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  • Thomas Schönemann

Dr. Manja Kubeil

Forschende Migranten

Dr. Manja Kubeil vom HZDR wird dank eines Marie Curie-Stipendiums zwei Jahre an der Monash University in Australien verbringen. © Foto: HZDR
Dr. Manja Kubeil vom HZDR wird dank eines Marie Curie-Stipendiums zwei Jahre an der Monash University in Australien verbringen. © Foto: HZDR

Dresdner Forscher wollen die EU-Förderung nutzen, um von den Besten zu lernen. Im Fall von Manja Kubeil ist das zum Beispiel die Monash University im australischen Melbourne. Die Wissenschaftlerin will aus Licht und Kohlenmonoxid ein starkes Team im Kampf gegen Tumore bilden. Dafür arbeitet sie an Nanopartikeln, an die sie spezielle Moleküle bindet, die eine bestimmte Dosis des giftigen Gases freisetzen können.

Gleich drei Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) konnten sich in der letzten Bewerbungsrunde eines der begehrten Marie Curie-Stipendien sichern. Von den mehr als 1.200 eingereichten Anträgen wählte die Europäische Kommission nur 152 für die Förderung aus. Die HZDR-Wissenschaftler Dr. Manja Kubeil, Dr. Gregory Lecrivan und Dr. Franziska Lederer werden so zu Botschaftern des europäischen Forschungsraums. Denn nach ihrem ein- oder zweijährigen Aufenthalt an einer ausländischen Universität kehren sie mit neuem Wissen nach Dresden zurück. So profitieren alle Seiten von dem Austausch.

Kanada, Japan, Australien – es zieht die Marie Curie-Stipendiaten des HZDR an unterschiedliche Ecken der Welt. Alle drei folgen dem Ruf der wissenschaftlichen Erkenntnis. Denn die Dresdner Forscher wollen die EU-Förderung nutzen, um von den Besten zu lernen. Im Fall von Manja Kubeil ist das zum Beispiel die Monash University im australischen Melbourne. Die Wissenschaftlerin will aus Licht und Kohlenmonoxid ein starkes Team im Kampf gegen Tumore bilden. Dafür arbeitet sie an Nanopartikeln, an die sie spezielle Moleküle bindet, die eine bestimmte Dosis des giftigen Gases freisetzen können.

Sobald sich die Nanopartikel über zielsuchende Moleküle in den erkrankten Zellen angereichert haben, will Kubeil die ultrakleinen Teilchen mit nahem Infrarotlicht bestrahlen. Denn wenn es auf die Partikel trifft, wird Licht im sichtbaren Bereich ausgesandt. Dies setzt wiederum das für den Tumor toxische Kohlenmonoxid, das bis dahin chemisch gebunden war, frei. Zuvor muss sie die Frage klären, was genau mit dem Gas in der Zelle passiert und welche biochemischen Prozesse im Tumor ausgelöst werden. Ende März bricht die gebürtige Berlinerin nach Australien auf, um zwei Jahre lang die Mechanismen auf der molekularen Ebene zu untersuchen.

Internationale Kooperation

Die Rückkehr an die ursprüngliche Forschungseinrichtung nach einem oder zwei Jahren ist im Marie Curie-Programm vorgeschrieben. Auf diese Weise soll der wissenschaftliche Austausch neuer Ideen und die internationale Kooperation gestärkt werden. Aber auch die einzelnen Forscher profitieren von der Migration. Ein Aufenthalt an einer anderen Forschungseinrichtung kann zum Beispiel dabei helfen, neue Methoden zu erlernen.

Weitere Informationen:
Dr. Manja Kubeil | Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung am HZDR
m.kubeil@hzdr.de

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie.

• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?

Das HZDR ist seit 2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter – davon etwa 500 Wissenschaftler inklusive 150 Doktoranden.

Simon Schmitt, Kommunikation und Medien, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Simon Schmitt, Wissenschaftsredakteur, Tel.: 0351 / 260 2452, eMail: s.schmitt@hzdr.de
18.03.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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