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Erbitux plus FOLFIRI: Signifikanter klinischer Vorteil beim Kolorektalkarzinom vom RAS-Wildtyp

MERCK-Pyramide. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland
MERCK-Pyramide. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Eine retrospektive Analyse der Phase-III-Studie CRYSTAL* zur Untersuchung des RAS-Tumorstatus ergab einen signifikanten klinischen Vorteil bei Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp unter Behandlung mit Erbitux plus FOLFIRI im Vergleich zu FOLFIRI allein. Kein Vorteil konnte bei Patienten mit RAS-Mutationen unter Erbitux plus FOLFIRI gegenüber alleiniger Gabe von FOLFIRI beobachtet werden, was sich mit dem EU-Label und jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen deckt.

Merck hat heute neue Biomarkerergebnisse aus einer retrospektiven Analyse der abgeschlossenen Phase-III-Studie CRYSTAL zu Erbitux® (Cetuximab) plus FOLFIRI im Vergleich zu FOLFIRI allein bekannt gegeben. In diese Analyse wurde eine Untergruppe von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) vom KRAS-Wildtyp (Exon 2) einbezogen. Eine signifikante klinische Verbesserung wurde unter Hinzunahme von Erbitux zur Standardchemotherapie FOLFIRI in der Erstlinienbehandlung von Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp beobachtet.1 Die neuen Daten werden auf der vom 30. Mai bis 3. Juni stattfindenden Jahrestagung 2014 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt. Die Präsentation erfolgt am 2. Juni von 10.00 - 10.12 Uhr im Rahmen des Gastrointestinal (Colorectal) Cancers Symposiums. Die Ergebnisse dieser Analyse belegen das Engagement von Merck für eine bessere Versorgung der Patienten und unterstreichen die Führungsrolle von Merck im hochinnovativen Bereich der personalisierten Krebstherapie.

In dieser neuen Analyse wurden Tumorgewebeproben von 430 (65% von 666) Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumorstatus (Exon 2) hinsichtlich zusätzlicher RAS-Mutationen (definiert als Mutationen in den Exons 3 oder 4 des KRAS-Gens und/oder den Exons 2, 3 oder 4 des NRAS-Gens) bewertet. Aus dieser Gruppe wiesen 367 Patienten einen RAS-Wildtyp-Status und 63 einen mutierten Tumorstatus auf. Die Analyse zeigte für die Erstlinientherapie von mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp-Tumoren (n = 367) aus Erbitux in Kombination mit FOLFIRI eine Steigerung der Ansprechrate (RR) um 27,7%, eine Verlängerung des medianen progressionsfreien Überlebens (PFS) um 3,0 Monate und des medianen Gesamtüberlebens (OS) um 8,2 Monate im Vergleich zum Kontrollarm unter alleiniger Therapie mit FOLFIRI (RR: 66,3% vs. 38,6%; Odds Ratio: 3,11; 95% Konfidenzintervall [CI]: 2,03 – 4,78; p < 0,0001; PFS: median 11,4 Monate vs. 8,4 Monate; Hazard Ratio [HR]: 0,56; 95% CI: 0,41 – 0,76; p = 0,0002; OS: median 28,4 Monate vs. 20,2 Monate; HR: 0,69; 95% CI: 0,54 – 0,88; p = 0,0024).1

„Die Daten dieser Analyse belegen eindeutig einen klinischen Vorteil für Erbitux plus FOLFIRI bei der Behandlung von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom vom RAS-Wildtyp im Vergleich zu FOLFIRI allein”, sagte Dr. Steven Hildemann, Global Chief Medical Officer und Leiter Global Medical and Safety der Sparte Merck Serono. „Die CRYSTAL-Analyse trägt zu unserem besseren Verständnis dieser Erkrankung bei und bestätigt, dass die Testung auf den RAS-Biomarker für die individualisierte Patientenversorgung essentiell ist und einen wirklich personalisierten Ansatz bei der Behandlung von metastasiertem Kolorektalkarzinom darstellt.“

„Die neue Analyse der CRYSTAL-Studie deckt sich mit den Ergebnissen aus anderen Studien mit Anti-EGFR Therapien bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom vom RAS-Wildtyp”, kommentierte Prof. Fortunato Ciardiello, Professor für medizinische Onkologie an der Seconda Università degli Studi di Napoli in Neapel und Erstautor der CRYSTAL-Analyse zum RAS-Status. „Diese Ergebnisse bekräftigen, dass zum Zeitpunkt der Diagnose eine Testung auf den RAS-Status erfolgen sollte, um die Ärzte bei der Auswahl der geeignetsten Erstlinientherapie für ihre mCRC-Patienten zu unterstützen.”

