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  • Thomas Schönemann

17. Kongress für Biologische Krebsabwehr

Kompetenzen der Patienten ernst nehmen und fördern

Sonnenhut, Echinacea. © Foto: Kunstart.net / pixelio.de
Sonnenhut, Echinacea. © Foto: Kunstart.net / pixelio.de

Der kompetente Patient als Mitverantwortlicher von Gesundheit setzt sich nach Ansicht der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V. in Heidelberg nur langsam im Gesundheitswesen durch. „Der Anspruch der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Ärzten und Patienten über die Therapie und Gesundung, wie im Nationalen Krebsplan formuliert, und die Praxis klaffen weit auseinander”, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft anlässlich des 17. Patienten-Arzt-Kongresses der GfBK am 9. und 10. Mai 2015 in Heidelberg.

Mündige Patienten sind nach Erfahrung der GfBK in der Klinikroutine oft unerwünscht. Patienten berichteten in der Beratung häufig von großem Druck, der auf sie ausgeübt würde, schnell Behandlungen zuzustimmen. Ihre Fragen, ihre Bedürfnisse nach Information würden zu wenig berücksichtigt. Laut aktueller PIAT-Studie hätten sich zwischen 42 und 58 Prozent der befragten Patientinnen direkt nach der Operation von ihrem Brustkrebszentrum mehr Informationen gewünscht: 52 Prozent über ergänzende Naturheilverfahren, 58 Prozent zu gesundheitsfördernden Mitteln, die Hälfte über körperliche Belastung im Alltag.

Was Patienten selbst zu ihrer Gesundung tun können, ist jedoch noch nicht Therapiestandard. „Es ist endlich an der Zeit, in der Krebstherapie das Bild von mündigen, selbstbestimmt handelnden Personen in der Praxis zu etablieren”, so Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK). Zur ärztlichen Aufgabe gehöre nicht nur die „Bekämpfung des Krebses”, sondern die Förderung der Selbstwirksamkeit.

Patientenkompetenz heißt aus Sicht der GfBK, dass an Krebs Erkrankte sich als Handelnde sehen und nicht als Opfer, eigene Ressourcen und Selbstheilungskräfte nutzen, selbstbestimmt über Therapien (mit)entscheiden und eigene Therapieziele verfolgen.

„Viele Patienten wollen Verantwortung für sich übernehmen”, so Dr. med. György Irmey. Sie setzen sich eigene Therapieziele wie Stärkung der Abwehr, Lebensqualität verbessern, Schutz vor Folgeschäden usw. Sie beschaffen sich eigenständig Informationen, bewerten Therapien und suchen nach Alternativen. Schließlich erwarten sie von den behandelnden Ärzten eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Die GfBK nennt in ihrer Stellungnahme einige Punkte, die zum anerkannten und praktizierte Qualitätsstandard in der Krebsbehandlung werden sollten. Kliniken, niedergelassene Onkologen sowie Krebsberatungsstellen müssten ausreichend Raum und Zeit für persönliche Gespräche zwischen Ärzten und Patienten bieten. Dabei ist das verfassungsrechtlich garantierte Recht auf Selbstbestimmung der Patienten zu respektieren. Das beinhaltet, dass Patienten sich aktiv an den Entscheidungen über die Therapie beteiligen. Zum Standard einer integrierten Krebstherapie zähle auch, dass wichtige Fragen und Bedürfnisse von Patienten geklärt werden: Welche, auch komplementären Behandlungsalternativen gibt es? Was kann sich ergänzen? Wie können Patienten ihre Selbstheilungskräfte aktivieren? Welche Kräfte, welche Ressourcen können sie nutzen?

Patientenkompetenz bei 17. Patienten-Arzt-Kongress

Auf dem 17. Patienten-Arzt-Kongress der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr am 9. und 10. Mai 2015 in Heidelberg ist Patientenkompetenz ein Schwerpunkt. Der Kongress zählt europaweit zu den größten Veranstaltungen der ganzheitlichen Krebstherapie, dort begegnen sich Patienten, Ärzte, Heilpraktiker und Psychologen auf Augenhöhe.

Bei dem Kongress wird in Vorträgen und Seminaren – auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse – über bewährte und neue Methoden einer integrativen Krebsmedizin informiert. In den mehr als 30 praxisorientierten Kursen können an Krebs Erkrankte vielfältige Möglichkeiten zur seelischen Unterstützung kennenlernen und er-proben. Sprechstunden, individuelle Rechts- und Ernährungsberatung sowie Heil- und Entspannungsangebote runden das Programm ab.

Themen der Patientenseminare sind u. a. die Immunstimulation bei Krebs, wie Ernährung, Stoffwechselregulatoren und Nahrungsergänzung die Krebstherapie unterstützenThem. Speziell an Männer richtet sich ein Seminar zu ganzheitlichen Ansätzen bei Prostatakrebs in Diagnostik und Therapie. Das Seminar für Brustkrebspatientinnen geht ausführlich auf verschiedene medizinische und biologische Heilansätze bei Brusttumoren ein.

Informationen und Anmeldung
Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V., Voßstraße 3, 69115 Heidelberg,
Tel. 06221 - 138020, Fax 06221-1380220, anmeldung@biokrebs.de
Das Programm im Internet: www.biokrebs.de/kongress

Teilnahmegebühren
Die Vorträge, Kurse und Seminare können einzeln gebucht werden
Vorträge (je Vormittag): € 40,–, GfBK-Mitglieder € 30,–
Kurse (je Kurs)
• 4-stündig: € 70,–, GfBK-Mitglieder € 60,–
• 2-stündig: € 35,–, GfBK-Mitglieder, € 30,–
Seminare (je Seminar): € 40,–, GfBK-Mitglieder € 30,–

Stellungnahme der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. zur Patientenkompetenz (PDF)

Kongressprogramm (PDF)

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der seit 33 Jahren Krebspatienten, Angehörige und Therapeuten unterstützt. Mit etwa 20.000 Mitgliedern, Förderern und Spendern ist sie die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum. Die GfBK setzt sich ein für eine individuelle, menschliche Krebstherapie, in der naturheilkundliche Methoden besonders berücksichtigt werden. Die Gesellschaft berät kostenfrei und unabhängig über bewährte biologische Therapieverfahren. Die Arbeit wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und private Spenden finanziert. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat der GfBK das Spendensiegel zuerkannt.

Pressemitteilung GfBK
Rainer Lange, Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. (GfBK), Tel.: 06221 / 4332108, eMail: presse@biokrebs.de
27.04.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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