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  • Thomas Schönemann

Boehringer Ingelheim / CureVac

Gemeinsame Entwicklung einer Immuntherapie gegen Lungenkrebs

Labor: Interdisziplinäres Teamwork in der Arzneimittelforschung. © Foto: Boehringer Ingelheim
Labor: Interdisziplinäres Teamwork in der Arzneimittelforschung. © Foto: Boehringer Ingelheim

Boehringer Ingelheim und das biopharmazeutische Unternehmen CureVac werden künftig zusammenarbeiten. Ziel der Kooperation ist die Weiterentwicklung des Wirkstoffs CV9202 (BI 1361849), einem therapeutischen Impfstoff (Vakzine) von CureVac zur Behandlung des Lungenkarzinoms. CV9202 basiert auf Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA). CureVac erhält bei Vertragsunterzeichnung 35 Millionen Euro, und kann meilensteinorientierte Zahlungen von bis zu 430 Millionen Euro sowie Lizenzgebühren im Fall einer Markteinführung erhalten.

Boehringer Ingelheim wird zunächst zwei klinische Studien zur Immuntherapie mit CV9202 beim Lungenkarzinom starten. Die Wirksamkeit der Kombination von CV9202 mit Afatinib* wird bei Patienten mit einem fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) getestet, deren Tumor eine Mutation im epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) aufweist. Eine weitere Studie soll die Immuntherapie bei Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium III prüfen, die als Standardtherapie eine Radiochemotherapie erhalten.

„Wir bei Boehringer Ingelheim sind stolz auf unser Engagement zur Erforschung und Entwicklung neuer Krebstherapien. In der neuen Zusammenarbeit mit CureVac untersuchen wir die Kombination bestehender Behandlungsoptionen mit einem Ansatz zur anhaltenden Aktivierung des Immunsystems gegen den Tumor. Damit wollen wir unsere breite Entwicklungspipeline, die u.a. bereits eine Zahl von Wirkstoffen zur Behandlungen des Lungenkarzinoms umfasst, um einen weiteren innovativen Therapieansatz bereichern. Wir hoffen, die Behandlung der betroffenen Patienten so in Zukunft noch weiter verbessern zu können“, sagt Professor Klaus Dugi, Chief Medical Officer, Boehringer Ingelheim.

Die Vereinbarung ist Teil des langfristigen Engagements von Boehringer Ingelheim in der Entwicklung neuer Krebstherapien. GIOTRIF® (Afatinib)*, ein irreversibler ErbB-Family-Blocker, ist u.a. bereits in der Europäischen Union, den USA und Japan zur Behandlung bestimmter Patientenpopulationen des fortgeschrittenen NSCLC mit EGFR-Mutation zugelassen. Die Onkologie-Pipeline von Boehringer Ingelheim umfasst eine breite Palette von Wirkstoffen, die sowohl bei soliden Tumoren als auch bei Blutkrebs untersucht werden. Zwei Substanzen befinden sich in Phase III der klinischen Entwicklung: Nintedanib** wird bei bestimmten Typen des NSCLC und beim kolorektalen Karzinom geprüft, und Volasertib*** bei der akuten myeloischen Leukämie.

Krebs-Immuntherapien wurden vom Fachmagazin SCIENCE als „Durchbruch des Jahres 2013” gewürdigt. Die mRNA-basierte Technologie von CureVac (RNActive®) stellt einen völlig neuen Ansatz in der Krebstherapie dar. Mit RNActive® konnte mRNA erstmals so optimiert werden, dass das Immunsystem der Patienten angeregt wird, den Tumor durch eine spezifische Immunantwort zu bekämpfen. CV9202 besteht aus sechs mRNA-Molekülen, die für sechs verschiedene NSCLC-assoziierte Antigene kodieren. Den Wirkstoff CV9202 sowie dessen Vorgängerprodukt CV9201 hat CureVac selbst bereits in ersten klinischen Studien geprüft. Dabei konnte ein gutes Sicherheitsprofil sowie eine zielgerichtete Immunantwort gegen alle gegen den Tumor gerichteten Antigene festgestellt werden.

