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  • Thomas Schönemann

Giulio Superti-Furga

Neues Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des ERC

Giulio Superti-Furga im Labor. © CeMM
Giulio Superti-Furga im Labor. © CeMM

Giulio Superti-Furga, Wissenschaftlicher Direktor des CeMM Forschungszentrum, tritt seine 4-jährige Funktionsperiode als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Europäischen Forschungsrats (ERC) an. Zu seinen größten wissenschaftlichen Erfolgen zählen u.a. die Aufklärung der grundlegenden regulatorischen Mechanismen der Tyrosinkinasen bei Krebserkrankungen.

Giulio Superti-Furga, Wissenschaftlicher Direktor des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Professor für Medizinische Systembiologie an der Medizinischen Universität Wien, tritt seine 4-jährige Funktionsperiode als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Europäischen Forschungsrats (ERC), der heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert,an.

Der ERC (European Research Council) ist die wichtigste und renommierteste Institution zur Finanzierung von Grundlagenforschung in der Europäischen Union, mit dem Anspruch wissenschaftliche Exzellenz und „Pionierforschung“ zu fördern. Zu den bekanntesten Förderprogrammen zählen die ERC Starting Independent Researcher Grants und die ERC Advanced Investigators Grants. Erstere richten sich an junge innovative ForscherInnen, die mit einer Fördersumme von bis zu 2 Mio. Euro über 5 Jahre eine eigene Forschungsgruppe aufbauen wollen – ein Förderprogramm, das sich sehr positiv auf die Attraktivität der Europäischen Forschungsstandorte ausgewirkt hat. Das zweite Förderschema unterstützt innovative Forschungsprojekte bereits etablierter SpitzenforscherInnen. Mit bisher zwei erfolgreich eingeworbenen ERC Advanced Investigator Grants sowie zwei ERC Proof of Concept Grants, Förderungen zur Ermittlung des Innovationspotenzials von Forschungsideen, kann Giulio Superti-Furga, der in der Vergangenheit auch als Panel Mitglied des ERC tätig war, viel Erfahrung in seine neue Aufgabe als Scientific Council Mitglied einfließen lassen.

Giulio Superti-Furga: „Es ist mir eine große Ehre diese für die Grundlagenforschung in Europa so wichtige Verantwortung übernehmen zu dürfen. Mein Wunsch ist es, durch die Förderung von exzellenter Forschung zu einem wissenschafts- und innovationsfreundlichen Klima in Europa beizutragen und mich für politische und strukturelle Rahmenbedingungen einzusetzen, die den ERC als erfolgreichste Forschungsförderung der EU schützen und weiter ausbauen. Ergebnisse aus der Grundlagenforschung begleiten uns auf Schritt und Tritt und sollten daher zu einem Kernthema im täglichen Leben werden - in der Ausbildung, in den Medien und in öffentlichen Diskussionen. Gesellschaft und Politik müssen den Mut haben, in neue Projekte zu investieren, und mit den wissenschaftlichen Entwicklungen und den damit verbundenen Auswirkungen Schritt halten. Wir müssen Wissenschaft als Grundbestandteil unserer Kultur und Zukunft sowie als Antrieb für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Wirtschaft begreifen.“

Der Wissenschaftliche Beirat des ERC setzt sich aus bedeutenden WissenschaftlerInnen zusammen, darunter auch einige Nobelpreisträger. Die Mitglieder werden von einem unabhängigen Nominierungsausschuss vorgeschlagen und von der Europäischen Kommission ernannt. Seit 2014 ist Professor Jean-Pierre Bourguignon, ein renommierter französischer Mathematiker, der sich mit Differentialgeometrie und deren Anwendungen in mathematischer Physik beschäftigte, Präsident des ERC. Von 2010 bis 2013 hatte diese Funktion Frau Professor Helga Nowotny inne, eine international anerkannte Wissenschaftsforscherin aus Wien. Sie war auch Gründungsmitglied des im Jahr 2007 etablierten European Research Council. Im Jahr 2017 feiert der ERC sein 10-jähriges Bestehen.

