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  • Thomas Schönemann

Uniklinikum CGC Dresden

Dresdner Wissenschaftler untersuchen Rolle von Magen-Stammzellen beim Entstehen von Tumoren

Dem Tumor auf der Spur: Dr. Daniel Stange untersucht die Entwicklung der Magen-Stammzellen. © Foto: Uniklinikum Dresden
Dem Tumor auf der Spur: Dr. Daniel Stange untersucht die Entwicklung der Magen-Stammzellen. © Foto: Uniklinikum Dresden

Dr. Daniel Stange, Arzt und Wissenschaftler an der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, konnte die Jury überzeugen: Das hoch angesehene Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm der Deutschen Krebshilfe unterstützt sein Forschungsvorhaben zur Rolle der Magen-Stammzelle bei Regenerationsprozessen des Magenepithels und beim Entstehen von Magenkrebs.

Grundlage für die Förderung ist die Entdeckung der Stammzelle des Magens mittels des Marker-Gens „Troy“, welche von Dr. Stange als Erstautor in „Cell“ veröffentlicht wurde. Auch die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus stellt eigene Finanzmittel für die Nachwuchsgruppe zur Verfügung.

Stammzellen sind wichtig für die Aufrechterhaltung von Organen. Insbesondere Organe, die sich häufig erneuern, brauchen eine sich ständig teilende Population an Stammzellen, um den Nachschub an Zellen sicherzustellen. Durch ihre große Variabilität und schnelle Teilung bergen Stammzellen jedoch auch das Risiko zu entarten und sich zu Tumoren zu entwickeln. Deshalb ist es in der Krebsmedizin wichtig, die jeweiligen Stammzellen der Ursprungsgewebe der Tumore genau zu kennen. „Wir wollen nun herausfinden, welche Faktoren die Troy-Zelle im Magen zur Stammzelle machen, um dadurch die aktiven Signalwege in der Stammzelle zu charakterisieren, die wichtig zur Aufrechterhaltung des normalen Gewebes sind, also für dessen Regeneration“, umreißt Dr. Stange einige Ziele der Forschergruppe.

Hierfür ermitteln die Wissenschaftler unter anderem, welche Substanzen benötigt werden, um Magen-Stammzellen in Kultur wachsen zu lassen. Basierend auf 3D-Kulturen in Reagenzgläsern lassen die Forscher dann die Magen-Stammzellen zu „Mini-Organen“ heranreifen. Unter diesen Bedingungen fühlen sich auch Tumorzellen wohl und lassen sich außerhalb des Körpers vermehren. Die Wissenschaftler nutzen dies aus und lassen auf diese Weise Krebszellen aus Tumoren in 3D-Kulturen auswachsen – sie können hier zielgerichtet mit verschiedenen Substanzen konfrontiert werden, um eventuelle Behandlungsmöglichkeiten zu testen. Dieser Ansatz ermöglicht eine patientennahe Forschung, denn häufig sind Ergebnisse aus der Arbeit an Tiermodellen nicht 1:1 auf die Gegebenheiten beim Menschen übertragbar. Die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie bietet für diese patientennahe Forschung der Arbeitsgruppe ideale Bedingungen. Das Ziel ist klar: Langfristig sollen die durchgeführten Forschungen den Patienten zugutekommen.

Projekttitel:
„Regulation und maligne Transformation des Magenepithels: die Rolle der Troy+ Magen-Stammzelle“.
Leiter: Dr. med. Daniel Stange, Ph.D.

Kontakt:
Dr. med. Daniel Stange
Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
E-Mail: daniel.stange@uniklinikum-dresden.de

Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/vtg

Holger Ostermeyer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Holger Ostermeyer, Tel.: 0351 / 458-4162, Fax: 0351 / 458-884162, eMail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de
28.05.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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