• Praxis [+]
  • Thomas Schönemann

bpa Sachsen

Endlich mehr Zeit für Pflegebedürftige

Endlich mehr Zeit für Pflegebedürftige. © Foto: AOK-Mediendienst
Endlich mehr Zeit für Pflegebedürftige. © Foto: AOK-Mediendienst

Als erstes Bundesland in Ostdeutschland geht Sachsen die Reduktion der Pflegedokumentation an und sorgt so für konkrete Entlastungen. Pflegebedürftige, Pflegekräfte und Einrichtungen werden unmittelbar profitieren. Bereits ab Mitte März schult das Projektteam des Pflegebeauftragten der Bundesregierung im Freistaat die ersten Multiplikatoren des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).

Im Anschluss vermitteln diese Multiplikatoren den Umgang mit dem gestrafften Dokumentationssystem an die privaten Einrichtungen weiter. „Das neue System beschränkt die Dokumentation auf das Notwendigste. Enormer bürokratischer Aufwand wird so vermieden und den Pflegeeinrichtungen die Angst genommen, dass ein Prüfer im Nachgang noch mit zahlreichen Fragen den Wert der Pflegeleistungen in Abrede stellt. Pflegekräfte wollen sich mit Menschen beschäftigen und nicht mit unnötiger Bürokratie. Davon profitieren die Pflege- und Hilfebedürftigen ebenso wie deren Angehörige“, erläutert Dr. Matthias Faensen, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen des bpa.

Pflegeheime und ambulante Dienste haben in den nächsten Monaten die Chance, die vereinfachte Dokumentation einzuführen, die von einer vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzten Expertengruppe entwickelt wurde und alle fachlichen und rechtlichen Anforderungen mit deutlich weniger Aufwand erfüllt. „Die Umsetzung des schlanken Systems läuft unter der Federführung der Wohlfahrtsverbände und des bpa, diese haben die Koordination für alle Bundesländer übernommen. Weniger wird nach der Umsetzung mehr sein: Es wird mehr Zeit für die Betroffenen zur Verfügung stehen, und die Pflegenden werden mehr Freude an ihrer Arbeit haben, weil endlich wieder die Pflege und nicht die Dokumentation im Mittelpunkt steht“, so Faensen.

„Den Mitarbeitern ist bewusst, dass die Dokumentation der Pflege sehr wichtig ist. Allerdings hat der Papierkrieg in den vergangenen Jahren Ausmaße angenommen, die in keinem Verhältnis mehr zur eigentlichen Tätigkeit standen“, berichtet auch Gisela Magli, die mit ihrem Unternehmen Pflegedienst Engel in Markranstädt an den Multiplikatorenschulungen ab Mitte März teilnehmen wird. „Regelmäßig wiederkehrende Leistungen, beispielsweise der Grundpflege, brauchen nicht mehr einzeln dokumentiert zu werden. Hier reicht es künftig, nur die Abweichungen zu dokumentieren. Das ist sicher und spart deutlich Zeit“, meint die Pflegeexpertin.

bpa e. V. – Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon beinahe 500 in Sachsen, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Pressemitteilung Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. - Landesgeschäftsstelle Sachsen
Jacqueline Kallé, Leiterin der bpa-Landesgeschäftsstelle Sachsen, Tel.: 0341 / 211 05 30, Mobil: 0162 / 134 135 6
18.03.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
Stichwörter:
Zurück