Zur Biographie

Giulio Superti-Furga geboren 1962 in Mailand, studierte Molekulare Biologie an der Universität in Zürich. Nach seiner Promovierung arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg und wurde dort 1995 Teamleiter. 1997 bis 2000 war Superti-Furga als Gastprofessor an der Universität Bologna tätig. Er ist Mitgründer der Biotech-Firmen Cellzome Inc., Haplogen und Allcyte. Seit 2005 ist er der wissenschaftliche Direktor des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und seit 2015 Professor für Molekulare Systembiologie an der Medizinischen Universität Wien. Des Weiteren ist er Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaft, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der European Molecular Biology Organization (EMBO), European Academy of Cancer Sciences, Academia Europaea und war bis Ende 2015 Vorsitzender der EMBL Alumni-Association. Als wissenschaftlicher Direktor des CeMM hat Giulio Superti-Furga die Förderung einer präzisen und voraussagenden Medizin durch die Verbindung von Grundlagenforschung mit klinischer Expertise und innovativen diagnostischen und therapeutischen Ansätzen zu seinem zentralen Anliegen gemacht. Zu seinen größten wissenschaftlichen Erfolgen zählen die Aufklärung der grundlegenden regulatorischen Mechanismen der Tyrosinkinasen bei Krebserkrankungen, die Bestimmung der präzisen molekularen Wirkungsweise mehrerer Medikamente, die Entdeckung der organisatorischen Prinzipien des Proteoms und Lipidoms sowie die Charakterisierung der molekularen Bestandteile, welche eine Rolle in der angeborenen Immunität spielen.

2009 wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen des Ordens für Verdienste um die Italientische Republik geehrt. 2011 wurde er mit dem Stadt Wien Preis für Naturwissenschaften ausgezeichnet und zum Österreicher des Jahres in der Kategorie Wissenschaft gekürt. Seit Ende 2014 ist Giulio Superti-Furga Vorsitzender des Steering Boards (Lenkungsausschuss) und Teilnehmer im Personal Genome Project „Genom Austria“. Ziel dieses Bildungs- und Wissenschaftsprojekts ist sich proaktiv mit den verschiedensten Aspekten der Genomsequenzierung auseinanderzusetzen. Giulio Superti-Furga ist mit einer Wienerin verheiratet und Vater zweier Kinder.

Das CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist eine internationale, unabhängige und interdisziplinäre Forschungseinrichtung für molekulare Medizin. Das CeMM orientiert sich an den medizinischen Erfordernissen und integriert Grundlagenforschung sowie klinische Expertise um innovative diagnostische und therapeutische Ansätze für eine Präzisionsmedizin zu entwickeln. Die Forschungsschwerpunkte sind Krebs, Entzündungen, Stoffwechsel- und Immunstörungen, sowie seltene Erkrankungen. Das Forschungsgebäude des Instituts befindet sich am Campus des Allgemeinen Krankenhauses und der Medizinischen Universität Wien. www.cemm.at

Die Medizinische Universität Wien ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit rund 8.000 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit 5.500 MitarbeiterInnen, 27 Universitätskliniken und etlichen medizintheoretischen Zentren und hochspezialisierten Laboratorien zählt sie zu den bedeutendsten Forschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich. Der klinische und forscherische Schwerpunkt der Medizinischen Universität liegt auf den Themen Immunologie, Neurobiologie, Imaging, Onkologie und Herz-Kreislauferkrankungen. www.meduniwien.ac.at

 

CeMM
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Lazarettgasse 14, AKH BT 25.3
1090 Vienna, Austria
Tel.: +43-1/40160-70 057
Fax: +43-1/40160-970 000
E-Mail: wdaeuble@cemm.oeaw.ac.at

Mag. Wolfgang Däuble, Public Relations, CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Mag. Wolfgang Däuble, Tel.: +43 1 40160 70057, E-Mail: wdaeuble@cemm.oeaw.ac.at
13.01.2017
31.01.2017, 12:21 | tsc
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