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  • Denise Reimbold

Universitätsklinikum Essen

Erforschung neuer Therapieansätze bei Darmkrebs

Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsimmunologie hat man die Rolle von regulatorischen T-Zellen untersucht. © Foto: Universitätsklinikum Essen
Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsimmunologie hat man die Rolle von regulatorischen T-Zellen untersucht. © Foto: Universitätsklinikum Essen

Darmkrebs ist nach Brust- und Prostatakrebs die dritthäufigste onkologische Erkrankung überhaupt. In Deutschland betrifft nach Aussage des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg etwa jede siebte Krebserkrankung den Darm. Im Rahmen einer Studie am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) wurde nun die Rolle der regulatorischen T-Zellen in den verschiedenen Stadien der Erkrankung genauer untersucht.

Ziel ist die Entwicklung neuer Therapieansätze für bestimmte Darmkrebserkrankungen.

Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsimmunologie hat man in diesem Zusammenhang die Rolle von regulatorischen T-Zellen, kurz Tregs, untersucht. Tregs sind Zellen, deren Aufgabe es ist, die Aktivierung des Immunsystems zu unterdrücken. Die Studie, durchgeführt von Dr. Eva Pastille, untersuchte die Rolle, einer speziellen Gruppe von Tregs, die der CD4+ Foxp3+ Tregs im Blut von Darmkrebspatienten sowie im Mausmodell. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Cancer Research publiziert*.

„Tregs können Fluch oder Segen sein, je nachdem, wann sie im Krankheitsverlauf im Körper aktiv sind “, fasst Prof. Dr. Astrid Westendorf, Leiterin des Lehrstuhls für Infektionsimmunologie am Institut für Medizinische Mikrobiologie die Ergebnisse der Studie zusammen. Denn diese sind einerseits in der Lage, Entzündungsprozesse im Körper zu unterdrücken. „So können sie in der frühen Entzündungsphase der Entstehung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen und damit auch der des entzündungs-induzierten Darmkrebses vorbeugen. Kamen die Tregs im Krankheitsverlauf jedoch zu einem zu späten Zeitpunkt ins Spiel, blockierten diese das Immunsystem und hielten dieses so davon ab, sich in ausreichendem Maße gegen einen entstehenden Tumor zu wenden“, erklärt Prof. Dr. Astrid Westendorf. Wurden die Tregs jedoch in der späten Entzündungsphase, in welcher der Tumor sich bereits im Darm ausbreitete, therapeutisch entfernt, führte dies zu einer Abstoßungsreaktion gegenüber dem Tumor.

Die Forscher hoffen, zukünftig über die Modulation des Immunsystems eine zusätzliche Therapieoption bei Darmkrebs entwickeln zu können.

* Transient ablation of regulatory T cells improves antitumor immunity in colitis-associated colon cancer. Pastille E, Bardini K, Fleissner D, Adamczyk A, Frede A, Wadwa M, von Smolinski D, Kasper S, Sparwasser T, Gruber AD, Schuler M, Sackaguchi S, Roers A, Muller W, Hansen W, Buer J, Westendorf AM.Cancer Res. 2014 Jun 6. pii: canres.3065.2013. [Epub ahead of print]

Universitätsklinikum Essen
Burkhard Büscher, Pressesprecher, Stabsstelle Marketing und Kommunikation, Tel.: 0201/723 2115, eMail: burkhard.buescher@uk-essen.de
24.06.2014
22.06.2017, 11:21 | dre
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