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  • von Thomas Heckmann

Klinische Krebsregister

Umsetzung des KFRG gestartet

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, © BMG/Dedeke
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, © BMG/Dedeke

Unter dem Titel „Von der Praxis für die Praxis – erfolgreiche Etablierung klinischer Krebsregister“ fand gestern in Regensburg die Auftaktveranstaltung zur Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) statt.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Deutschen Krebshilfe, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) durchgeführt und mit finanziellen Mitteln des BMG unterstützt. Das am 9. April in Kraft getretene KFRG verpflichtet die Länder, flächendeckende klinische Krebsregister mit einem vorgegebenen Aufgabenspektrum einzurichten. Gleichzeitig wurden die notwendigen Finanzierungsregelungen getroffen.

Durch klinische Krebsregister soll die Qualität der Krebsbehandlung gezielt verbessert und Qualitätsvergleiche zwischen Behandlern ermöglicht werden. Die Veranstaltung in Regensburg gibt Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit bestehender klinischer Krebsregister zu gewinnen und in einen Erfahrungsaustausch einzusteigen. Diese neuen Arbeitskontakte sind ein wichtiger Schritt, um die Abstimmung aller Beteiligten im Sinne einer möglichst einheitlichen und an Qualität ausgerichteten Einführung der klinischen Krebsregister zu erreichen.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr in Regensburg: „Wir haben mit unserem Gesetz den Weg frei gemacht für eine bessere onkologische Versorgung in Deutschland. Nun kommt es darauf an, dass Länder und Kostenträger die Umsetzung vorantreiben. Ich bin sicher, dass wir die gute Zusammenarbeit, die bisher schon den Nationalen Krebsplan getragen hat, in der Umsetzungsphase der klinischen Krebsregister fortsetzen werden. Die heutige Veranstaltung ist aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt für den erforderlichen und intensiven Austausch zwischen den Beteiligten, damit mögliche Qualitätsverbesserungen zum Nutzen der Patientinnen und Patienten erreicht werden können.“

„Mit aller Entschlossenheit wollen wir gemeinsam mit allen Beteiligten diese Chance zur Verbesserung der Qualität und Transparenz onkologischer Behandlung für die Patienten voranbringen und unterstützen“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Die Erfassung von flächendeckenden klinischen Krebsregisterdaten ist ein Schritt, der längst überfällig war. Bereits 1982 forderte die Gründerin der Deutschen Krebshilfe, Dr. Mildred Scheel, den Aufbau von flächendeckenden klinischen Krebsregistern zur Sicherstellung einer Patientenversorgung auf hohem Niveau.“ Nettekoven betont: „Die klinische Krebsregistrierung wird ein großer Gewinn für krebskranke Menschen sein. Jetzt geht es darum, das Gesetz zügig umzusetzen.“

Professor Dr. Ferdinand Hofstädter, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren: „An praktischen Beispielen der Arbeit der klinischen Krebsregister in Frankfurt/Oder ( Brandenburg) und Regensburg (Bayern) soll der konkrete Nutzen für Patienten und Ärzte dargestellt werden. Aus beiden Registern werden z. B. Tumorkonferenzen übertragen, in denen aktuelle Therapieentscheidungen für die weitere Behandlung von Patienten durch alle beteiligten Ärzte getroffen werden. Bei der Umsetzung des Gesetzes wird es darauf ankommen, voneinander zu wissen und voneinander zu lernen. Dieses Ziel soll die heutige Veranstaltung prägen.“

Professor Dr. Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft: „Die Einführung des neuen Gesetzes zur flächendeckenden Einführung klinischer Krebsregister hat für etablierte zertifizierte Organkrebszentren und Onkologische Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft ebenso wie für die von der Deutschen Krebshilfe geförderten Spitzenzentren große Bedeutung. Die Zentren, geschaffen zur höheren Transparenz und Versorgungsverbesserung, können in Zukunft neutrale klinische Krebsregister nutzen, die die Erfassung und Auswertung aktueller Behandlungen übernehmen und auf diese Weise die behandelnden Ärzte entscheidend entlasten.“

Das KFRG verfolgt mit dem flächendeckenden Ausbau klinischer Krebsregister folgende Ziele:

  • Herstellung von umfassender Transparenz über die Qualität der onkologischen Versorgung,
  • Beseitigung von Qualitätsdefiziten durch die Erkenntnisse aus der klinischen Krebsregistrierung,
  • unmittelbar patientenbezogene Qualitätsverbesserungen zum einen durch die Etablierung eines Systems des voneinander Lernens mit der Orientierung an den besten Ergeb­nissen und zum anderen durch das Zusammenführen der für die Behandlung relevanten Informationen aus den verschiedenen Versorgungsbereichen und
  • Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung insgesamt z.B. durch Forschungsaktivitäten auf der Grundlage der Daten aus der klinischen Krebsregistrierung.
BMG/Universitätsklinikum Regensburg
18.07.2013
19.02.2024, 19:45 | vth

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