• Praxis [+]
  • Thomas Schönemann

Uniklinikum Leipzig

Verbesserte Diagnostik bei Prostatakrebs

Prof. Dr. Regine Kluge bei der CT-Untersuchung eines Patienten. © Foto: UKL
Prof. Dr. Regine Kluge bei der CT-Untersuchung eines Patienten. © Foto: UKL

Patienten, bei denen nach der Prostata-Entfernung oder anderen Therapien der PSA-Wert im Blut erneut ansteigt, bietet jetzt die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) eine verbesserte Diagnostik an: Mit der PSMA-PET-Methode können beim Verdacht auf einen Rückfall sehr früh mögliche Tumorherde sichtbar gemacht werden.

Bei der PSMA-PET-Methode wird ausgenutzt, dass sich eine schwach radioaktive Testsubstanz speziell an das Eiweiß PSMA bindet“, erläutert Prof. Dr. Regine Kluge, stellvertretende Direktorin der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des UKL. „Dieses Prostata-spezifische Membran-Antigen wird auf der Oberfläche von Prostatakarzinomen und deren Metastasen in hoher Konzentration gebildet. Durch die Testsubstanz werden deshalb genau die Regionen im menschlichen Körper, an denen der Prostatakrebs wächst, gekennzeichnet.“

Der Ablauf der Untersuchung ist für den Patienten sehr schonend: Die Testsubstanz wird in eine Armvene eingespritzt. Nachfolgend werden an einer PET/MRT-Kamera (oder alternativ an einer PET/CT-Kamera) Aufnahmen des gesamten Körpers angefertigt, in denen vorhandene Tumorherde durch intensive Anreicherung der radioaktiven Substanz sichtbar gemacht werden können. Die gleichzeitig gewonnenen strukturellen Informationen sowohl von der OP-Region als auch von Absiedlungsherden komplettieren, insbesondere bei Verwendung eines PET/MRT-Gerätes, die Aussagekraft.

Aufgrund des spezifischen Anreicherungsmechanismus und einer sehr kontrastreichen Darstellung können mit der neuen Methode bereits bei PSA-Werten unter 1,0 ng/ml Tumorherde nachgewiesen werden, was für eine erfolgreiche Behandlung eines Tumorrezidivs von großer Bedeutung sein kann.

Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler, indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die medizinische Praxis überführt werden.

Pressemitteilung UKL
Sandra Hasse, Tel.: 0341 /97 36755, Fax: 0341 / 97 35029, eMail: sandra.hasse@medizin.uni-leipzig.de
11.12.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
Zurück