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  • Thomas Schönemann

IPRI-Praxis Paper

Identifikation von Bedrohungspotenzialen in der Medikamentenversorgungskette

SOS. © Foto: Andrea Damm / pixelio.de
SOS. © Foto: Andrea Damm / pixelio.de

Die Medikamentenversorgungskette (MVK) ist anfällig für Störungen, die zu problematischen Lieferengpässen in der Medikamentenversorgung führen können. Damit verbunden steigt die Relevanz eines Supply-Chain-Risikomanagements für die MVK. Um einen Beitrag zur Sicherung der quantitativen Versorgung der Bevölkerung mit benötigten Arzneimitteln zu leisten, hat sich das IPRI - International Performance Research Institute gGmbH diesem Problem in einem Projekt angenommen.

Das Ergebnis ist ein IPRI-Praxis Paper, das neun identifizierte Bedrohungsszenarien beschreibt, die eine potenzielle Gefahr für die Aufrechterhaltung der Versorgungsfunktion der MVK darstellen.

Die Versorgungsfunktion der MVK ist gefährdet

Die Medikamentenversorgungskette hat die Funktion, die Verfügbarkeit benötigter Arzneimittel sicherzustellen. Diese Versorgungsfunktion ist aus Sicht zahlreicher internationaler Experten zunehmend gefährdet, wie Fallbeispiele in den USA, aber auch in Deutschland belegen. Von den Gefahren sind die Akteure aller Stufen der MVK, vom Arzneimittel-Hersteller über Transportdienstleister und Großhändler bis hin zu Apotheken, betroffen. Um jedoch geeignete Sicherungsmaßnahmen zur Vermeidung von Störungen der MVK erarbeiten zu können, hat das IPRI - International Performance Research Institute gGmbH zuerst eine Identifikation und Bewertung möglicher Bedrohungsszenarien und damit verbundener Beeinträchtigungen der Versorgungsfunktion der MVK vorgenommen.

Identifikation und Bewertung von Bedrohungsszenarien der MVK

In einem ersten Projektschritt konnten mittels Wertstromanalyse drei Faktorengruppen identifiziert werden, die einen Einfluss auf die Versorgungsfunktion der MVK ausüben: interne Einflussfaktoren der Produktion und Distribution von Arzneimitteln, externe Einflussfaktoren, die den Rahmen festlegen, in welchem die MVK-Akteure handeln und kontextuelle Einflussfaktoren, die nicht unmittelbar auf die Versorgungsfunktion wirken, deren Einfluss aber erheblich sein kann.
Auf Basis dieser Ist-Analyse wurde eine Cross-Impact-Bilanzanalyse (CIB) durchgeführt. Aus den Experteneinschätzungen des Projektkonsortiums konnten insgesamt 17 mathematisch konsistente Szenarien einer Bedrohung der Versorgungsfunktion der MVK abgeleitet werden, die weiterführend zu neun Szenarien verdichtet wurden. Abschließend wurden die neun hypothetischen Bedrohungsszenarien in einem Gruppen-Delphi hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrem Schadensausmaß bewertet.

Eine konsolidierende Analyse der Gesamtheit der Szenarien stellt die besondere Bedeutung von Störungen in der Herstellung von Wirkstoffen und Arzneimitteln heraus, die zu einem langen Produktionsausfall von sechs Monaten und länger führen könnten. Die entwickelten Szenarien machen zudem deutlich, dass die Distribution und Abgabe einwandfrei produzierter Medikamente nur in besonderen Ausnahmesituationen, wie extremen Wetterbedingungen, schweren Epidemien oder Unglückssituationen Einzelner, zu einem Problem für die Versorgung der Bevölkerung werden kann. Insgesamt zeigt sich, dass für eine nachhaltige Funktionsbeeinträchtigung der MVK ein Zusammenwirken mehrerer Störungen in unterschiedlichen Einflussfaktoren erforderlich ist.

Das Research Paper beschreibt das methodische Vorgehen zur Identifikation externer Bedrohungen und zur Entwicklung von Bedrohungsszenarien der MVK und fasst die Ergebnisse der Risikoidentifikation zusammen. Die entwickelten Bedrohungsszenarien können den Akteuren der MVK somit als Grundlage dienen, geeignete Gegenmaßnahmen im Rahmen eines betriebseigenen und branchenübergreifenden Risikomanagements der Medikamentenversorgung zu entwickeln.

Das IPRI-Praxis Paper kann über folgenden Link bestellt werden:
http://www.ipri-institute.com/index.php/wissen-verbreiten/ipri-praxis

IPRI-Praxis Paper ist Forschungsergebnis aus dem Projekt SafeMed

Das publizierte IPRI-Praxis Paper wurde mit zahlreichen Unternehmen im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes „SafeMed – Systemgestaltung zur wirtschaftlichen Sicherung der Medikamentenversorgung“ entstanden. Dieses ist in das Forschungsprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ des Bundesministeriums für Forschung und Bildung eingebettet und Teil der vom VDI Technologiezentrum GmbH betreuten Bekanntmachung „Sicherung von Warenketten“.

Förderhinweis:
Das dieser Pressemitteilung zugrundeliegende Forschungsvorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 13N11195 gefördert.

Ansprechpartner:
International Performance Research Institute gGmbH
Dipl.-Kfm. Dipl.-Sportwiss. Andreas Aschenbrücker
Königstraße 5
D-70173 Stuttgart
Telefon: 0711-6203268-0
Telefax: 0711-6203268-1045
E-Mail: aaschenbruecker@ipri-institute.com

Über IPRI:
Das International Performance Research Institute (IPRI) ist eine gemeinnützige Forschungsgesellschaft auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre. Unter der Leitung von Prof. Dr. Mischa Seiter betreibt das Institut international angelegte Forschung mit dem Schwerpunkt auf Controlling sowie Performance Measurement und Management von Unternehmen und Unternehmensnetzwerken sowie öffentlichen Organisationen. Im Mittelpunkt steht die Durchführung von nationalen und internationalen Forschungsprojekten und Studien.

Weitere Informationen unter:
www.ipri-institute.com
www.sichere-pharmakette.de

Jan Urbanec, M.Sc., Pressestelle, International Performance Research Institute gGmbH
International Performance Research Institute gGmbH, Dipl.-Kfm. Dipl.-Sportwiss. Andreas Aschenbrücker, Königstraße 5, 70173 Stuttgart, Tel.: 0711 / 6203268-0, Fax: 0711 / 6203268-1045, eMail: aaschenbruecker@ipri-institute.com
22.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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