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  • Thomas Schönemann

Universität des Saarlandes

80. Geburtstag von Universitätsprofessor Gernot Feifel

Prof. Dr. Gernot Feifel. © Foto: Saar-Uni
Prof. Dr. Gernot Feifel. © Foto: Saar-Uni

Am 4. September kann der Professor für Allgemeine Chirurgie, Abdominal- und Gefäßchirurgie an der Universität des Saarlandes Dr. Gernot Feifel seinen 80. Geburtstag begehen. Seine umfangreiche Forschungsarbeiten galten der Isolierung und Transplantation von Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, der Cryotherapie von Lebermetastasen und der Extremitätenperfusion beim malignem Melanom.

In Rottweil am Neckar geboren, schloss Gernot Feifel sein in München begonnenes Studium der Medizin in Freiburg mit der Ärztlichen Prüfung und der Promotion ab. 1963 führte ihn seine Laufbahn als wissenschaftlicher Assistent an die von Prof. Dr. Rudolf Zenker geleitete Chirurgische Universitätsklinik München. 1969 erfolgten die Anerkennung als Facharzt für Chirurgie, im Dezember 1971 die Habilitation an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität und die Ernennung zum Privatdozenten. 1978 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt und 1980 zum C3-Professor.

Seit 1973 war der Jubilar unter der Ägide von Prof. Dr. Georg Heberer auf verschiedenen Stationen der Allgemein-Abdominal-Unfall- und Thoraxchirurgie des Klinikums Großhadern tätig, zuletzt als leitender Oberarzt. Schon früh widmete er sich neuen Techniken der Magenchirurgie und chirurgischen Herausforderungen im Magen-Darm-Bereich.

Zum 15. Juni 1982 folgte Gernot Feifel dem Ruf der Universität des Saarlandes auf die C4- Professur für Allgemeinchirurgie an der Medizinischen Fakultät auf dem Homburger Campus. Diese hatte er über seinen Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2000 hinaus bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers zum Ende des Wintersemesters 2000/2001 inne. Als Direktor der Abteilung für allgemeine Chirurgie, Abdominal- und Gefäßchirurgie der Chirurgischen Universitätsklinik führte Prof. Feifel unter anderem gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Hildebrandt erstmals in Deutschland die Rektale Endosonographie ein, mit der Tumore des Enddarmes präoperativ besser klassifiziert werden konnten. Bereits 1990 unterstützte er die Einführung minimal-invasiver Operationstechniken und baute zusammen mit der Abteilung für Experimentelle Chirurgie ein Trainingszentrum für die neuen Methoden auf.

Umfangreiche Forschungsarbeiten galten der Isolierung und Transplantation von Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, der Cryotherapie von Lebermetastasen und der Extremitätenperfusion beim malignem Melanom. Ein besonderes Anliegen war ihm das seit 1986 bestehende Projekt „Medizin in Entwicklungsländern“ sowie 1992 die Etablierung der „Deutschen Gesellschaft für Tropenchirurgie“, deren Ehrenmitglied er 2003 wurde. Er organisierte zahlreiche interdisziplinäre Symposien zur ärztlichen Fortbildung und pflegte auch intensiven Kontakt zur Medizinischen Akademie in Twer (Russland). Seine vielfältigen Verdienste wurden 1997 durch die Verleihung der Ernst-von-Bergmann-Plakette der deutschen Ärzteschaft gewürdigt. 2004 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft des Saarländischen Tumorzentrums.

Im Amtsjahr 1990/91 agierte Prof. Feifel auch als Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Von 1982 bis 1989 engagierte er sich im Murrhardter Kreis der Robert Bosch-Stiftung für die Reform des Medizinstudiums. Nach langjähriger Tätigkeit im Medizinausschuss des Wissenschaftsrates erhielt er 1992 die Ernennung zum Mitglied der wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates bis 1998. Professor Feifel war Sachverständiger im Institut für Prüfungsfragen in Mainz und Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst war er in zahlreichen Struktur- und Evaluationskommissionen tätig, darunter im Kuratorium der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Seine Initiative zum Kurs „Teach the Teacher“ von 2004 ist inzwischen fester Bestandteil des Lehrkonzeptes an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes und erhielt 2006 den Landespreis für Hochschullehre des damaligen saarländischen Ministeriums für Wirtschaft und Wissenschaft.

Feifels wissenschaftliches Oeuvre umfasst rund 250 Publikationen, insbesondere zu den Bereichen Pathophysiologie des Magens, chirurgische Infektionen/Peritonitis, Endosonographie und operative Tumorbehandlung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet bis heute die intensive Beschäftigung mit der Medizingeschichte auch unter regionalen Aspekten.

Weitere Informationen erteilt:
Dr. Wolfgang Müller
Archiv der Universität des Saarlandes
Tel.: 0681 / 302-2699
eMail: w.mueller@univw.uni-saarland.de

Saar - Uni - Presseteam, Pressestelle der Universität des Saarlandes, Universität des Saarlandes
Friederike Meyer zu Tittingdorf, Leiterin der Pressestelle, Tel.: 0681 / 302-3610, eMail: presse.meyer@univw.uni-saarland.de
26.08.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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