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  • Thomas Schönemann

Hightech-Armband

Google plant Detektor für Krebs und Herzanfälle

Kommt nach Schrittzähler und Schlafqualität essen mit Fitbit nun bald das Google-Diagnose-Armband? © Foto: Fitibit Flex by MorePix - Own work. Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 via Wikimedia Commons
Kommt nach Schrittzähler und Schlafqualität essen mit Fitbit nun bald das Google-Diagnose-Armband? © Foto: Fitibit Flex by MorePix - Own work. Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 via Wikimedia Commons

Google entwickelt derzeit ein Verfahren, das Nanopartikel in Tablettenform mit einem Sensor für das Handgelenk kombiniert. Krebs, ein drohender Herz- oder Schlaganfall sowie andere Krankheiten sollen so viel früher als heute diagnostizierbar werden. Leichte Veränderungen in der Biochemie des Körpers sollen als Frühwarnsystem dienen.

Präventivere Medizin gefragt

Viele Arten von Krebs wie Bauchspeicheldrüsenkrebs werden häufig erst dann erkannt, wenn sie nicht mehr behandelbar sind. Google zielt darauf ab, das Blut permanent auf Spuren von Krebs zu überwachen und so eine Diagnose lange vor dem Auftreten von Symptomen zu ermöglichen. Das Projekt wird von der Forschungsabteilung "Google X" durchgeführt.

Das Unternehmen engagiert sich immer stärker auf dem Medizinsektor. Zuletzt hatte der Suchmaschinengigant auch Anteile an Calico (http://calicolabs.com) erworben, ein Unternehmen, das sich mit Anti-Aging beschäftigt. Dazu kommen noch Anteile an 23andMe (http://23andme.com), eine Firma, die Gentests anbietet.

Das Diagnoseprojekt wird vom Molekularbiologen Andrew Conrad geleitet. Der Wissenschaftler hat bereits einen billigen HIV-Test entwickelt, der bereits auf dem Markt ist. Mit dem neuen Projekt soll die Medizin proaktiver werden. "Nanopartikel ermöglichen es, den Körper auf der Ebene der Moleküle und Zellen zu erforschen", so Conrad.

Google entwickelt dafür eine Reihe von Nanopartikeln, die Markern für verschiedene Krankheiten entsprechen sollen. Sie könnten darauf ausgerichtet sein, sich an eine Krebszellen oder ein Fragment erkrankter DNA anzubinden. Sie könnten auch Hinweise auf Plaquen finden, die dabei sind, sich von der Wand eines Blutgefäßes abzulösen. Sie können durch die Blockierung des Blutflusses einen Herz- oder Schlaganfall verursachen.

Keine kommerzielle Auswertung

Nanopartikel können aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaften an einen bestimmten Ort im Körper geleitet werden. Dafür vorgesehen sind die oberflächlichen Adern am Handgelenkt. Dort sollen die gesammelten Informationen laut Conrad dann abgerufen werden. Nanopartikel, die sich nicht angebunden haben, würden sich in einem Magnetfeld anders bewegen als jene, die sich um eine Krebszelle angesammelt haben.

Theoretisch könnte eine Software aufgrund dieser Bewegungen eine Diagnose erstellen. Ziel ist die Herstellung eines Armbandes, das die Ergebnisse der Nanopartikel mittels Licht und Funkwellen einmal oder mehrmals am Tag auswertet. Conrad versucht indes, Bedenken zu entkräften, das Unternehmen versuche eine Suchmaschine für den Körper zu entwickeln.

"Wir sind die Erfinder dieser Technologie. Es besteht keine Absicht, sie auf ähnliche Art und Weise kommerziell auszuwerten." Lizenzen sollen an Partnerunternehmen vergeben werden, die die Technologie dann für Ärzte und Patienten verfügbar machen. "Es handelt sich dabei nicht um Verbraucher-, sondern um medizinische Geräte. Bei der vertraulichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient wird Google keine Rolle spielen", so Conrad abschließend.

Pressetext.Redaktion / pte20141029009
Michaela Monschein, Tel.: +43-1-81140-300, eMail: monschein@pressetext.com
29.10.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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