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  • Thomas Schönemann

Prostatakrebsforschung

Deutsche Krebshilfe Preis 2015 verliehen

Professor Dr. Fritz H. Schröder. © Foto: DKH
Professor Dr. Fritz H. Schröder. © Foto: DKH

Für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Prostatakrebsforschung wurde Professor Dr. Fritz H. Schröder am 19. April 2016 mit dem Deutsche Krebshilfe Preis 2015 ausgezeichnet. Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, verlieh den Preis im Rahmen eines Festaktes in Bonn. Der Deutsche Krebshilfe Preis, eine der bedeutendsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Onkologie, ist mit 15.000 Euro dotiert.

In Anwesenheit zahlreicher Festgäste nahm Professor Schröder den Preis im historischen Alten Rathaus in Bonn entgegen. Die Deutsche Krebshilfe ehrte den Mediziner und Wissenschaftler für sein langjähriges Engagement und seine bedeutenden wissenschaftlichen Arbeiten vor allem auf dem Gebiet der frühen Erkennung des Prostatakarzinoms und zum Stellenwert des PSA-Screenings.

Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, umso erfolgreicher lässt sie sich in der Regel behandeln. Und doch werden Früherkennungsuntersuchungen auch kritisch betrachtet, denn sie können auch Risiken bergen. Die Vor- und Nachteile der Untersuchungsmethoden möglichst genau zu kennen, ist daher ganz entscheidend für ihren sinnvollen und optimalen Einsatz. Die European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (www.erspc.org) hat dies beim Prostatakarzinom genau unter die Lupe genommen. Professor Schröder war Mit-Initiator dieser internationalen Studie, die Nutzen und Risiken des PSA-Screenings zur Früherkennung von Prostatakrebs untersuchte.

Mit mehr als 160.000 Teilnehmern war die Studie weltweit die größte ihrer Art und lief über 13 Jahre. Unter der Leitung von Professor Schröder lieferte sie wertvolle Erkenntnisse: Auf der einen Seite kann der PSA-Test Leben retten. Auf der anderen Seite kann er aber auch zu belastenden Überdiagnosen bis hin zu unnötigen Therapien führen. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, über Nutzen und Risiken des PSA-Tests umfassend aufzuklären.

„Mit unermüdlichem Einsatz und Ausdauer wurde diese Studie unter der Leitung von Professor Schröder durchgeführt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse haben eine hohe Relevanz für die Prostatakrebs-Früherkennung“, so Fritz Pleitgen bei der Preisverleihung. „Die Auszeichnung mit dem Deutsche Krebshilfe Preis ist mehr als würdig.“

Mit der Verleihung des Deutsche Krebshilfe Preis kommt die Deutsche Krebshilfe dem letzten Wunsch von Dr. Wilhelm Hoffmann nach: Er hinterließ der gemeinnützigen Organisation im Jahr 1996 eine namhafte Erbschaft verbunden mit der Auflage, den Erlös zinsbringend anzulegen und aus den Erträgen einen jährlichen Preis für herausragende Arbeiten in der Onkologie zu vergeben. Somit jährte sich die Preisverleihung bereits zum 20. Mal.

Hintergrundinformation: Prostatakrebs

Mit 66.900 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung in Deutschland (Robert Koch Institut 2015). Damit betrifft rund jede siebte Krebsdiagnose in Deutschland die Prostata.

Ein Großteil der betroffenen Männer hat einen lokal begrenzten Tumor. In diesem Fall kommen vier Behandlungswege infrage: das operative Entfernen der Prostata, die Bestrahlung von außen, die Behandlung des Tumors mittels dauerhaft in der Prostata platzierter Strahlenquellen – die sogenannte Brachytherapie – oder die aktive Überwachung mit regelmäßigen Kontrollen und der Einleitung weiterer Therapieschritte bei Fortschreiten der Krankheit.

Bisher gibt es weltweit keine ausreichenden Daten, um die am besten geeignete Behandlungsart bei Frühformen von Prostatakrebs zu belegen. Die sogenannte PREFERE-Studie (www.prefere.de) – gefördert von der Deutschen Krebshilfe und den gesetzlichen und privaten Krankenkassen – soll diese Wissenslücke schließen.

Dr. med. Svenja Ludwig, Pressestelle, Deutsche Krebshilfe
Dr. med. Svenja Ludwig, Tel.: 0228 / 72990-270, Fax: 0228 / 72990-271, eMail: ludwig@krebshilfe.de
19.04.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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