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  • Thomas Schönemann

Täuschend echte Arzneimittelfälschungen

EAMSP fordert schnellere Umsetzung der EU-Fälschungsrichtlinie

Europa. © Foto: Lupo / pixelio.de
Europa. © Foto: Lupo / pixelio.de

Täuschend echt sind die gefälschten Arzneimittel mittlerweile, kaum vom Original zu unterscheiden. Die Fälscherbanden, selten Einzeltäter, rüsten technisch auf und sind zudem international vernetzt. Der Ursprung der organisierten Kriminalität ist nur schwer auszumachen, auch wenn sie bereits im Visier von Zoll und Behörden ist.

Das Problem für die Patienten: Die Fälschungen sind so perfekt, dass die Sicht- und Sicherheitsprüfungen in den Apotheken allein nicht mehr ausreichen, um sie zu identifizieren. Unter den Fälschungen sind nicht nur Schlank- oder Schönmacher, sondern auch Antibiotika oder die Antibabypille - zunehmend also auch rezeptpflichtige Präparate.

Laut Studien nimmt die Zahl der gefälschten Medikamente immer weiter zu, auch bei lebenswichtigen Medikamenten. Im Jahr 2011 hat das EU-Parlament daher eine Richtlinie beschlossen, nach der jede Medikamentenpackung mit Sicherheitsmerkmalen versehen werden soll, mit deren Hilfe die Echtheit und Identifizierung jeder einzelnen Packung möglich sein soll (Falsified Medicine Directive 2011/62/EU).

Start der Umsetzung soll 2018 sein. "Zu spät", findet der Europäische Verband der Versandapotheken EAMSP.
"Die fälschungssichere Verpackung und die Nachverfolgbarkeit einer Packung müssen schneller kommen", fordert Klaus Gritschneder, Vorstand des EAMSP. "Wir haben keine Zeit zu warten, denn die Sicherheit der Patienten steht auf dem Spiel." Bei der Umsetzung der Richtlinie ist Deutschland Vorreiter mit securPharm.

Die Richtlinie gilt für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die komplette Lieferkette vom Hersteller bis zur abgebenden Apotheke kann damit besser kontrolliert werden. Zudem soll zukünftig ein europaweit einheitliches Logo, vergleichbar mit dem etablierten deutschen DIMDI-Siegel, dem Verbraucher mehr Orientierung bei der Wahl einer seriösen Versandapotheke geben.

Die EAMSP-Mitglieder stehen grundsätzlich für eine schnellstmögliche Umsetzung zur Verfügung. "So wie das DIMDI-Siegel bereits einen ersten Sicherheitsindikator für Patienten und Verbraucher in Deutschland darstellt, wird die Einführung von Sicherheitsmerkmalen auf der Packung und des europäischen Logos zu mehr Sicherheit auch auf europäischer Ebene führen", erklärt Klaus Gritschneder. Der EAMSP und seine Mitglieder setzen sich seit Jahren für die Sicherheit der Patienten ein.

Profil: Der Verband der europäischen Versandapotheken (EAMSP) fördert und schützt die Interessen von Versandapotheken in der Europäischen Union, den EWR-Staaten und der Schweiz. Er setzt sich für den freien Warenverkehr und für mehr Wettbewerb im Handel in Europa ein. Der Verband fördert den Wissens- und Informationstransfer zwischen den Mitgliedern. Er gewährleistet die Information zu aktuellen Entwicklungen aus Politik, Wirtschaft und Arzneimittelmarkt.

Pressemitteilung der European Association of Mail Service Pharmacies (EAMSP)
EAMSP, Feldbrunnenstrasse 57, 20148 Hamburg, Tel.: 040 / 33443690, Fax: 040 / 33443699, eMail: info@eamsp.org
14.08.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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