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Lizensierung

Merck lizenziert vier onkologische Forschungs- und Entwicklungs-Programme von Vertex ein

Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland
Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Merck erwirbt zwei aussichtsreiche klinische Onkologieprogramme zum Therapieansatz der DNA-Schäden und Reparatur sowie zwei weitere, neuartige Forschungsprogramme und wird führend im Bereich der DNA-Schäden und Reparatur. Vertex erhält 230 Mio $ Vorauszahlung sowie Lizenzgebühren auf zukünftige Produktumsätze.

Merck hat den Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit Vertex Pharmaceuticals Inc., Boston, Massachusetts, USA, bekannt gegeben. Gegenstand der Vereinbarung ist die weltweite Entwicklung und Vermarktung von vier vielversprechenden Forschungs- und Entwicklungsprogrammen mit neuartigen Ansätzen bei der Krebstherapie.

„Mit diesem strategischen Portfoliokauf stärken wir unsere Onkologie-Pipeline in zwei attraktiven Gebieten, in denen wir bereits erhebliche Kompetenz haben, DNA- Schäden und Reparatur sowie Immunonkologie. Diese Gebiete bieten vielversprechende therapeutische Synergien“, sagte Belen Garijo, Leiterin des Unternehmensbereichs Healthcare und Mitglied der Geschäftsleitung von Merck. „Diese Vereinbarung untermauert unser Ziel, den Zugang zu First-in-Class- Innovationen für Krebspatienten zu beschleunigen. Wir freuen uns über die Chance, auf der aussichtsreichen Forschungs- und Entwicklung von Vertex im Bereich Onkologie aufbauen und diese Programme weiterentwickeln zu können.“

Als Teil der Vereinbarung erwirbt Merck zwei klinische Programme zum Therapieansatz der DNA-Schäden und Reparatur sowie zwei weitere neuartige präklinische Forschungsprogramme. Vertex erhält 230 Mio $ Vorauszahlung sowie Lizenzgebühren auf zukünftige Produktumsätze. Merck übernimmt die volle Verantwortung für die Entwicklung und Vermarktung aller Programme. „Das F&E-Team von Vertex hat im Bereich Onkologie ein Portfolio an Substanzen hervorgebracht, die als potenziell erste Vertreter ihrer Art die Behandlung von vielen verschiedenen Krebsarten verbessern könnten“, sagte Dr. Jeffrey Leiden, Präsident und CEO von Vertex. „Wir freuen uns über die Partnerschaft mit Merck, einem führenden Unternehmen im Bereich Onkologie mit spannenden Wirkstoffkandidaten, die unser Portfolio ergänzen und dazu beitragen werden, das volle Potenzial dieser einzigartigen Substanzen zu heben und den möglichen Nutzen der Programme für die Patienten zu beschleunigen.“
Die zwei klinischen Programme verfolgen als erste ihrer Art den tumortherapeutischen Ansatz der Hemmung von DNA-Reparaturmechanismen, die für das Überleben und die Proliferation von bestimmten Krebszellen existenziell sind:

Ein Programm zur Proteinkinase ATR (Ataxia Teleangiektasia and Rad3 related) mit den Prüfsubstanzen VX-970 und VX-803. VX-970 wird in 10 laufenden Studien der Phasen 1 und 2 bei einer Vielzahl von Tumoren und Patienten-Subtypen untersucht, von denen man sich aufgrund von Biomarkerdaten ein Ansprechen auf die ATR-Inhibition verspricht. Vorläufige klinische Daten zu VX-970 wurden auf den Jahrestagungen 2016 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) und der American Association for Cancer Research (AACR) vorgestellt. VX-803 ist ein oral verabreichter ATR-Inhibitor und wird derzeit in Dosiseskalationsstudien der Phase 1 entweder als Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie untersucht.

Ein Programm mit einem DNA-abhängigen Proteinkinase-Inhibitor einschließlich des klinischen Kandidaten VX-984. Eine Phase-1-Studie untersucht derzeit aufsteigende Dosierungen von VX-984 als Monotherapie oder in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin bei Studienteilnehmern mit fortgeschrittenen soliden Tumoren. Merck wird diese Substanzen mit seinem laufenden DNA-PK Programm zu einem Entwicklungsprogramm kombinieren.

Zu den präklinischen Programmen gehören ein neuartiger immunonkologischer Ansatz sowie ein innovatives Zielmolekül in einem zuvor noch nie untersuchten Signalweg. Für beide Programme haben die Forscher von Vertex einige vielversprechende Substanzen generiert, einschließlich Kombinationspotential mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren für das Immunonkologieprogramm. Merck wird diese Programme weiter charakterisieren, um spezifische Arzneimittelkandidaten zu identifizieren, mit denen die klinischen Phasen durchlaufen werden sollen.

Die Stärke des aussichtsreichen onkologischen Entwicklungsprogramms von Merck und seine wachsende Präsenz auf dem Gebiet der Immuntherapie belegen das Bestreben des Unternehmens, die Bereitstellung von Krebstherapien auf eine neue Ebene zu heben.

Vertex ist ein globales Biotechnologieunternehmen, das sich der Entdeckung, Entwicklung und Vermarktung von innovativen Arzneimitteln verschrieben hat, dank derer Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen ein besseres Leben führen können. Neben unserem klinischen Entwicklungsprogramm zu Mukoviszidose unterhält Vertex mehr als ein Dutzend laufende Forschungsprogramme zu anderen schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Krankheiten. Gegründet 1989 in Cambridge (Mass., USA) betreibt Vertex aktuell Forschungs- und Entwicklungsstandorte sowie Vertriebsbüros in den USA, in Europa, Kanada und Australien. Zum siebten Mal in Folge hat die Fachzeitschrift Science Vertex unter die Top-Arbeitgeber der Life-Science-Branche gewählt. Weitere Informationen und aktuelle Nachrichten über das Unternehmen finden Sie im Internet unter www.vrtx.com 

Merck ist ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials. Rund 50.000 Mitarbeiter arbeiten daran, Technologien weiterzuentwickeln, die das Leben bereichern – von biopharmazeutischen Therapien zur Behandlung von Krebs oder Multipler Sklerose über wegweisende Systeme für die wissenschaftliche Forschung und Produktion bis hin zu Flüssigkristallen für Smartphones oder LCD-Fernseher. 2015 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 12,85 Milliarden Euro. Gegründet 1668 ist Merck das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümerin des börsennotierten Konzerns. Merck mit Sitz in Darmstadt besitzt die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Einzige Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo das Unternehmen als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Performance Materials auftritt. www.merckgroup.com

Pressemitteilung Merck
Merck, Frankfurter Straße 250, 64293 Darmstadt, Gangolf Schrempf, Tel.: +49 1511454 9591, E-Mail: media.relations@merckgroup.com
11.01.2017
22.06.2017, 11:21 | tsc
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