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  • Thomas Schönemann

Österreich

Ab jetzt mit e-card zur Früherkennungs-Mammographie

Mammografie. © Foto: AOK-Mediendienst
Mammografie. © Foto: AOK-Mediendienst

Ab 1. Juli 2014 ist der Zugang zur Früherkennungs-Mammographie für alle Frauen von 45 bis 69 Jahren noch einfacher: Die Frauen können mit ihrer e-card in eines der teilnehmenden Radiologie-Institute gehen und dort die Früherkennungs-Mammographie in Anspruch nehmen. Auch die erweiterte Indikationenliste ist ab 1. Juli gültig.

Mit "früh erkennen" wurde die Qualität der Brustkrebs-Früherkennung in Österreich gesteigert, ab 1. Juli wird der Zugang zum Programm noch einfacher: "Die e-cards aller zur Zielgruppe gehörigen Frauen werden freigeschaltet. Das bedeutet, dass Frauen im Alter von 45 bis 69 Jahren nur mit ihrer e-card zur Früherkennungs-Mammographie gehen können. Eine Einladung oder Zuweisung ist nicht notwendig", erklärt Dr.in Marianne Bernhart, programmverantwortliche Medizinerin des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit vereinten Kräften - Gesundheitsministerium, Länder, Sozialversicherungsträger und Österreichische Ärztekammer haben eng zusammengearbeitet - und vor allem rasch das Programm so adaptiert haben, dass die Frauen leichter teilnehmen können." Das bisherige Untersuchungsintervall von 24 Monaten bleibt dabei bestehen, nach Inanspruchnahme der Früherkennungs-Mammographie wird die e-card nach zwei Jahren wieder freigeschaltet. Auch das Einladungsschreiben wird weiterhin verschickt. Es informiert die Frauen über die Möglichkeit einer Programmteilnahme bzw. erinnert sie an die Untersuchung.

Diagnostische Mammographie und neue Indikationenliste
Die Früherkennungs-Mammographie im Rahmen des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms richtet sich an gesunde Frauen, ohne Anzeichen einer Brustkrebserkrankung. Die Mammographie außerhalb des Programms bleibt natürlich wie bisher bestehen: Frauen mit familiär erhöhtem Risiko, Frauen mit Beschwerden sowie bereits an Brustkrebs erkrankte Frauen bzw. Frauen in der Nachsorge nach einer Brustkrebserkrankung werden weiterhin von der Vertrauensärztin/dem Vertrauensarzt zur diagnostischen Mammographie zugewiesen. Ende Mai hatten sich Expertinnen und Experten der Sozialversicherung und der Österreichischen Ärztekammer - konkret Vertreterinnen und Vertreter der Bundesfachgruppen Radiologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie der Bundessektion Ärzte für Allgemeinmedizin - auf eine neue Indikationenliste geeinigt, die die Grundlage für die ärztliche Zuweisung zur diagnostischen Mammographie bildet. Inhaltlich wurden die sogenannte "familiär erhöhte Disposition" sowie entsprechende Untersuchungsmöglichkeiten definiert. "Die erweiterte Indikationenliste garantiert, dass jede Frau eine Mammographie bekommt, wenn sie eine braucht", fasst Bernhart zusammen.

Erweiterung der Zielgruppe und Online-Anmeldung
Konnten sich bisher Frauen von 40 bis 44 Jahren bzw. von 70 bis 74 Jahren zum Programm anmelden, so wurde die Altersbeschränkung nach oben bereits im Juni aufgehoben: Nun können alle Frauen ab 40 Jahren am Programm teilnehmen. Mit dieser Erweiterung ist die österreichische Zielgruppe im internationalen Vergleich sehr breit gefasst: Viele europäische Länder richten sich nach internationalen Empfehlungen und laden ausschließlich Frauen von 50 bis 69 Jahren ein. Anfang Juni wurde auch die Online-Anmeldung eingeführt:

So kann die Anmeldung zum Programm für Frauen zwischen 40 und 44 bzw. ab 70 Jahren jetzt auf zwei Wegen erfolgen: entweder - wie bisher - bei der Telefon-Serviceline oder - neu - über ein Online-Formular auf www.frueh-erkennen.at

Link zur Anmeldung:
http://frueh-erkennen.at/anmeldung.html

Mehrsprachige Informationen unter www.frueh-erkennen.at
Telefon-Serviceline: 0800 500 181 (Mo-Fr 8:00-18:00 Uhr)

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm bietet einen qualitätsgesicherten, systematischen Ablauf für Frauen in Österreich. Es ersetzt alle Mammographie-Angebote zur Früherkennung von Brustkrebs vor 2014. Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren können alle 24 Monate mit ihrer e-card zur Früherkennungsmammographie gehen; eine Einladung oder Zuweisung zur Untersuchung ist nicht notwendig. Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren bzw. ab 70 Jahren können sich bei der Telefon-Serviceline oder online auf www.frueh-erkennen.at zum Programm anmelden und mit der Einladung und ihrer e-card zur Untersuchung gehen.

Das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening gilt derzeit als die verlässlichste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Umfassende Qualitätskriterien für die Untersuchung - wie eine standardisierte Doppelbefundung nach dem 4-Augen-Prinzip sowie neueste technische Geräte - und verbindliche Zertifizierungen für die am Früherkennungsprogramm teilnehmenden Radiologinnen und Radiologen sichern die hohe Qualität des Programms. Die Möglichkeit zur diagnostischen Mammographie, die der Abklärung von Beschwerden oder eines Krankheitsverdachts dient, bleibt unverändert.

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern und Österreichischer Ärztekammer.

Pressemitteilung Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
Koordinierungsstelle Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, Mag.a Katrin Gastgeb, Wiener Gebietskrankenkasse, Wienerbergstraße 15-19, A-1100 Wien, Tel.: +43 1 601 22 3877, eMail: katrin.gastgeb@wgkk.at
26.06.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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