• Personalien [+]
  • Thomas Schönemann

Prof. Franz Wolfgang Hirsch

Professor für Kinderradiologie leistet Hilfe zur Selbsthilfe in Äthiopien

Prof. Franz Wolfgang Hirsch (links) wird vor seiner Abreise von UKL-Tropenmediziner Prof. Stefan Schubert beraten. © Foto: Stefan Straube
Prof. Franz Wolfgang Hirsch (links) wird vor seiner Abreise von UKL-Tropenmediziner Prof. Stefan Schubert beraten. © Foto: Stefan Straube

Große Fortschritte in der Diagnose können über Ultraschall und Röntgengeräte erreicht werden. Hirsch verweist auf häufig im Säuglingsalter auftretende Magen- oder Darmerkrankungen, die falsch behandelt zum Tod führen. Darunter fällt zum Beispiel eine Magenausgangsverdickung, die mit einer kleinen Operation zu beheben ist – und sich mit Ultraschall erkennen lässt. Das Spektrum spezifischer Kinderkrankheiten ist groß und reicht von Fehlbildungen und Entzündungen aller Organe bis zu typischen Knochen- und Hirntumoren.

Professor Franz Wolfgang Hirsch, Leiter der Kinderradiologie am UKL, beteiligt sich am Aufbau einer spezialisierten Kinderradiologie in Äthiopien. Er folgt ab Anfang August für zwei Wochen einer Einladung als Visiting-Professor der Universitätsklinik Addis Abeba. Hirsch ist Teil eines internationalen Teams, das für einen langfristigen Wissenstransfer in den ostafrikanischen Staat sorgt.

Schon ein Blick auf die demografische Situation Äthiopiens verdeutlicht die Notwendigkeit einer leistungsfähigen und kompetenten Kinderradiologie. Rund 60 Prozent der Bevölkerung sind unter 18 Jahren. Doch eine auf Kinder spezialisierte Radiologie existiert bislang nicht. Viele typische Kinderkrankheiten bleiben deshalb unentdeckt. Mit Hirsch nimmt erstmals ein Leipziger Mediziner an dem vor vier Jahren ins Leben gerufenen Entwicklungsprogramm teil, das in Zusammenarbeit mit der World Federation of Pediatric Imaging (WFPI) durchgeführt wird.

Vor Ort geht es darum, kurzfristig die Diagnosefähigkeit der Ärzte zu verbessern. „Außerdem soll ein Kristallisationskern für die weitere Ausbildung im Land geschaffen werden“, sagt Hirsch. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe: Äthiopische Radiologen werden in die Lage versetzt, neues Wissen im Land weiterzugeben. Berücksichtigen muss der Wissenstransfer die technische Ausstattung. Es mangelt etwa an Großgeräten wie Kernspintomografen.

Große Fortschritte in der Diagnose können auch über Ultraschall und Röntgengeräte erreicht werden. Hirsch verweist auf häufig im Säuglingsalter auftretende Magen- oder Darmerkrankungen, die falsch behandelt zum Tod führen. „Sie sind einfach zu therapieren, aber werden bislang nicht diagnostiziert.“ Darunter fällt zum Beispiel eine Magenausgangsverdickung, die mit einer kleinen Operation zu beheben ist – und sich mit Ultraschall erkennen lässt. Das Spektrum spezifischer Kinderkrankheiten ist groß und reicht von Fehlbildungen und Entzündungen aller Organe bis zu typischen Knochen- und Hirntumoren.

Hirsch wird in Äthiopien auch auf Krankheitsbilder stoßen, die in Deutschland nicht oder sehr selten vorkommen. „Ich habe mich mit Infektionskrankheiten beschäftigt, um gut präpariert zu sein“, sagt Hirsch. Außerdem erwartet er viele Fälle von Knochentuberkulose. „Das sieht man dort täglich, bei uns höchstens einmal im Jahr. Da werden wir auch lernen können“.

Hirsch reist zusammen mit Radiologen aus den USA nach Addis Abeba. Initiator des Engagements ist Kassa Darge, gebürtiger Äthiopier und Radiologie-Professor am Children's Hospital of Philadelphia, eines der größten Kinderkrankenhäuser der USA. Der Kontakt zu Darge stammt aus Hirschs Zeit als Visiting-Professor in Philadelphia vor zwei Jahren.

Das Engagement Hirschs könnte zur Weiterführung des bisherigen Austausches der Universitätskliniken von Leipzig und Addis Abeba beitragen. Es besteht nicht nur eine zehnjährige Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Addis Abeba. Bereits zu DDR-Zeiten wurden mit Unterstützung der damaligen Karl-Marx-Universität insgesamt 1500 äthiopische Ärzte im 750 Kilometer nördlich von Addis Abeba gelegenen Gondar ausgebildet.

Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler, indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die medizinische Praxis überführt werden.

Pressemitteilung UKL
Ines Christ, Pressestelle / Unternehmenskommunikation, Tel.: 0341 / 97-15905, Fax: 0341 / 97-15906, eMail: presse@uniklinik-leipzig.de
06.08.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
Zurück