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Gesundheitliche Versorgung

Krebsregister verbessert die Versorgung: Rheinland-Pfalz liegt im Zeitplan

Gruppenfoto der gemeinsamen Pressekonferenz Krebsregister Rheinland-Pfalz. © Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH
Gruppenfoto der gemeinsamen Pressekonferenz Krebsregister Rheinland-Pfalz. © Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH

Noch immer sind Krebserkrankungen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Um die Versorgung krebskranker Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz weiter auszubauen und zu verbessern, hat das Land gemeinsam mit der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2014 die Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH gegründet.

„Das neue Krebsregister hat die Aufgabe, flächendeckend Patientendaten über Auftreten, Behandlung und Verlauf von bösartigen Neubildungen zu erfassen, die Daten auszuwerten und an die meldenden Ärztinnen und Ärzte zurückzumelden. Damit wird die Versorgung der Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessert“, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich der Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Einrichtung des Krebsregisters.

Rheinland-Pfalz hat im vergangenen Jahr ein flächendeckendes klinisches Krebsregister aufgebaut und liegt damit im vom Bund vorgegebenen Zeitplan. Dabei wurde das bisherige epidemiologische Krebsregister Rheinland-Pfalz, das seit mehr als 20 Jahren Daten nach dem Landesgesetz zur Weiterführung des Krebsregisters (LKRG) erfasst, entsprechend aus- und umgebaut. Seit Inkrafttreten des Landesgesetzes im Januar 2016 melden in Rheinland-Pfalz alle Leistungserbringer der onkologischen Versorgung direkt und ausschließlich an das in Mainz ansässige neue klinisch-epidemiologische Krebsregister Rheinland-Pfalz. Dort erfolgt die kontinuierliche Datenerfassung und -auswertung. Bei diesem Aufbauprozess werden die große Erfahrung des Registerpersonals in allen Fragen der Tumordokumentation und die langjährig etablierten Meldewege von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zum Krebsregister genutzt. Finanziert werden der Betrieb des Krebsregisters und die Meldevergütung an die meldenden Stellen überwiegend durch die gesetzlichen Krankenkassen sowie durch das Land Rheinland-Pfalz und die private Krankenversicherung. Neben dem Land fördert auch die Deutsche Krebshilfe e.V. den Aufbau des Krebsregisters.

Die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Professor Dr. Babette Simon, betonte die zukünftigen Möglichkeiten einer flächendeckenden Krebsregistrierung: „Die flächendeckende Erfassung und Auswertung aller klinischen Daten zu Verlauf und Therapie von onkologischen Erkrankungen eröffnet künftig sowohl im wissenschaftlichen, als auch im klinischen Bereich ganz neue Möglichkeiten zum Wohle aller Patientinnen und Patienten. Unter Beachtung der rechtlichen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen sehen wir bereits jetzt Potentiale für mögliche Synergien bei den Themen Biobanking und Personalisierte Medizin, um in unserem gemeinsamen Kampf gegen den Krebs neue Wege zu beschreiten."

„Das Krebsregister Rheinland-Pfalz fördert die überregionale Zusammenarbeit, indem es das bestehende Netzwerk mit allen an der onkologischen Versorgung beteiligten Institutionen im Land und darüber hinaus effizient einsetzt und weiter ausbaut, sowie die wissenschaftliche Anbindung durch Beteiligung an einer Vielzahl von nationalen und internationalen Studien intensiviert“, stellte die Geschäftsführerin der Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH, Antje Swietlik, heraus. „Durch unsere Analysen, die künftig auch ganz aktuelle Auswertungen ermöglichen werden, können wir nicht nur zur Verbesserung der Heilbehandlung beitragen, sondern auch den Erfolg der bundesgesetzlich vorgesehenen Screeningmaßnahmen überprüfen und zu einer zielgerichteten und erfolgreichen Ausgestaltung der Programme für die Patientinnen und Patienten beitragen“, ergänzte die Ärztliche Leiterin des Krebsregisters, Dr. Sylke Zeißig.

Dies werde nur erfolgreich sein, so der Leiter des Ersatzkassenverbandes in Rheinland-Pfalz, Martin Schneider, wenn die wichtigste Grundlage erfüllt sei: „Insbesondere die Leistungserbringer sind dabei in der Pflicht: Alle Beteiligten, also vor allem Haus- und Fachärzte, onkologische Schwerpunktpraxen, Krankenhäuser sowie die Pathologen und Labormediziner, müssen die benötigten Daten an das klinische Krebsregister Rheinland-Pfalz melden.“ Die Vollzähligkeit und Vollständigkeit der erhobenen und ausgewerteten Datensätze ist unabdingbare Voraussetzung für die Erreichung der Ziele zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Das unterstrich auch die stellvertretende Landesvorsitzende der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“, Yamina Cherair, die aus Patientensicht den Aufbau der Krebsregistrierung unterstützte: „Durch die Daten wird es möglich sein, die Qualität der gesamten Krebsbehandlung differenziert abzubilden und zu vergleichen. Diagnose, Behandlung und Versorgungsstrukturen können exakt analysiert und verbessert werden. Das wird ein großer Gewinn für uns an Krebs erkrankte Menschen sein, da transparent wird, ob die Behandlung leitliniengerecht und gemäß den Zertifizierungsrichtlinien erfolgt.“

Beate Pfeifer, Abteilungsleiterin für stationäre Versorgung der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse, bekräftigte: „Oberstes Ziel der gemeinsamen Arbeit muss stets die Patientensicherheit sein. Der Schlüssel dazu ist, die qualitativ hochwertige und passgenaue onkologische Versorgung der Zukunft noch weiter zu verbessern. Durch die bundesweit einheitlichen Datensätze wird es zukünftig leichter möglich, Krebserkrankungen noch zielgerichteter zu bekämpfen sowie die vernetzte Forschung und Behandlung dieser tückischen Erkrankung voranzutreiben.“

„Eine hochwertige Versorgung erfordert es, auf der Grundlage einer umfassenden, verlaufsbegleitenden Dokumentation auch die Ergebnisqualität transparent und vergleichbar darzustellen und zu bewerten. Entsprechend misst die rheinland-pfälzische Landesregierung der flächendeckenden klinischen Krebsregistrierung einen hohen Stellenwert bei“, fasste Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler zusammen.

Der Jahresbericht des Krebsregisters kann auf der Internetseite des Krebsregisters www.krebsregister-rlp.de heruntergeladen werden.

Ergänzende Informationen zum Titelbild: Das Gruppenfoto der gemeinsamen Pressekonferenz Krebsregister Rheinland-Pfalz zeigt von links nach rechts: Frau Dr. Babette Simon, Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz; Frau Dr. Sylke Zeißig, Ärztliche Leiterin des Krebsregisters; Frau Antje Swietlik, Geschäftsführerin der Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH, und Frau Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie Rheinland-Pfalz; © Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbH

Pressemitteilung Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, Bauhofstr. 9, 55116 Mainz, Stefanie Schneider, Pressesprecherin, E-Mail: presse@msagd.rlp.de
10.01.2017
31.01.2017, 12:21 | tsc
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