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Pfizer Österreich

Personalisierte Medizin und Lungenkrebs

DNA-Double-Helix. © Foto: Apers0n [Public domain], via Wikimedia Commons. This image was released by the National Human Genome Research Institute, an agency part of the National Institutes of Health, with the ID 85329.
DNA-Double-Helix. © Foto: Apers0n [Public domain], via Wikimedia Commons. This image was released by the National Human Genome Research Institute, an agency part of the National Institutes of Health, with the ID 85329.

Durch neue Diagnose- und molekulare Testverfahren lässt sich mittlerweile nicht nur feststellen, welches Gewebe betroffen ist (Tumorhistologie), sondern es lassen sich auch sogenannte „onkogene Treibermutationen“ identifizieren. Dabei handelt es sich um genetische Veränderungen (Mutationen), die häufig eine Rolle bei Tumorwachstum und -vermehrung spielen.

Dieses Wissen nutzt die personalisierte Krebsmedizin: Sie identifiziert Patientengruppen mit bestimmten genetischen Tumormerkmalen, für die eine gezielte, personalisierte Therapie zur Verfügung steht. Innovative Medikamente zur Behandlung des nicht kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) spielen hier eine Vorreiterrolle, vier von sieben von der EMA (European Medicines Agency) zugelassenen Substanzen erfüllen die Kriterien der personaliserten Medizin.1

Personalisierte Lungenkrebs-Therapie

  1. Diese Präparate setzen gezielt an folgenden Genveränderungen bzw. „onkogenen Treibermutationen“ an: EGFR: Wachstumsfaktorrezeptor auf der Oberfläche vieler Zellen; kann bei einer aktivierenden Mutation zu unkontrolliertem Zellwachstum führen.2,3 ALK: Ein Rezeptor unbekannter Funktion, der bei Erwachsenen nur in wenigen Geweben nachzuweisen ist. ALK kann jedoch eine Wucherung von Zellen auslösen, wenn es durch Fusion mit einem anderen Gen dauerhaft aktiviert wird (Translokation).4
  2. Bei rund 20 Prozent aller Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs lässt sich eine dieser beiden Genveränderungen im Tumor identifizieren.5,6
  3. Weitere Medikamente zur personalisierten Behandlung von Lungenkrebs bei diesen oder anderen Genveränderungen werden derzeit in klinischen Studien untersucht.7
  4. Durch einen molekulardiagnostischen Test wird sichergestellt, dass Patienten, deren Tumor keine der oben genannten genetischen Veränderungen hat, nicht mit diesen Medikamenten behandelt werden. So wird die Therapie von Patienten vermieden, bei denen diese weniger wirksam sind, aber dennoch Nebenwirkungen verursachen könnten.

Unverzichtbar: Molekularbiologische Tumortestung

  1. Voraussetzung für eine zielgerichtete Behandlung mit personalisierter Medizin sind moderne molekulare Diagnose- und Testverfahren, mit denen die jeweiligen Tumormarker bei jedem einzelnen Patienten bestimmt und analysiert werden.
  2. Auf der Grundlage einer molekularbiologischen Testung von Tumoren kann der Arzt abschätzen, welche Behandlung für welchen Patienten am besten geeignet ist – und ob es ein passendes Medikament gibt, das die Chance auf wirksame Therapie erhöhen kann.
  3. Experten und medizinische Fachgesellschaften empfehlen deshalb eine frühzeitige, flächendeckende molekularbiologische Testung beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs.8,9,10
  4. Die Analyse des Tumorgewebes erfolgt in drei Schritten: Gewebeentnahme (Biopsie), Laboruntersuchung und Auswertung.
  5. Das Gewebe wird in der Regel in der Facharztpraxis oder in einem spezialisierten Krebszentrum von einem Chirurgen oder Pneumologen entnommen.
  6. Die molekulare Tumordiagnostik wird in spezialisierten und zertifizierten pathologischen Instituten durchgeführt. Mit einer mikroskopischen Untersuchung der Gewebeprobe kann der Pathologe die Art des Tumors genauer bestimmen (z.B. kleinzellig oder nicht-kleinzellig). Außerdem untersucht er das Gewebe auf sogenannte „Biomarker“. Als Biomarker bezeichnet man beispielsweise Zellen, Proteine oder Gene, die Rückschlüsse auf bestimmte genetisch bedingte Varianten einer Krankheit ermöglichen. Dadurch lässt sich u.a. herausfinden, ob eine bestimmte Therapie bei einer bestimmten Krebsart voraussichtlich die gewünschte Wirkung erzielen wird.
  7. Arzt und Patient entscheiden gemeinsam, welche Behandlung für den Patienten individuell am besten geeignet ist. In der personalisierten Krebsmedizin spielen dabei die Ergebnisse aus der molekularen Tumoranalyse eine zentrale Rolle.
Biomarker in der Diagnostik. © Foto: Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H.
Biomarker in der Diagnostik. © Foto: Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H.

