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  • Thomas Schönemann

PD Dr. Jan-Henning Klusmann

Kind-Philipp-Preis geht an die Medizinische Hochschule Hannover

(V. l. n. r.) Jan Reiners, Kind Philipp-Stiftung, Preisträger PD Dr. Jan-Henning Klusmann, Medizinische Hochschule Hannover, GPOH-Präsidentin Prof. Dr. Angelika Eggert, Charité Berlin. © Foto: Peter Himsel / DSZ
(V. l. n. r.) Jan Reiners, Kind Philipp-Stiftung, Preisträger PD Dr. Jan-Henning Klusmann, Medizinische Hochschule Hannover, GPOH-Präsidentin Prof. Dr. Angelika Eggert, Charité Berlin. © Foto: Peter Himsel / DSZ

Der Wissenschaftler Jan-Henning Klusmann von der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover wurde am vergangenen Freitag (29. Mai 2015) mit dem Kind-Philipp-Preis 2014 ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung wurden die Arbeiten des Wissenschaftlers und seines Teams auf den Gebieten der Pathogenese und Behandlung der myeloischen Leukämie bei Kindern gewürdigt.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der 85. Wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) im Charité Campus Virchow-Klinikum in Berlin statt. Der Forschungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Zu den ausgezeichneten Arbeiten von Jan-Henning Klusmann

In einer Serie von vier Arbeiten beschreibt Jan-Henning Klusmann neue Erkenntnisse zur Entstehung von Leukämien, die zukünftig in die Therapien gegen diese Erkrankung der Blutbildung einfließen sollen. Einen Schwerpunkt der Forschungsarbeiten stellen u. a. nicht-kodierende RNAs dar. Die Wissenschaftler um Jan-Henning Klusmann wiesen nach, dass bei einer speziellen Form der Leukämie, der akuten megakaryoblastären leukämischen Leukämie, auf Chromosom 21 drei microRNAs aus einem Cluster sowie deren angrenzende nicht-kodierende RNA stark angereichert sind. Mit Hilfe eines neuartigen Ansatzes fanden die Forscher heraus, dass die drei microRNAs gemeinsam Leukämiezellen gegenüber normalen Zellen wesentlich bevorteilen und so eine normale Blutbildung verdrängt wird. „Unsere Ergebnisse werden unseren Blick auf das Zusammenspiel von Genen der Zelle erweitern und so zu neuen Lösungen in der Biomedizin beitragen“, so Jan-Henning Klusmann.

Im Rahmen zwei weiterer Arbeiten entwickelte Jan-Henning Klusmann außerdem neue Therapie-Optionen für Kinder, die das Down-Syndrom haben und an Leukämie erkrankt sind. Im Vergleich zu Gesunden haben Kinder mit Down-Syndrom ein 20-fach höheres Risiko, an Blutkrebs zu erkranken. Die Forschungserkenntnisse von Jan-Henning Klusmann und seinem Team sollen in klinischen Studien berücksichtigt werden. Erste Behandlungserfolge bei Kindern mit Down-Syndrom wurden bereits erzielt.

Zum Kind-Philipp-Preis

Der mit 10.000 Euro dotierte Forschungspreis wird von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen. Die Stiftung fördert die Erforschung von Leukämie- und Krebserkrankungen im Kindesalter. Seit 1972 verleiht die Stiftung jährlich den Kind-Philipp-Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren auf diesem Gebiet.

Weitere Informationen:
http://www.kind-philipp-stiftung.de - Webseite der Kind-Philipp-Stiftung

Anke Meis, DSZ - Deutsches Stiftungszentrum, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Nadine Seiwert, Kommunikationsmanagerin, Tel.: 0201 / 8401123, Fax: 0201 / 8401255, eMail: nadine.seiwert@stifterverband.de
01.06.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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