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