Ingmar Hoerr, Geschäftsführer der CureVac GmbH, äußerte sich ebenfalls erfreut: „Die Immuntherapie ist eine der größten Innovationen in der Onkologie. Als biopharmazeutisches Unternehmen sind wir auf die Kooperation mit starken Partnern angewiesen, um unsere potenten Wirkstoffe klinisch zu entwickeln und zu vermarkten. Daher ist die Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim sehr wichtig für CureVac. Die Auslizenzierung unserer therapeutischen Vakzine CV9202 ist der logische nächste Schritt, um diese Therapieoption für Krebspatienten zugänglich machen zu können. Gleichzeitig unterstreicht das Engagement von Boehringer Ingelheim die Bedeutung der mRNA-Technologie.“

Über CureVac CureVac, ein biopharmazeutisches, klinisch forschendes Unternehmen aus Tübingen, ist führend im Bereich der mRNA-basierten Technologieplattformen für die medizinische Anwendung. Hierfür wird mRNA speziell optimiert und formuliert. Seit 2000 entwickelt das Unternehmen unter dem Markennamen RNActive® neuartige mRNA-basierte prophylaktische Impfstoffe und Krebs-Immuntherapien. CureVac ist das erste Unternehmen weltweit, das über eine eigene GMP-Anlage (good manufacturing practice) zur Herstellung von RNA und mRNA verfügt und mRNA-Wirkstoffe in klinischen Versuchen erprobt hat.

Das Unternehmen hat Phase-I/IIa-Studien mit RNActive® Impfstoffen für die Behandlung von Prostatakrebs und von nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse der Studien lassen den Schluss zu, dass CureVacs Produktkandidaten ein gutes Verträglichkeitsprofil haben und in der Lage sind, ausgeglichene Immunantworten einschließlich humoraler und zellulärer, Th1- und Th2- sowie Effektor- und Gedächtnisantworten zu induzieren. Derzeit führt CureVac weitere klinische Studien mit RNActive® Wirkstoffen durch. Im Dezember 2013 wurde die Patientenrekrutierung für eine große randomisierte, doppelt verblindete Phase-IIb-Studie bei Prostatakrebs mit dem Wirkstoff CV9104 abgeschlossen. Im Bereich der Krebsimmuntherapie kooperiert CureVac u.a. mit dem amerikanischen Ludwig Institute for Cancer Research um die klinische Entwicklung von neuartigen Ansätzen in der Krebsimmuntherapie voranzutreiben.

Die RNActive® Technologie von CureVac wird auch genutzt, um prophylaktische Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln. Im März 2014 hat CureVac den mit zwei Millionen Euro dotierten Vaccine Prize der EU gewonnen. Der Preis würdigt die Etablierung einer neuen Technologie, die die Produktion wirksamer und sicherer und kostengünstiger Impfstoffe ermöglicht. RNActive® Impfstoffe sind temperaturstabil und können ohne Kühlkette ausgeliefert und gelagert werden. Im Bereich der prophylaktischen Impfstoffe kooperiert CureVac u.a. mit Sanofi Pasteur, In-Cell-Art, DARPA und Janssen Pharmaceuticals.

Weitere Informationen über CureVac unter: www.curevac.com

Über Boehringer Ingelheim Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmaunternehmen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 142 verbundenen Unternehmen vertreten und beschäftigt insgesamt mehr als 47.400 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Medikamente mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit. Im Jahr 2013 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Umsatzerlöse von rund 14,1 Mrd. Euro. Die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung im Geschäftsfeld der verschreibungspflichtigen Medikamente entsprechen 19,5 Prozent der dort erzielten Umsatzerlöse.

