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Interview

Wirbelkörpertumore - Hitzebehandlung hilft Krebspatienten

Verbogene Wirbelsäule. © Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de
Verbogene Wirbelsäule. © Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe e. V. erkranken jährlich circa 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs. In 13 Prozent der Fälle entwickeln sich in der Folge schmerzhafte Wirbelkörpermetastasen, die den Knochen zerstören. Aufgrund von Weiterentwicklungen in der Krebstherapie und der daraus resultierenden zunehmenden Lebenserwartung von Patienten gibt es einen steigenden Behandlungsbedarf bei solchen Tumoren an der Wirbelsäule.

„Seit Kurzem behandeln wir Wirbelkörpermetastasen mithilfe von Hitze und erzielen mit der sogenannten STAR Ablation, kurz für Spinale Tumor Ablation durch Radiofrequenzenergie, große Erfolge“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Robert Pflugmacher, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsklinik Bonn. Häufige Fragen zum Thema Wirbelkörpertumore und Vorteile der STAR Ablation beantwortet der Experte im Folgenden:

Wie entstehen Wirbelkörpertumore?

„Eine Metastase bezeichnet die Streuung eines Tumors in ferneres Gewebe. Dabei gelangen bösartige Zellen vom primären Tumor über das Blut- und Lymphsystem in weitere Regionen wie beispielsweise in den Wirbelkörper. Dort wuchern sie unkontrolliert und zerstören das Gewebe. Wenn einzelne Wirbel brechen, destabilisiert sich das gesamte Rückgrat, sodass Betroffene unter starken Schmerzen leiden. In der Folge kommt es oft auch zu einer Beeinträchtigung des Rückenmarks.“

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

„Da unsere Wirbelsäule eine sensible Nervenstruktur aufweist, können Verletzungen in diesem Bereich Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auslösen. Um solche weitreichenden Folgen zu vermeiden, erfordern Wirbelkörpermetastasen daher eine operative Therapie. Trotz Eingriff und unterstützender Strahlen- sowie Chemotherapie ließen sie sich bis vor Kurzem nicht in jedem Fall komplett entfernen. Mithilfe der STAR Ablation beseitigen wir nun jedoch Wirbelkörpermetastasen mittels Radiofrequenzenergie vollständig. Dabei zerstören wir punktuell und mit Hitze bösartiges Tumorgewebe, ohne dabei die empfindlichen Nachbarstrukturen zu gefährden. Daraufhin füllen wir den entstandenen Hohlraum mit einem speziellen Knochenzement wieder auf. Patienten profitieren von der sofortigen Schmerzreduktion und müssen die lebenswichtige Chemotherapie nicht, wie bei anderen Operationen, unterbrechen.“

3. Für wen eignet sich die neue Methode und übernehmen Krankenkassen die Kosten?

„Die STAR Ablation eignet sich für Patienten, die unter sogenannten soliden und schmerzenden Tumoren an der Wirbelsäule leiden. Krankenkassen zahlen den minimalinvasiven Eingriff, bei dem Betroffene in der Regel nur sehr kurz im Krankenhaus verweilen.“

Weitere Informationen unter www.dfine.eu

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19.03.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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