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  • Thomas Schönemann

Prof. Klaus-Dieter Schaser

Fachübergreifende Ausrichtung der muskuloskeletalen Chirurgie

Prof. Klaus-Dieter Schaser, neuer Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. © Foto: privat
Prof. Klaus-Dieter Schaser, neuer Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. © Foto: privat

Der neu berufene Professor, der am heutigen Mittwoch die ersten Patienten am Dresdner Uniklinikum operierte, bringt neben seiner großen Erfahrung in der Versorgung Schwerstverletzter mit komplexen Verletzungsmustern der Extremitäten, des Beckens und der Wirbelsäule eine umfassende Expertise in der muskuloskeletalen Tumorchirurgie mit. Schwerpunkt ist die operative Entfernung von Tumoren, die in Muskeln und Knochen auftreten.

Das UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden erhält mit Prof. Klaus-Dieter Schaser als Ärztlichen Direktor einen profilierten Vertreter der interdisziplinär ausgerichteten muskuloskeletalen Chirurgie. Der von Berlin nach Dresden wechselnde Arzt und Wissenschaftler löst den in Ruhestand gehenden Prof. Hans Zwipp ab, der seit 1993 die Professur für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Medizinischen Fakultät innehatte und zuletzt gemeinsam mit Prof. Klaus-Peter Günther das OUC leitete. Dieses 2013 etablierte Zentrum vereint die vorher eigenständigen Fächer Orthopädie sowie Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.

Der neu berufene Professor, der am heutigen Mittwoch die ersten Patienten am Dresdner Uniklinikum operierte, bringt neben seiner großen Erfahrung in der Versorgung Schwerstverletzter mit komplexen Verletzungsmustern der Extremitäten, des Beckens und der Wirbelsäule eine umfassende Expertise in der muskuloskeletalen Tumorchirurgie mit. Schwerpunkt ist die operative Entfernung von Tumoren, die in Muskeln und Knochen auftreten. Hinzu kommt eine Spezialisierung in der Wirbelsäulenchirurgie. Davon profitieren vor allem Patienten mit Frakturen oder krankheitsbedingten Veränderungen der Wirbelsäule – darunter auch solche, die von Metastasen verursacht werden – sowie Patienten mit primär an der Wirbelsäule auftretenden Tumoren.

„Mit Professor Schaser konnten wir einen ausgewiesenen, auch international renommierten Unfallchirurgen und Wissenschaftler für die Dresdner Hochschulmedizin gewinnen, der aus vielerlei Gründen sehr gut zu Uniklinikum und Fakultät passt. Interdisziplinäres Arbeiten gehört ebenso dazu wie seine Expertise in der Tumorchirurgie und die hohe Kompetenz als Forscher. Professor Schaser ist damit ein Garant für die weitere dynamische Entwicklung von Klinikum und Fakultät, von der die Patienten und die ganze Region profitieren werden“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.

Mit dem Kommen von Prof. Schaser wechselt sein Vorgänger Prof. Hans Zwipp in den Ruhestand. Der 66-Jährige leistete in Dresden über 22 Jahre Aufbauarbeit. Denn bis zu seiner Berufung 1993 gab es am Klinikum keine Spezialisierung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie in Form einer eigenständigen Klinik. Nach einer mehrjährigen Startphase, in der es um eine differenziertere chirurgische und dementsprechend neu strukturierte Krankenversorgung ging, baute Prof. Zwipp auf seinem Fachgebiet die Forschung und Lehre gezielt aus. So etablierte er in Dresden den deutschlandweit zweiten Standort der Unfallforschung, baute DFG-finanzierte Sonderforschungsbereiche ebenso auf wie ein Biomechaniklabor. Auch auf dem Gebiet der regenerativen Medizin engagierte sich der Chirurg. Heute gibt es deshalb Forschergruppen im Zentrum für Regenerative Medizin Dresden (CRTD) sowie in dem mit der Universität Leipzig initiierten Transregio-Sonderforschungsbereich 67. Zudem gründeten die damaligen Kliniken für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Klinik für Mund-, Gesichts- und Kieferchirurgie gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät das „Zentrum für translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung“.

