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  • Thomas Schönemann

Dr. Matthias Kappler / Dr. Kevin Dauter

Auszeichnung für MKG-Chirurgen aus Halle

Typische immunhistochemische Färbung gegen EGFR im Zytoplasma beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle (Färbung Dr. M. Schwabe, Charité Berlin). © Foto: Universitätsklinikum Halle (Saale)
Typische immunhistochemische Färbung gegen EGFR im Zytoplasma beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle (Färbung Dr. M. Schwabe, Charité Berlin). © Foto: Universitätsklinikum Halle (Saale)

Der Preis für den besten wissenschaftlichen Vortrag auf der 44. Jahrestagung des Deutsch-Österreichisch-Schweizerischen Arbeitskreises für Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich [DÖSAK] ging an Dr. Matthias Kappler und Dr. Kevin Dauter (Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, komm. Direktor: Prof. Dr. Dr. A.W. Eckert).

Die präsentierten Ergebnisse sind Teil des Forschungsprojektes "Krebsforschung inkl. Molekulare Medizin der Signaltransduktion" an der Universitätsklinik und für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie. Hintergrund der Forschungsaktivitäten ist die Stagnation des 5-Jahresüberlebens beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle bei etwa 40 bis 50 Prozent innerhalb der vergangenen 40 Jahre.

Möglicherweise gelingt durch die Kenntnis der zytoplasmatischen EGFR-Lokalisation ein wichtiger Schritt in Richtung einer Therapiestratifizierung beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle. So könnte die Therapie hochgradig EGFR-exprimierender Karzinome – ergänzend zu Operation und Bestrahlung – mit einem monoklonalen Antikörper [Cetuximab, Erbitux®], der gegen diesen Rezeptor gerichtet ist, im Sinne einer „Krebsimmuntherapie“ wirkungsvoll unterstützt werden. Dabei ist für das Überleben der Patienten eine erhöhte zytplasmatische Expression (Nachweis) des EGFR negativ. Patienten, in deren Tumorgewebe verstärkt EGFR im Zytoplasma nachgewiesen wurde, hatten im direkten Vergleich zu Patienten ohne oder nur mit einem geringen zytoplasmatischen Nachweis von EGFR im Tumorgewebe ein 3-fach erhöhtes Risiko, an ihrem Tumor zu versterben.

Die früher oft vorrangig betrachtete, membranständige Lokalisation des EGFR zeigte keinen signifikanten Zusammenhang zwischen einer hohen (membranständigen) EGFR-Expression und einem verminderten Gesamtüberleben der Patienten (Daten nicht dargestellt). Die zytoplasmatische erhöhte EGFR-Gehalt könnte gerade bei fortgeschrittenen Karzinomen der Mundhöhle als zusätzlicher unabhängiger Parameter zu Prognosekalkulation herangezogen werden. Das TNM-System und die histologische Differenzierung (Grading) werden dadurch sehr sinnvoll ergänzt, zumal die personellen und apparativen (Mehr-)Kosten für eine zusätzlich durchgeführte Immunhistochemie mit etwa 35 Euro pro Patient sehr gering wären. Die Autoren konnten zeigen, dass EGFR im Zytoplasma die Proliferation im Tumorgewebe unterstützt. Zudem vermittelt sie die für den Kliniker bedeutsame Strahlenresistenz und agiert als Transkriptionsfaktor im Sinne einer weiteren „Schaltstelle“ zur weiteren Tumorprogression.

Pressemitteilung Universitätsklinikum Halle (Saale)
Jens Müller, Leiter Stabsstelle Presse- und Unternehmenskommunikation/Pressesprecher, Tel.: 0345 / 557 - 1032, Fax: 0345 7 557 - 5749, eMail: jens.mueller©uk-halle.de
20.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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