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Berlin

Das Gemeinsame Krebsregister veröffentlicht den Bericht "Krebs in Berlin 2010-2011"

Rotes Rathaus Berlin. © Foto: Elke Hannmann / pixelio.de
Rotes Rathaus Berlin. © Foto: Elke Hannmann / pixelio.de

Das Gemeinsame Krebsregister (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen hat einen aktuellen Berliner Krebsbericht herausgebracht. Danach sind in Berlin in den Jahren 2010 und 2011 durchschnittlich jährlich 17.399 neu diagnostizierte Krebsfälle gemeldet worden (8.678 Männer, 8.721 Frauen).

Das bedeutet, dass jährlich etwa 5,1 von 1.000 Männern und 4,9 von 1.000 Frauen in Berlin die Diagnose Krebs gestellt wurde. Im Jahr 2014 werden etwa 19.060 Krebsneuerkrankungen erwartet und bis zum Jahr 2025 wird diese Zahl allein auf Grund der demografischen Veränderungen auf etwa 21.600 steigen, was einen Zuwachs von 24% gegenüber dem Berichtszeitraum 2010 und 2011 bedeutet.

Die häufigsten Krebsneuerkrankungen bei Männern betreffen Prostata (19% Anteil an allen Krebsneuerkrankungen), Lunge (18%) und Darm (13%). Bei Frauen sind es Brustdrüse (30%), Lunge (12%) und Darm (12%). Somit entfällt sowohl bei Männern als auch bei Frauen etwa die Hälfte aller Krebsneuerkrankungen auf die jeweils drei häufigsten Krebsarten.

Die Krebsneuerkrankungsrate ist in den letzten 10 Jahren bei Männern und Frauen stabil. Von den häufigsten Lokalisationen bei Männern ist der Trend bei Darm- und Prostatakrebs stabil und bei Lungenkrebs fallend. Bei Frauen steigt die Neuerkrankungsrate von Lungen- und Brustkrebs, während sie bei Darmkrebs stabil bleibt.

Im Berichtszeitraum 2010 bis 2011 sind durchschnittlich jährlich 8.896 Menschen in Berlin an Krebs gestorben, davon 4.658 Männer und 4.238 Frauen. Die häufigsten zum Tode führenden Krebsarten sind bei Männern Lunge mit einem Anteil von 28% an allen Krebstodesursachen, Prostata (10%) und Darm (9%) und bei Frauen Lunge (18%), Brustdrüse (16%) und Darm (11%). Berlin ist damit das einzige Bundesland im GKR-Gebiet, in dem Lunge die häufigste Krebstodesursache bei Frauen ist.

Die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten sind in den zurückliegenden Jahren weiter verbessert worden. Auch dadurch sank in den vergangenen zehn Jahren die Krebssterblichkeitsrate bei Männern und Frauen. Von den häufigsten Krebstodesursachen bei Männern weisen Lungen- und Prostatakrebs konstante Trends und Darmkrebs einen fallenden Trend auf. Bei Frauen ist die Sterblichkeitsrate für Darmkrebs fallend, Brustkrebs stabil und Lungenkrebs steigend.

Im Vergleich mit Deutschland ist die Krebssterberate bei Männern (+3%) und bei Frauen (+8%) höher.

Bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten führen ebenfalls dazu, dass immer mehr Menschen in Berlin mit einer Tumorerkrankung leben. Im Jahr 2011 waren es etwa 38.300 Männer und 44.400 Frauen, bei denen in den letzten 10 Jahren Krebs diagnostiziert wurde. Das sind rund 2,2% aller Männer und 2,5% aller Frauen des Landes. Die größten Anteile haben die Lokalisationen Brustdrüse (20.100), Prostata (11.000) und Darm (10.500). Im Alter über 70 Jahren sind es 10% der Männer und 7% der Frauen, die mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung leben.

Die beim Gemeinsamen Krebsregister eingehenden ärztlichen Meldungen, die die Basis für diesen Bericht bilden, stammen größtenteils von den Tumorzentren in Berlin, mit denen das GKR seit deren Bestehen eine enge Kooperation verbindet.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Roland Stabenow, Leiter der Registerstelle des GKR, Tel.: 030 / 565 81 410 oder per E-Mail (roland.stabenow@gkr.berlin.de) oder besuchen Sie die Internetseite des Gemeinsamen Krebsregisters.

Webauftritt des Gemeinsamen Krebsregisters

Pressemitteilung Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Oranienstraße 106, 10969 Berlin, Tel.: 030 / 9028-1235, Fax: 030 / 9028-3179, eMail: pressestelle@sengs.berlin.de
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