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  • von Thomas Heckmann

Dr. Anita Pathil-Warth

Gesucht: Medikament gegen chronische Lebererkrankung

Prof. Dr. Claus R. Bartram, Dekan der Medizin. Fakultät der Uni HeiHdlberg, gratuliert Dr. Pathil-Warth, Medizin. Uniklinikum Heidelberg, zum Friedrich Reutner-Preis für ihre erfolgreiche Forschung zu chronischer Lebererkrankung, © Uniklinikum Heidelberg
Prof. Dr. Claus R. Bartram, Dekan der Medizin. Fakultät der Uni HeiHdlberg, gratuliert Dr. Pathil-Warth, Medizin. Uniklinikum Heidelberg, zum Friedrich Reutner-Preis für ihre erfolgreiche Forschung zu chronischer Lebererkrankung, © Uniklinikum Heidelberg

Die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg hat Dr. Anita Pathil-Warth mit dem Friedrich Reutner-Preis ausgezeichnet. Die Nachwuchswissenschaftlerin forscht erfolgreich an einem Wirkstoff gegen nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen, für deren Behandlung es bisher noch keine Medikamente gibt.

Für ihre hervorragende Forschung auf dem Gebiet der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen hat die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg Dr. Anita Pathil-Warth, Abteilung für Gastroenterologie der Medizinischen Universitätsklinik, mit dem Friedrich Reutner-Preis ausgezeichnet. Die junge Wissenschaftlerin entwickelte mit Kollegen eine Wirkstoffverbindung, die im Tierversuch die nicht-alkoholische Leberverfettung stoppt und die daraus hervorgehende Entzündung ausheilen lässt. Bisher gibt es keine Medikamente gegen die chronische Erkrankung – Betroffene müssen darauf hoffen, dass eine allmähliche Gewichtsreduktion und die genaue Einstellung von Blutzucker und Fettstoffwechsel ihre Leber vor weiteren Schäden schützt.

Mit dem jährlich vergebenen und mit 6.000 Euro dotierten Preis unterstützt Stifter Professor Dr. Friedrich Reuter, Ehrensenator der Universität Heidelberg, Nachwuchswissenschaftler der Medizinischen Fakultät, die noch keine etablierte Position inne haben. Die Preisvergabe fand am 6. Juli 2013 im Rahmen der Promotionsfeier in der Aula der Universität statt.

Hepatitis heilte im Tierversuch aus

Ungefähr jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet an einer sogenannten nicht-alkoholischen Leberverfettung. Die Erkrankung wird anders als bei der alkoholischen Fettleber nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht. Die Folgen sind allerdings dieselben: Bei ca. 20 Prozent der Betroffenen kann die Verfettung Entzündungen (Fettleber-Hepatitis) bis hin zu Leberzirrhose und -krebs auslösen.

Gemeinsam mit ihrem Team untersucht die 31-jährige Medizinerin eine Verbindung aus Gallensäure (Ursodeoxycholsäure / UDCA) und einem sogenannten Phospholipid (Lysophosphatidylethanolamid / LPE), einem natürlichen Bestandteil der Zellhüllen im Körper. UDCA ist ein gängiges Medikament bei Erkrankungen von Leber und Galle mit wenigen Nebenwirkungen. „UDCA alleine wirkt nicht ausreichend gegen Fettlebererkrankungen. Die Verbindung mit dem entzündungshemmenden Phospholipid LPE verstärkt die Schutzwirkung“, so Pathil-Warth. Die Wirkstoffverbindung bewährte sich im Tierversuch sowohl bei Fettleber durch Übergewicht als auch bei Fettleber als Folge einer Stoffwechselstörung: Die Leberwerte der Mäuse besserten sich, die Fetteinlagerungen in den Leberzellen gingen zurück und Entzündungsreaktionen klangen ab.

Pathil-Warth ist überzeugt: „Die neue Verbindung könnte sich hervorragend als Medikament gegen die nicht-alkoholische Fettleberhepatitis eignen.“ Nun arbeitet die Gruppe an einer geeigneten Verabreichungsform, damit der Wirkstoff zukünftig - zunächst im Rahmen klinischer Studien - als Tablette eingenommen werden kann. Parallel will die Wissenschaftlerin die genaue Wirkungsweise des potentiellen Arzneistoffes klären.

 

Dr. Annette Tuffs, Unternehmenskommunikation, Universitätsklinikum Heidelberg
Pathil A et al. Ursodeoxycholyl lysophosphatidylethanolamide improves steatosis and inflammation in murine models of nonalcoholic fatty liver disease. Hepatology 2012 May;55(5):1369-78. doi: 10.1002/hep.25531.
Dr. Anita Pathil-Warth, Abteilung für Gastroenterologie, Medizinische Universitätsklinik Heidelberg, Tel.: 06221 / 56 38102, eMail: Anita.Pathil-Warth@med.uni-heidelberg.de
08.07.2013
06.03.2024, 15:44 | vth
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