Die eindrucksvolle Bilanz von zweiundzwanzig Jahren in Dresden markierte 2013 jedoch keinen Abschluss, sondern den Aufbruch in eine neue Ära der Versorgung von Patienten mit Erkrankungen, Fehlbildungen oder Verletzungen des Bewegungsapparats. Nach einer mehrjährigen Vorbereitungsphase gelang vor zwei Jahren gemeinsam mit Prof. Klaus-Peter Günther als geschäftsführendem Direktor der institutionelle Schulterschluss zwischen Orthopädie sowie Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Beide Professoren, die bis dahin jeweils die Direktoren der beiden Fachkliniken waren, bauten am Dresdner Uniklinikum gemeinsam das UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) auf. Für viele Uniklinika im In- und Ausland sind diese Strukturen nun Vorbild für den Zusammenschluss der beiden Fächer, der in der Facharztausbildung bereits seit 10 Jahren vollzogen worden war. Prof. Zwipp sieht das als Bestätigung der Aufbauarbeit: „Wenn ich einen Strich unter 22 Jahre am Uniklinikum ziehe, bin ich sehr zufrieden und denke, dass ich meinem Nachfolger das Feld gut bestellt habe!“

Prof. Klaus-Dieter Schaser bringt die besten Voraussetzungen mit, diese interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Prof. Günther nahtlos fortzuführen. Der Chirurg hat bereits die 2002 in der Berliner Charité institutionell vollzogene Fusion der Fächer von Orthopädie sowie Unfall- und Wiederherstellungschirurgie zum „Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie“ (CMSC) begleitet und diese neuen Strukturen von Anfang an als Oberarzt und seit 2009 als stellvertretender Direktor mit Leben erfüllt. „Ich treffe hier in Dresden auf ein sehr gut organisiertes Zentrum. Das Sektionsmodell ist eine ideale Basis dafür, meine Erfahrung aus dem Berliner Zentrum einzubringen“, sagt Prof. Schaser. An seinem neuen Arbeitsort schätzt er besonders, dass die beiden früher getrennten Fächer auf Augenhöhe zusammenarbeiten und nicht eines der beiden als Anhängsel des anderen Fachs betrachtet wird. Seine in Berlin erworbene Expertise in der Versorgung von Unfallopfern und hier insbesondere von Verletzungen der Wirbelsäule werden künftig Dresdner Patienten zugutekommen. „Dies wird in engem Schulterschluss mit Prof. Günther erfolgen“, betont der Chirurg, der sich auch auf die operative Behandlung von und verletzungsbedingten, degenerativen und tumorösen Veränderungen der Wirbelsäule spezialisiert hat. Auch die hohe Expertise des Dresdner Uniklinikums bei der Versorgung von Tumorpatienten ist für Prof. Schaser attraktiv. Auch ins Universitäts KrebsCentrum kann er seinen großen Erfahrungsschatz einbringen, den er bei Operationen von Knochen- und Weichteiltumoren in der Berliner Charité gesammelt hat.

Als neuer Professor für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie will Prof. Schaser auch die weltweit anerkannte, hohe Expertise seines Vorgängers Prof. Hans Zwipp und dessen Spezialgebiet Fußchirurgie am OUC bewahren. Dabei kann er auf ein hoch motiviertes und innovativ arbeitendes Team am Dresdner Uniklinikum setzen, das unter anderem eine dreidimensionale OP-Planung, eine neue OP-Technik zur Versorgung von gerissenen Achillessehnen oder einen speziellen Nagel für Brüche des Fersenbeins entwickelte. „Die Forschungsinfrastruktur in Dresden ist sehr gut vernetzt, so dass es hier einen vielversprechenden Gestaltungsrahmen für mich gibt“, betont Prof. Schaser. – Der in Thüringen Geborene verbindet diese Einschätzung mit dem Ziel, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Dresden dauerhaft an der Spitze der deutschen Hochschulmedizin verbleibt.

Mit großen Erwartungen geht Prof. Schaser neue Projekte in der Krankenversorgung an. Ein wichtiges Anliegen ist ihm neben dem Ausbau des Traumanetzwerkes Ostsachsen auch der Aufbau eines interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums, zu dem neben dem OUC natürlicherweise die Neurochirurgie, die Anästhesie mit dem Schwerpunkt der Schmerztherapie sowie die Radiologie gehören müssen, um ein hochwertiges Behandlungsangebot vorhalten zu können. Zudem soll am Dresdner Uniklinikum die Expertise in der interdisziplinären Plastischen Chirurgie ausgebaut und ein darauf spezialisierter Operateur im Rang eines Professors für das OUC gewonnen werden. Ein weiteres Vorhaben ist der Aufbau eines Alterstraumazentrums, um betagte Menschen mit Verletzungen optimal behandeln zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei Patienten, die osteoporosebedingte Knochenbrüche erlitten haben. Wichtiger Partner eines solchen Zentrums ist die innere Medizin, die sich mit der Problematik des Knochenschwunds beschäftigt.

Kontakt:
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie
Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Schaser
Tel.: 0351 / 4 58 37 77
eMail: klaus-dieter.schaser@uniklinikum-dresden.de

Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/ouc

Holger Ostermeyer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Holger Ostermeyer, Tel.: 0351 / 458-4162, Fax: 0351 / 458-884162, eMail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de
03.06.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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