• Politik [+]
  • Thomas Schönemann

Forschende Pharma-Unternehmen

Medizin braucht gleichwertige Therapiealternativen

Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (via). © vfa / D. Laessig
Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (via). © vfa / D. Laessig

"Kein Zusatznutzen" bei Arzneimitteln bedeutet: Ein Medikament hat zumindest so viel Nutzen wie bisherige Therapien. Aber Patienten sind verschieden. Darum werden in der Behandlung gleichwertige Therapiealternativen gebraucht. Das belegen auch die Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften und die medizinischen Leitlinien.

Zur aktuellen Diskussion um die Nutzenbewertung von Arzneimitteln in Deutschland sagte Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa:

"Oft werden Arzneimittel, die die Fachgesellschaften zur Therapie empfehlen, von den Arzneimittel-Bewertungsinstanzen in Deutschland mit dem Urteil "kein Zusatznutzen" belegt, meist aus rein formalen Gründen. Diese Arzneimittel sind im Vergleich mit bestehenden Therapien aber mindestens gleichwertig, sonst hätten sie gar keine Zulassung bekommen. Sie haben also einen Nutzen und für manche Patienten sind sie eine notwendige Alternative in der Behandlung!"

"Weil kein Patient dem anderen gleicht, braucht die Medizin ein breites Spektrum gleichwertiger Arzneimittel: Was bei dem einen wirkt, hilft anderen nicht. Was einer verträgt, vertragen andere nicht," so Fischer weiter.

Ihr Fazit: "Die Kampagne der Krankenkassen gegen gleichwertige Arzneimittel ist völlig unangemessen und schadet der Qualität der Therapie in Deutschland. Wir brauchen auch künftig viele gleichwertige Arzneimittel, etwa in der HIV-Therapie oder der Behandlung von neurologischen Erkrankungen. Es darf keine Einheitstherapie für unterschiedliche Patienten geben."

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 43 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 76.000 Mitarbeiter. Mehr als 16.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

Pressemitteilung vfa
Dr. Jochen Steiler, vfa, Tel.: 030 / 20604-203, Fax: 030 / 20604-209, E-Mail: j.stemmler@vfa.de
04.01.2017
22.06.2017, 11:21 | tsc
Stichwörter:
Zurück