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  • Thomas Schönemann

Patientenzentrierung

Gemeinsames Projekt von hsg und RUB

Sieben hsg-Physiotherapie- und vier RUB-Medizin-Studierende setzten sich im Sommer 2013 mit chronischen Rückenschmerzpatienten auseinander. Das Projekt wurde am 27. September 2013 in Graz vorgestellt. © Foto: hsg
Sieben hsg-Physiotherapie- und vier RUB-Medizin-Studierende setzten sich im Sommer 2013 mit chronischen Rückenschmerzpatienten auseinander. Das Projekt wurde am 27. September 2013 in Graz vorgestellt. © Foto: hsg

Die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum hat gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum (RUB) auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) am 27. September 2013 in Graz (Österreich) das interprofessionelle Projekt ‚Learning together to work together: Patientenzentrierung als Ausgangspunkt interprofessioneller Diagnostik und Behandlung im Studium von Medizinern und Physiotherapeuten‘ vorgestellt.

Im zweiten Projekt der hsg mit der RUB, das im Sommersemester 2013 stattgefunden hat, arbeiteten sieben hsg-Physiotherapie- und vier RUB-Medizin-Studierende an der klinischen Problemstellung 'chronischer Rückenschmerz' zusammen. In einer realen Untersuchung von Rückenschmerzpatienten sind die Studierenden der beiden Fachbereiche in einen fachlichen Dialog getreten. Sie haben dabei Ähnlichkeiten und Unterschiede im praktischen Handeln, bei der Entscheidungsfindung und in Kommunikationsprozessen erlebt und anschließend analysiert.

„Interprofessionelles Handeln im Gesundheitswesen wird als eine wichtige Voraussetzung für eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung angesehen. Dieses Handeln sollen die Studierenden in dem Projekt der RUB und der hsg erlernen“, erklärte Prof. Dr. Christian Grüneberg, Leiter des Studienbereichs Physiotherapie an der hsg. Prof. Dr. Thorsten Schäfer, Studiendekan der Medizinischen Fakultät der RUB, fügte hinzu: „Medizin-Studierende der RUB erarbeiten in dem Projekt, wie das gemeinsame Planen und Handeln mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der Physiotherapie im späteren Berufsalltag aussehen könnte. Gemeinsam machen sie wertvolle Erfahrungen, die ihr Denken und Handeln schon jetzt im Studium beeinflussen.“

So haben am 8. Juni 2013 erstmals die Studierenden der beiden Professionen Physiotherapie und Medizin einen Patienten mit Rückenschmerzen untersucht. In der Patientenuntersuchung konnten sich die Studierenden zunächst die Arbeitsweisen der jeweils anderen Profession anschauen und die jeweiligen Fachgespräche zu den Entscheidungsprozessen beobachten. Im Anschluss diskutierten die Studierenden mit Experten aus den beiden Professionen, die das Projekt inhaltlich begleitet haben, über die Vorgehensweisen und die Behandlungsansätze.

„Die Studierenden haben sich in einer entspannten Atmosphäre, die von gegenseitiger wertschätzender Offenheit geprägt war, mit dem Handeln und Denken beider Berufsgruppen auseinandergesetzt. Sie haben gelernt, im kollegialen, interprofessionellen Dialog ein Gespräch über eine effektive Patientenbehandlung zu führen“, so Kathrin Klimke-Jung, Leiterin der Skills-Labs an der RUB. Marietta Handgraaf, wissenschaftliche Mitarbeiterin im hsg-Studienbereich Physiotherapie, die zusammen mit Klimke-Jung das Projekt leitet, berichtete aus dem Projekt: „Die Rückmeldungen der beteiligten Studierenden waren sehr gut. Sie hielten das Projekt für sehr lehrreich und lobten die Möglichkeiten, Einblicke in die jeweils andere Fachdisziplin zu erhalten, Horizonte zu erweitern und Vorurteile über die jeweils andere Disziplin abzubauen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Studierenden in Zukunft eher gemeinsam über Patienten austauschen - im besten Fall auch im späteren Berufsleben.“

Das erste Projekt der hsg mit der RUB startete im November 2011. Hier bearbeiten Medizin-Studierende der RUB und hsg-Studierende der Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie, Pflege und Physiotherapie reale Problemstellungen aus dem beruflichen Alltag anhand konkreter Patientengeschichten. Die praxisnahen Fallstudien werden fachübergreifend von den Studierenden mithilfe konkreter Aufgaben diskutiert und bearbeitet.

Dr. Christiane Krüger, Pressestelle, Hochschule für Gesundheit
30.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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