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  • Thomas Schönemann

Biologische Krebsabwehr

Krebs: Kompetenzen der Patienten ernst nehmen und fördern

Mündige Patienten sind oft unerwünscht. © Foto: AOK-Mediendienst
Mündige Patienten sind oft unerwünscht. © Foto: AOK-Mediendienst

Die meisten Krebskranken möchten von Anfang an selbst zu ihrer Gesundung beitragen - und viele suchen nach weiteren Heilungsmöglichkeiten neben der Schulmedizin. Sie informieren sich im Internet, konsultieren naturheilkundlich erfahrene Ärzte und Heilpraktiker.

Häufig laufen die klassische onkologische Leitlinientherapie und komplementäre Therapien jedoch nebeneinander her, so die Erfahrung der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V. aus knapp 20.000 Beratungen im Jahr. Patienten erleben immer wieder, dass Onkologen komplementären Methoden ablehnend oder skeptisch gegenüberstehen – oder sie schlicht nicht kennen. „Wir brauchen eine integrative Krebsmedizin, die den Bedürfnisse mündiger und kompetenter Patienten gerecht wird”, so Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK).

Patienten setzen sich eigene Therapieziele wie Stärkung der Abwehr, Lebensqualität verbessern. Sie ändern Belastungen, achten stärker auf sich, verändern ihren Lebensstil, um einen stimmigen Weg zu finden, mit der Erkrankung umzugehen. „Zur ärztlichen Aufgabe gehört deshalb nicht nur die Bekämpfung des Krebses, sondern die Förderung der Selbstwirksamkeit”, so Irmey weiter.

Der kompetente Patient als Mitverantwortlicher von Gesundheit setze sich jedoch nur langsam im Gesundheitswesen durch. „Der Anspruch der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Ärzten und Patienten über die Therapie und Gesundung, wie im Nationalen Krebsplan formuliert, und die Praxis klaffen weit auseinander”.

Mündige Patienten sind nach Erfahrung der GfBK in der Klinikroutine oft unerwünscht. Patienten berichteten in der Beratung häufig von großem Druck, der auf sie ausgeübt würde, schnell Behandlungen zuzustimmen. Ihre Fragen, ihre Bedürfnisse nach Information würden zu wenig berücksichtigt. Laut aktueller PIAT-Studie hätten sich zwischen 42 und 58 Prozent der befragten Patientinnen direkt nach der Operation von ihrem Brustkrebszentrum mehr Informationen gewünscht: 52 Prozent über ergänzende Naturheilverfahren, 58 Prozent zu gesundheitsfördernden Mitteln, die Hälfte über körperliche Belastung im Alltag.

Eigenaktiv die Heilungsprozesse unterstützen

„Zentral ist die Frage: Muss ich – als passives Opfer – alles ertragen – oder verfüge ich über eigene Kräfte und kann diese sinnvoll mobilisieren?” fragt Angela Keller von der Hamburger Beratungsstelle der GfBK, die selbst an Krebs erkrankt war. „Ich habe Verantwortung für mich übernommen und das hat sich gelohnt“, so Angela Keller weiter.

Nach der Verunsicherung durch die Erkrankung wieder Vertrauen in den eigenen Körper und die eigenen Selbstheilungskräfte zu gewinnen, sei herausfordernd. Wichtig ist, dass an Krebs Erkrankte sich wieder als Handelnde sehen. Dies ist auch das Ziel des Projektes „ÜberLebensKunst“, bei dem die GfBK-Beratungsstelle in Hamburg mit der Hamburger VHS kooperiert. Das Projekt zeigt mögliche Wege zur kreativen Lebensbewältigung nach einer Krebserfahrung auf, will die Eigenverantwortung der Patienten fördern und zu neuer Lebensfreude und Lebensqualität anregen.

Patienteninformationstag

Seit zehn Jahren hat die Beratungsstelle der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr in der Volkshochschule Hamburg ihr Domizil gefunden. Anlässlich des Jubiläums lädt die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr GfBK zum Patienteninformationstag „Selbstheilung – das Potenzial in uns” ein. Jutta Trautmann von der Hamburger Beratungsstelle der GfBK stellt das Projekt „ÜberLebensKunst” vor. Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der GfBK, referiert zum Thema „Selbstheilung –das Potenzial in uns”. Den Abschluss bildet das Improvisationstheater "hidden shakespeare".

Patienteninformationstag, „Selbstheilung – das Potenzial in uns”
23.09.2016, 17:00 Uhr - 21:00 Uhr
VHS -Zentrum West (Othmarschen) – Waitzstraße 31, 22607 Hamburg
Information und Anmeldung: GfBK-Beratungsstelle Hamburg, Tel. 040 6404627,
E-Mail: gfbk-hamburg@biokrebs.de
Eintritt frei, um Spende wird gebeten

Kontakt Beratungsstelle Hamburg der GfBK
GfBK-Beratungsstelle Hamburg,
Jutta Trautmann, Angela Keller
Tel. 040 6404627 Mobil: 0163 3112154 (Angela Keller)
E-Mail: gfbk-hamburg@biokrebs.de

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Ver-ein, der seit 34 Jahren Krebspatienten, Angehörige und Therapeuten unterstützt. Mit über 12.000 Mitgliedern und Förderern ist sie die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum.
Die GfBK setzt sich ein für eine individuelle, menschliche Krebstherapie, in der naturheilkundliche Methoden besonders berücksichtigt werden. Die Gesellschaft berät kostenfrei und unabhängig über bewährte biologische Therapieverfahren. Die Arbeit wird ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und private Spenden finanziert. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat der GfBK das Spendensiegel zuerkannt.

Presseinformation GfBK e.V.
Rainer Lange, Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V., Tel.: 06221 / 4332108, eMail: presse@biokrebs.de
16.09.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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