In der Patientengruppe mit KRAS-Mutationen (Exon 2), die bei der Eingangsbestimmung des KRAS-Status (n = 397) identifiziert wurden, oder anderen RAS-Mutationen (n = 63) wurde kein Vorteil durch die kombinierte Behandlung mit Erbitux plus FOLFIRI (n = 246) gegenüber FOLFIRI allein (n = 214) beobachtet (RR: 31,7% vs. 36,0%; Odds Ratio: 0,85; 95% CI: 0,58 – 1,25; p = 0,40; PFS: median 7,4 Monate vs. 7,5 Monate; Hazard Ratio: 1,10; 95% CI: 0,85 – 1,42; p = 0,47; OS: median 16,4 Monate vs. 17,7 Monate; Hazard Ratio: 1,05; 95% CI: 0,86 – 1,28; p = 0,64).1 Diese Subgruppenanalyse bestätigt die Ergebnisse der OPUS-Studie sowie anderer Studien, die keinen Nutzen von Anti-EGFR-Therapien bei Patienten mit RAS-Mutationen belegten.

Gemäß der von der Europäischen Kommission im Dezember 2013 genehmigten Aktualisierung des Labels für Erbitux ist dieser monoklonale Antikörper gegenwärtig zur Behandlung von Patienten mit epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor exprimierendem mCRC vom RAS-Wildtyp in Kombination mit einer Irinotecan-basierten Chemotherapie, als Erstlinienbehandlung in Kombination mit FOLFOX oder als Monotherapie bei Patienten, bei denen die Therapie mit Oxaliplatin und Irinotecan versagt hat und die Irinotecan nicht vertragen, indiziert. Erbitux ist kontraindiziert in Kombination mit Oxaliplatin-haltiger Chemotherapie bei Patienten mit mCRC mit mutiertem oder unbekannten RAS-Status.2

CRYSTAL

Bei CRYSTAL (Cetuximab combined with iRinotecan in 1st-line therapY for metaSTatic colorectAL cancer) handelte es sich um eine randomisierte Phase-III-Studie mit 1198 nicht vorbehandelten Patienten mit EGFR-exprimierendem mCRC vom Stadium IV, von denen 666 bestätigte KRAS-Wildtyp-Tumoren (Exon 2) aufwiesen. Die Studie ermittelte signifikante Vorteile beim progressionsfreien Überleben, Gesamtüberleben sowie bei der Ansprechrate in der Gruppe der Patienten mit mCRC vom KRAS-Wildtyp, die mit Erbitux plus FOLFIRI im Vergleich zu FOLFIRI allein behandelt wurden.3

Kolorektalkarzinom

Das Kolorektalkarzinom (CRC) ist der zweithäufigste Krebstyp weltweit mit einer geschätzten Erkrankungsrate von über 1,36 Mio. neuen Patienten pro Jahr.4 Die weltweite Zahl der Todesfälle infolge CRC wird auf 694.000 pro Jahr geschätzt. Damit entfallen 8,5% aller krebsbedingten Todesfälle auf diesen Krebstyp, womit das CRC die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache darstellt.4 Fast 55% der diagnostizierten Kolorektalkarzinome entfallen auf Industrieländer. Grundsätzlich sind die Erkrankungs- und Sterberaten bei Männern erheblich höher als bei Frauen.4.

