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Wege zu neuen Therapien

Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung benennt Preisträger 2014

Dr. Thomas Schmidt. © Foto: Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Dr. Thomas Schmidt. © Foto: Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

Die Hamburger Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung gibt heute der Öffentlichkeit die Empfänger ihrer diesjährigen Preise für Spitzenmedizin bekannt. Die drei Preise der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung honorieren richtungweisende medizinische Entdeckungen und fördern Projekte, die dem medizinischen Fortschritt und der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten dienen.

Der mit 300.000 Euro dotierte Ernst Jung-Preis für Medizin geht an den Immunbiologen Professor Dr. med. Thomas Boehm (57) vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik, Freiburg. Mit der Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold zeichnet die Stiftung das wissenschaftliche Lebenswerk von Professor Charles Weissmann MD, PhD (82) aus. Der international renommierte Molekularbiologe ist am Scripps Research Institute in Jupiter, Florida, USA, tätig. Den Ernst Jung-Karriere-Förderpreis für Medizinische Forschung in Höhe von insgesamt 210.000 Euro erhält Dr. Dr. med. Thomas Schmidt (33), wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistenzarzt für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Die drei Preise der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung honorieren richtungweisende medizinische Entdeckungen und fördern Projekte, die dem medizinischen Fortschritt und der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten dienen.

Der mit 300.000 Euro dotierte Ernst Jung-Preis für Medizin zählt mit diesem Förderbetrag zu den höchstdotieren Medizinpreisen Europas. Die 1967 gegründete Stiftung unterstützt bereits seit 1976 aktuelle Forschungsprojekte von Spitzenwissenschaftlern durch die Auszeichnungen.

Die Vergabe der Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold wurde 1990 von der Stiftung beschlossen. Sie versteht sich als Ehrung für die weitgehend abgeschlossene Lebensleistung von Forschern, aus deren Schaffen bedeutende neue therapeutische Neuerungen hervorgingen. Ein Preis von besonderer Symbolkraft – aber nicht nur: Der Preisträger erhält zusammen mit der Medaille das Recht, einen Nachwuchswissen­schaftler eigener Wahl zu fördern. Dafür wird ein Stipendium in Höhe von derzeit 30.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Der Ernst Jung-Karriere-Förderpreis zählt in seiner Kategorie ebenfalls zu Europas führenden Medizinpreisen. Er wird 2014 zum neunten Mal vergeben und hat zum Ziel, den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken. Deshalb ermöglicht er im Ausland tätigen hochqualifizierten deutschen Nachwuchsmedizinern, wieder zurückzukehren und ihre Forschungsprojekte hier fortzusetzen oder bereits angelaufene Forschungsarbeiten zu vertiefen.

Nur wer die Versorgung von Krebsmetastasen versteht, kann ihnen die Versorgung abschneiden
Kappt dem Krebs die Versorgungsleitungen

Dr. Dr. med. Thomas Schmidt aus Heidelberg erhält mit dem Ernst Jung-Karriere-Förderpreis für medizinische Forschung 2014 drei Jahre lang Unterstützung für wegweisende Untersuchungen

Das Projekt hat einen anspruchsvollen Titel: „Die Rolle der Angiogenese und des Metastasenmicroenvironments innerhalb von kolorektalen Metastasen“. Und anspruchsvoll sind auch die innovativen Forschungsansätze von Dr. Dr. med. Thomas Schmidt, die mit Verleihung des Ernst Jung-Karriere-Förderpreises für medizinische Forschung 2014 drei Jahre lang mit insgesamt 210.000 Euro gefördert werden. Dr. Schmidt untersucht auf Zell- und Molekularebene die Grundlagen für die Gefäßversorgung von Darmkrebs-Metastasen. Das Kuratorium zeichnet den Wissenschaftler aus, weil „das Verständnis dieser bislang wissenschaftlich noch nicht ergründeten Prozesse und Strukturen sowohl für die Diagnostik als auch für die Therapie des Darmkrebses neue Möglichkeiten erschließen kann“.

