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Telemedizin

Medizinische Gesellschaft Mainz lädt zum Themenabend "Telemedizin"

Telefonieren. © Foto: siepmannH / pixelio.de
Telefonieren. © Foto: siepmannH / pixelio.de

Mit einem Abend zum Thema „Telemedizin“ startet die Medizinische Gesellschaft Mainz am Mittwoch, 08. Januar 2014, ab 19.15 Uhr ins neue Jahr. Referenten des Abends sind Prof. Dr. med. Peter Mildenberger, Oberarzt und IT-Beauftragter in der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Mainz und Dr. Ursula Stüwe, Fachärztin für Chirurgie und Unfallchirurgie sowie ehemalige Schiffsärztin bei wissenschaftlichen Forschungsreisen.

In die Thematik einführen und den Abend moderieren wird Univ.-Prof. Dr.- Ing. André Brinkmann, Leiter des Zentrums für Datenverarbeitung der Johannes Gutenberg Universität Mainz und Professor im Institut für Informatik. Veranstaltungsort ist der Hörsaal Chirurgie (Gebäude 505H) der Universitätsmedizin Mainz (Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die Möglichkeiten, über alle Grenzen hinweg Daten auszutauschen und zu kommunizieren, finden seit langem in der medizinischen Betreuung der Besatzungen von Raumfahrten und wissenschaftlichen Expeditionen Anwendung. Inzwischen wird die Diagnostik und Therapie aus der Ferne, die sogenannte Telemedizin, und ihre Bedeutung auch für die allgemeine medizinische Versorgung der Bevölkerung intensiv diskutiert. Grund dafür sind sowohl der demographische Wandel und ein befürchteter Ärztemangel, als auch finanzielle Interessen, nicht zuletzt von Telekommunikationskonzernen. Dabei sind eine Vielzahl von technischen, organisatorischen, wirtschaftlichen und juristischen Problemen zu bedenken und zu bewältigen.

Der Vortragsabend „Telemedizin“ der Medizinischen Gesellschaft Mainz gibt einen Überblick über die technischen Voraussetzung, die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten und den möglichen Nutzen anhand von Erfahrungen in Deutschland und im Ausland.

Ein Aspekt im Gesundheitswesen ist die Telematik, wovon ein Teilbereich die Telemedizin ist. Es handelt sich dabei um Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere Diagnostik und Therapie, die mittels Informationstechnologien und Kommunikationstechnologien erbracht werden, um räumliche oder auch zeitliche Distanzen zwischen Arzt, Therapeut, Apotheker und Patienten oder zwischen zwei sich konsultierenden Ärzten zu überbrücken. Ziel ist eine schnellere, bessere und umfassendere Kommunikation von Patientendaten. Der Aspekt der Sicherstellung der medizinischen Versorgung steht dabei besonders im Fokus. Zu den verwendeten E-Health-Medien zählen beispielsweise elektronische Gesundheitskarten, elektronische Patientenakten, elektronische Fallakten, elektronischer Arztbriefe, eRezepte oder auch Instrumente des Telemonitorings wie Sturzsensoren, Herzfrequenz-, Atemstillstandsmesser, Waagen mit Web-Anschluss oder Blutdruckmanschetten, die die Werte per Bluetooth ans Mobiltelefon und schließlich über das Internet dem Arzt auf den Bildschirm schicken.

Diagnose per Draht, Sensor und Telefon: Der Einsatz der Telemedizin birgt großes Potential für eine Qualitätsverbesserung und -sicherung in der medizinischen Versorgung in fast allen medizinischen Disziplinen. Insbesondere unter dem Eindruck der demographischen Entwicklung in ländlichen Bereichen befassen sich verschiedene Gruppen, inklusive die politischen Entscheidungsträger, mit den Möglichkeiten der Telemedizin. Dass die Europäische Kommission Anfang Dezember 2013 erstmalig grünes Licht für die staatliche Unterstützung einer Plattform für telemedizinische Dienste gegeben hat, belegt, dass der Telemedizin in Flächenländern eine besondere Bedeutung und Rolle zugedacht wird.

In seinem Vortrag „Telemedizin – Wunschdenken oder Realität?“ gewährt Prof. Dr. med. Peter Mildenberger aktuelle Einblicke über Möglichkeiten und Status der Telemedizin in Deutschland. Er zeigt auf, welche Möglichkeiten sich beispielsweise durch Telemonitoring von EKG, Blutdruck oder Blutzuckerwerten im Vergleich zu einer ortsgebundenen ambulanten oder stationären medizinischen Versorgung ergeben. Nicht selten resultiert bei Beteiligten daraus die Erwartung, mit Telemedizin einen Arztmangel zumindest partiell ausgleichen zu können. Eine weitere „Nebenwirkung“: Sowohl kleine als auch größere Unternehmen - bis hin zu großen Telekommunikationsanbietern - treten als Anbieter kommerzieller telemedizinischer Dienste auf. Die Bewertung des medizinischen Nutzens derartiger Angebote ist derzeit jedoch noch nicht abgeschlossen, sondern vielmehr Gegenstand verschiedener Studien und einer intensiven Diskussion. Eine interessante Perspektive ergibt sich bei dem Vergleich Deutschlands mit anderen Ländern.

Der zweite Beitrag an diesem Themenabend stellt eine sehr konkrete Anwendungsmöglichkeit der Telemedizin vor. Dr. Ursula Stüwe, Fachärztin für Chirurgie und Unfallchirurgie und vor ihrem Ruhestand Oberärztin an der Horst-Schmidt-Klinik in Wiesbaden, operierte als Schiffsärztin mit telemedizinischer Narkoseüberwachung eine akute Blinddarmentzündung auf dem deutschen Forschungsschiff "Polarstern". Das Schiff war zu diesem Zeitpunkt an der antarktischen Halbinsel. Darüber hinaus berichtet Dr. Stüwe auch über die ärztlichen Tätigkeiten auf einem Forschungsschiff und über die Forschungsarbeiten während der fast drei Monate dauernden Fahrt.

Weitere Termine der Medizinischen Gesellschaft Mainz:

Sommersemester 2014
02.07.2014 Erbliche Tumoren – Diagnostik und Therapie

Presseinformation der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger, Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Mainz e.V., Tel.: 06131 / 17-4168, Fax: 06131 / 17-5516, eMail: junginger@uni-mainz.de
02.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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