Auf einen Blick: Lungenkrebs in Österreich11

  1. In Österreich erkranken pro Jahr etwa 4.000 PatientInnen an Lungenkrebs, Lungenkrebserkrankungen machen somit gut 11 Prozent aller bösartigen Neubildungen aus. Lungenkrebs tritt häufiger bei Männern auf, allerdings zeigt sich bei Frauen inzwischen eine deutliche Zunahme.
  2. Statistisch gesehen werden knapp 5 von 100 im Jahr 2010 geborene Burschen und 2 von 100 geborenen Mädchen bis zu ihrem 75. Lebensjahr an Lungenkrebs erkranken.
  3. Bei etwa 85% aller Tumoren der Lunge handelt es sich um sogenannten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC).12
  4. Da Lungenkrebs zu Beginn in der Regel keine Beschwerden verursacht, erfolgt die Diagnose in vielen Fällen spät und oft auch nur zufällig. Die Mortalitätsrate ist daher sehr hoch, in Österreich sterben jährlich mehr als 3.500 Frauen und Männer an Lungenkrebs.
  5. Welche Therapie am besten geeignet ist, hängt davon ab, um welche Art von Tumor es sich handelt und wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Im Praxisalltag dominieren oft Operation, Bestrahlung und die unspezifische Chemotherapie. Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) stehen darüber hinaus auch personalisierte Therapien zur Verfügung, die spezifisch auf die Folgen von bestimmten Genveränderungen in Tumoren ausgerichtet sind.

Weitere Informationen auf www.lungenkrebs-testen.at und http://pfizeroncology.at

Lungenkrebsmonat November. © Foto: Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H.
Lungenkrebsmonat November. © Foto: Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H.

Pfizer – Gemeinsam für eine gesündere Welt

Pfizer erforscht und entwickelt moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt Pfizer, mit Hauptsitz in New York, neue Standards in ver-schiedenen Therapie- gebieten wie beispielsweise Entzündungskrankheiten, Krebs, Schmerz oder bei Impf-stoffen. Weltweit arbeiten bei Pfizer rund 90.000 Mitarbeiter daran, Krank- heiten zu heilen, zu lindern oder vorzubeugen. Pfizer ist in über 80 Ländern mit Niederlassungen präsent und erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von rund 59 Milliarden US-Dollar.

In Österreich gliedert sich das Unternehmen in zwei Geschäftsfelder: Rezeptpflichtige Medikamente und rezeptfreie Produkte. Das Produktportfolio umfasst innovative Originalpräparate und patentfreie Produkte einschließlich Generika. Pfizer Corporation Austria ist ein wichtiger Partner der medizinischen Forschung und Entwicklung in Österreich. Um mehr über unseren Einsatz zu erfahren, besuchen Sie uns auf www.pfizer.at

Quellen:

  1. EMA Website, 2013: http://www.ema.europa.eu. Abgerufen am: 16. September 2013.
  2. Lynch TJ, Bell DW, Sordella R et al. Activating mutations in the epidermal growth factor receptor underlying responsiveness of non–small-cell lung cancer to gefitinib. N Engl J Med 2004;350:2129-39.
  3. Paez JG, Janne PA, Lee JC et al. EGFR mutations in lung cancer: correlation with clinical response to gefitinib therapy. Science 2004;304:1497-500.
  4. Soda M et al. Identification of the transforming EML4-ALK fusion gene in non-small-cell lung cancer. Nature 2007;448;561-566.
  5. Pao W et al. New driver mutations in non-small-cell lung cancer. The Lancet Oncology 2011;12:175–80.
  6. Sasaki T, Roding SJ, Chireac LR, Jänne PA. The biology and treatment of EML4-ALK non-small cell lung cancer. Eur J Cancer 2010;46(10):1773-1780.
  7. Informationen zu klinischen Studien zu K-RAS und BRAF bei NSCLC: www.clinicaltrials.gov
  8. DGHO-Leitlinie Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC). Abrufbar unter: www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc. Abgerufen am: 25. Juni 2013.
  9. Peters S et al. Metastatic non-small-cell lung cancer (NSCLC): ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Abrufbar unter: http://annonc.oxfordjournals.org/content/23/suppl_7/vii56.full. Abgerufen am: 25. Juni 2013.
  10. Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. und pneumologisch-onkologische Arbeitsgemeinschaft in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.: Positionspapier zur Verbesserung der onkologischen Versorgung krebskranker Patienten mittels personalisierter Tumormedizin, 2013.
  11. Statistik Austria Website, 2013: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/krebserkrankungen/luftroehre_bronchien_lunge/index.html. Abgerufen am 16. September 2013.
  12. 12 Wolf J. Prinzipien der individualisierten, zielgerichteten Therapie am Beispiel des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms. Deutsche Medizinische Wochenschrift 2011;136:480-485.
Pressemitteilung Pfizer Österreich
Claudia Hajdinyak, Senior Communications Manager, Public Affairs, Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H., Tel.: 0043 1 52 1 15 – 85 6, eMail: presse.austria@pfizer.com
06.11.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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