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  • Denise Reimbold

Therapieoptionen

Forschung für krebskranke Kinder

Die Antikörper sind grün markiert und bringen ausschließlich die bösartigen Zellen des Ewing-Sarkoms zum Leuchten. © Foto: Prof. Horacio Bach/Antibody Engineering Facility, University of British Columbia
Die Antikörper sind grün markiert und bringen ausschließlich die bösartigen Zellen des Ewing-Sarkoms zum Leuchten. © Foto: Prof. Horacio Bach/Antibody Engineering Facility, University of British Columbia

Ewing-Sarkome sind bösartige Tumoren. Dabei handelt es sich um den zweithäufigsten Knochenkrebs bei Kindern und Jugendlichen. Die Erforschung der genetischen, zellulären und molekularen Grundlagen dieser Erkrankung soll die Therapiemöglichkeiten und die Heilungschancen verbessern.

„Wir forschen an schonenderen Therapieoptionen für Kinder mit Ewing-Sarkomen und wollen ihre Heilungsaussichten verbessern“, erklärt der Mediziner Dr. Thomas Grünewald vom Pathologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Dafür analysieren wir Tumorzellen und entwickeln in enger Zusammenarbeit mit Prof. Horacio Bach von der University of British Columbia in Vancouver synthetische Antikörper, die direkt am Ort des Tumors wirken sollen.“ Die Forschung wird von der Daimler und Benz Stiftung sowie der Reinhard Frank-Stiftung gefördert.

Grünewald untersucht, wie die Tumoren entstehen, wie sie zusammengesetzt sind und weshalb sie gegen bestimmte Arzneimittel resistent sind. Es ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen erworbenen somatischen Mutationen in den Tumorzellen, angeborenen genetischen Variationen und embryonalen Signalwegen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse sollen Medikamente entwickelt werden, die sich zielgerichtet in den bösartigen Zellen anreichern und sie zerstören.

Die Forschungsschwerpunkte liegen dabei auf der Zielstruktur, also dem exakten Angriffspunkt im Tumor, und dem Vehikel, das die hochwirksamen Chemotherapeutika direkt an den Zielort brin-gen soll. Das Vehikel wird derzeit von den Spezialisten der University of British Columbia herge-stellt. Grünewald hofft, dass diese sogenannten „antibody-drug-conjugates“ künftig zur Behand-lung von am Ewing-Sarkom erkrankten Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden können: Die Medikamente sollen gesundes Körpergewebe weitgehend verschonen, die Therapie insgesamt verträglicher machen und neue Heilungsperspektiven bieten.

Stipendienprogramm für Postdoktoranden

Die Daimler und Benz Stiftung vergibt jährlich zwölf Stipendien von jeweils 40.000 Euro für die Dauer von zwei Jahren. Postdoktoranden, Juniorprofessoren oder Leiter junger Forschungsgruppen können die Mittel frei verwenden – etwa zur Finanzierung wissenschaftlicher Hilfskräfte oder technischer Ausrüstung, für Forschungsreisen oder zur Teilnahme an Tagungen.

Daimler und Benz Stiftung

Impulse für Wissen – die Daimler und Benz Stiftung verstärkt Prozesse der Wissensgenerierung. Ihr Fokus richtet sich dabei auf die Förderung junger Wissenschaftler, fachübergreifende Kooperationen sowie Forschungsprojekte aus sämtlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Die operativ tätige und gemeinnützige Stiftung zählt zu den großen wissenschaftsfördernden Stiftungen Deutschlands.

Ansprechpartner:
Dr. Johannes Schnurr, +49 176-216 446 92
Patricia Piekenbrock, +49 152-289 093 77

Dr. Johannes Schnurr Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen, Daimler und Benz Stiftung
Daimler und Benz Stiftung, Dr.-Carl-Benz-Platz 2, 68526 Ladenburg, Baden-Württemberg, Dr. Johannes Schnurr, Tel.: 06203 1092 0, Fax: 06203 1092 5, eMail: schnurr@daimler-benz-stiftung.de
16.02.2016
22.06.2017, 11:21 | dre
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