Boehringer Ingelheim in der Onkologie Boehringer Ingelheim engagiert sich langfristig in der Krebsforschung. Die Entdeckung und Entwicklung innovativer Therapien beruht auf einer intensiven Grundlagen- und klinischen Forschung. Ziel ist die Entwicklung von Therapien, welche die Situation von Krebspatienten und ihrer Angehörigen nachhaltig verbessern. Ermöglicht wird dies durch erhebliche finanzielle Investitionen. An den laufenden Studienprogrammen sind Forscher und Patienten aus der ganzen Welt beteiligt. Derzeit liegt der Schwerpunkt der Forschung auf Präparaten mit drei verschiedenen Wirkmechanismen: ErbB-Family-Blockade, Inhibition der Angiogenese und Inhibition von Zellzykluskinasen. Die Onkologie-Pipeline von Boehringer Ingelheim wird kontinuierlich weiterentwickelt und spiegelt das anhaltende Engagement des Unternehmens auf diesem Therapiegebiet wider.

Mehr als 400 Mitarbeiter weltweit – einschließlich 250 hochspezialisierter Wissenschaftler im Forschungszentrum in Wien – widmen sich der Entdeckung und Entwicklung von neuen Krebstherapien. Sie arbeiten eng mit dem Research Institute of Molecular Pathology (IMP) in Wien zusammen, das mit führenden Experten in Universitäten, Industrie und Kliniken in der ganzen Welt kooperiert.

Weitere Informationen zu Boehringer Ingelheim unter: www.boehringer-ingelheim.de

Hinweis auf Unterstützung und Disclaimer (CureVac):
Die in dieser Pressemitteilung erwähnte Arbeit wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Fördernummern 02PK2178, 0315802 und 031A061A).

*Afatinib ist in den USA unter dem Markennamen GILOTRIF™ sowie in über 40 weiteren Ländern (darunter der Europäischen Union und Japan) unter dem Namen GIOTRIF® für bestimmte Patientenpopulationen (mit aktivierender EGFR-Mutation) mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) zugelassen. In weiteren Ländern wird die Zulassung geprüft. Für andere Indikationen besteht keine Zulassung. **Nintedanib ist eine noch nicht zugelassene Substanz, die sich noch in der klinischen Entwicklung befindet. Wirksamkeit und Sicherheit sind noch nicht vollständig nachgewiesen. ***Volasertib ist eine noch nicht zugelassene Substanz, die sich noch in der klinischen Entwicklung befindet. Wirksamkeit und Sicherheit sind noch nicht vollständig nachgewiesen.

zusammen, das mit führenden Experten in Universitäten, Industrie und Kliniken in der ganzen Welt kooperiert.

Weitere Informationen zu Boehringer Ingelheim unter: www.boehringer-ingelheim.de

Hinweis auf Unterstützung und Disclaimer (CureVac):
Die in dieser Pressemitteilung erwähnte Arbeit wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Fördernummern 02PK2178, 0315802 und 031A061A).

*Afatinib ist in den USA unter dem Markennamen GILOTRIF™ sowie in über 40 weiteren Ländern (darunter der Europäischen Union und Japan) unter dem Namen GIOTRIF® für bestimmte Patientenpopulationen (mit aktivierender EGFR-Mutation) mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) zugelassen. In weiteren Ländern wird die Zulassung geprüft. Für andere Indikationen besteht keine Zulassung.
**Nintedanib ist eine noch nicht zugelassene Substanz, die sich noch in der klinischen Entwicklung befindet. Wirksamkeit und Sicherheit sind noch nicht vollständig nachgewiesen.
***Volasertib ist eine noch nicht zugelassene Substanz, die sich noch in der klinischen Entwicklung befindet. Wirksamkeit und Sicherheit sind noch nicht vollständig nachgewiesen.

Kontakt: Boehringer Ingelheim Dr. Reinhard Malin Director Corporate Communications – Oncology and Pipeline Tel.: +49 (6132) 77-90815 reinhard.malin@boehringer-ingelheim.com CureVac Verena Lauterbach Manager Communications CureVac GmbH, Tübingen, Germany Tel: +49 (7071) 920 53 756 verena.lauterbach@curevac.com

Gemeinsame Pressemitteilung Boehringer Ingelheim / CureVac
Boehringer Ingelheim, Dr. Reinhard Malin, Director Corporate Communications – Oncology and Pipeline, Tel.: 06132 / 77-90815 eMail: reinhard.malin@boehringer-ingelheim.com
18.09.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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