Der 33 Jahre junge Mediziner war bis 2012 an der belgischen Universität Leuven tätig und setzt seine Forschungen jetzt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistenzarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie des Uniklinikums Heidelberg fort. Der Preis ermöglicht ihm, seine Forschungen nach der Rückkehr nach Deutschland zu intensivieren.

Weitere Informationen:

Darmkrebs ist deshalb ein so gefürchteter Gegner, weil er ein unberechenbares Risiko birgt. Zwar ist der Haupttumor, von dem die Krebserkrankung ausgeht, heute relativ leicht zu besiegen und zu beseitigen. Aber die Tochtergeschwulste, die so genannten Metastasen, bekommt die Medizin noch immer nur schwer in den Griff. Die Forschungen von Dr. Schmidt aus Heidelberg könnten das ändern: Sie befassen sich mit den Grundlagen für die Gefäßversorgung von Darmkrebs-Metastasen und suchen nach Möglichkeiten, diese Versorgungswege zu unterbrechen. Dann könnten die Metastasen ausgeschaltet und chirurgisch entfernt werden.

Obwohl sein Forschungsansatz das Augenmerk auf die Zell- und Molekularebene richtet, verliert der zweifach promovierte, engagierte Mediziner nie das Ganze aus den Augen: „Heute ermöglicht uns die Wissenschaft den Blick auf molekulare Details einer Krankheit. Hieraus resultieren individualisierte Therapiemöglichkeiten bei zum Beispiel Krebspatienten. Trotz dieser Detailfülle dürfen wir uns nicht nur hierauf fokussieren, sondern es muss der gesamte Patient im Zentrum einer humanen Medizin stehen.“ Eine starke Motivation, zu der auch das Motto seiner Arbeit passt. Der Nachwuchs-Spitzenforscher liebt es eben, gerade schwierigste Herausforderungen anzunehmen: „It’s supposed to be hard. If it wasn’t hard, everyone would do it. The 'hard' is what makes it great.“

Hintergrundinformationen:

Forschung fördern, weil aus Forschung Heilung wird
Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

Es gehört zu den in den Statuten festgeschriebenen Zielen der Jung-Stiftung, Wissenschaftler und Projekte zu prämieren, die therapeutische Fortschritte vorbereiten oder – was die mit der Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold gewürdigten Leistungen angeht – bereits bewirkt haben. Denn für Ernst Jung, den Gründer der Stiftung, stand in der Humanmedizin stets das Ideal des Humanen im Mittelpunkt: Leiden zu verhindern, zu heilen oder zu lindern. Deshalb ist der Transfer von der Theorie zur Therapie ein zentrales Anliegen.

Der Reeder und Kaufmann Ernst Jung (1896 – 1976) gehört zu den Unternehmern, die Hamburgs Nachkriegs-Wirtschaftsgeschichte entscheidend mitgestaltet haben. Weltoffen und offen für Innovationen, engagierte sich Ernst Jung stets für technische Neuerungen und soziale Projekte. Engagement für Gesundheit und die Gemeinschaft prägten auch sein philanthropisches Wirken. Schon 1967 investierte er einen bedeutenden Teil seines Vermögens, um die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung ins Leben zu rufen. Seit 1975 widmet sie sich ausschließlich der Humanmedizin.

Am 8. Januar 2014 jährt sich der Todestag Ernst Jungs zum 38. Mal. Um des Stifters zu gedenken, werden alljährlich an diesem Tag die neuen Preisträger bekannt gegeben. Die feierliche Verleihung der Preise findet am 16. Mai 2014 in Hamburg statt.

Weitere Informationen zu Stiftung, den Auszeichnungen und Preisträgern finden sich online unter www.jung-stiftung.de

Pressemeldung Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
MuthKomm, Hopfensack 19, 20457 Hamburg, Tel.: 040 / 3070 70709, Fax: 040 / 3070 70701, eMail: mari.vogt@muthkomm.de
08.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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