*CRYSTAL: Cetuximab combined with iRinotecan in 1st-line therapY for metaSTatic colorectAL cancer

Literatur

  1. Ciardiello F et al. Posterpräsentation auf der Jahrestagung 2014 der American Society of Clinical Oncology am 2. Juni 2014. Abstract Nr : 3506.
  2. European Medicines Agency. SmPC (Fachinformation) zu Erbitux. Aufrufbar unter: www.ema.europa.eu/ema. Letzter Aufruf im Mai 2014.
  3. Van Cutsem E, et al. J Clin Oncol 2011;29(15):2011–9.
  4. Ferlay J, Soerjomataram I, Ervik M, Dikshit R, Eser S, Mathers C, Rebelo M, Parkin DM, Forman D, Bray, F. GLOBOCAN 2012 v1.0, Cancer Incidence and Mortality Worldwide: IARC CancerBase No. 11 [Internet]. Lyon, Frankreich: International Agency for Research on Cancer; 2013. Aufrufbar unter: http://globocan.iarc.fr. Letzter Aufruf im Mai 2014.

Weitere Informationen zu Erbitux in den Indikationen Kolorektalkarzinom und Kopf-Hals-Tumoren finden Sie im Internet unter: www.globalcancernews.com

Erbitux Erbitux® ist der erste monoklonale Antikörper vom Typ IgG1, der hochwirksam und gezielt den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) blockiert. Als monoklonaler Antikörper unterscheidet sich Erbitux in seiner Wirkweise von nicht-selektiven Standardchemotherapien dadurch, dass er spezifisch an den EGFR bindet. Durch diese Bindung wird die Aktivierung des Rezeptors und das nachgeschaltete Signalleitungssystem gehemmt, wodurch sowohl die Invasion der Tumorzellen in gesundes Gewebe als auch die Ausbreitung der Tumoren in neue Körperregionen (Metastasierung) vermindert wird. Darüber hinaus wird angenommen, dass es die Fähigkeit der Tumorzellen, die durch Chemo- und Strahlentherapie verursachten Schäden zu reparieren, sowie die Ausbildung neuer Blutgefäße in den Tumoren verringert, was zu einer generellen Hemmung des Tumorwachstums zu führen scheint.

Als häufigste Nebenwirkung tritt bei Behandlung mit Erbitux ein akneartiger Hautausschlag auf, der wiederum mit einem guten Ansprechen auf die Therapie zu korrelieren scheint. Bei etwa 5 Prozent aller Patienten können unter der Behandlung mit Erbitux Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten; bei etwa der Hälfte handelt es sich um schwere Reaktionen.

Erbitux ist in über 90 Ländern weltweit für die Behandlung von Kolorektalkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) zugelassen.

Merck hat die Vermarktungsrechte für Erbitux außerhalb der USA und Kanada 1998 in Lizenz von ImClone LLC, einer 100%igen Tochtergesellschaft von Eli Lilly and Company, erworben. In Japan wird Erbitux gemeinsam von ImClone, Bristol-Myers Squibb Company und Merck entwickelt und vermarktet. Merck hat sich dem Ziel einer Förderung der Onkologie-Therapie verschrieben und untersucht derzeit neuartige therapeutische Ansätze in hoch spezifischen Bereichen.

Merck ist ein führendes Unternehmen für innovative und hochwertige Hightech-Produkte in den Bereichen Pharma und Chemie. Mit seinen vier Sparten Merck Serono, Consumer Health, Performance Materials und Merck Millipore erwirtschaftete Merck im Jahr 2013 Gesamterlöse von rund 11,1 Milliarden Euro. Rund 38.000 Mitarbeiter arbeiten für Merck in 66 Ländern daran, die Lebensqualität von Patienten zu verbessern, den Erfolg seiner Kunden zu steigern und einen Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen zu leisten. Merck ist das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt – seit 1668 steht das Unternehmen für Innovation, wirtschaftlichen Erfolg und unternehmerische Verantwortung. Die Gründerfamilie ist bis heute zu rund 70 Prozent Mehrheitseigentümerin des Unternehmens. Merck mit Sitz in Darmstadt besitzt die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Ausnahmen sind Kanada und die USA, wo das Unternehmen unter der Marke EMD bekannt ist.

Pressemitteilung Merck
Gangolf Schrimpf, Merck, Tel.: 06151 / 72-9591
15.05.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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