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  • Thomas Schönemann

Europäischer Prostatakrebstag

Die PREFERE-Studie rückt wieder ins internationale Interesse

Urologen und BPS appellieren zur Teilnahme an größter Prostatakrebs-Studie. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Urologen und BPS appellieren zur Teilnahme an größter Prostatakrebs-Studie. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Die Therapieentscheidung für Männer mit einem Niedrig-Risiko-Prostatakrebs entbehrt weiterhin einer ausreichenden wissenschaftlichen Grundlage. Männer in diesem Krebsstadium haben die Wahl zwischen mehreren Behandlungsmethoden ohne dass belegt wäre, welche der anderen überlegen ist. Studien zeigen immerhin, Passives Abwarten kann ein Metastasierungs-Risiko erhöhen, so dass diese Strategien, bei einer Lebenserwartung von mehr als zwölf Jahren, der Operation unterlegen ist.

Wohingegen die Aktive Überwachung mit Erhebung von Krebsmarkern in bestimmten Intervallen das Metastasierungs-Risikos ohne Operation oder Bestrahlung verringern kann. Ob Aktive Überwachung dieses Ziel tatsächlich erreicht, ist nicht abschließend bewiesen.

Diese Unsicherheiten in der Therapie des Niedrigrisiko-Prostatakrebses will die PREFERE-Studie beseitigen durch systematischen Vergleich der Therapiemöglichkeiten mit besonderer Diagnose- und Behandlungsqualität, und langjähriger, guter Betreuung der Teilnehmer.

Leider jedoch informieren viele Ärzte ihre Patienten nicht über die PREFERE-Studie. Das veröffentlichte Unwissen und Polemik gegenüber der Studie kritisiert Professor Michael Stöckle, Leiter der PREFERE-Studie, und fügt hinzu: „Nicht selten sind es Dieselben, die auch schon gegen die PSA-gestützte Früherkennung zu Felde gezogen sind, mit dem Ergebnis, dass Diagnosen wieder vermehrt spät und in fortgeschrittenen Stadien gestellt werden.“

„Patienten sollen aufgeklärt werden, dass es bisher keine ausreichenden Kenntnisse gibt über wesentliche Unterschiede der Heilungswahrscheinlichkeit oder Beeinträchtigung der Lebensqualität der Therapien des Niedrig-Risiko Prostatakrebses“, fordert Professor Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU).

Die PREFERE-Studie versucht eines der gravierendsten Probleme bei der Behandlung von Prostatakrebspatienten zu lösen. Deshalb sind Ärzte gefordert, Patienten vor Therapieentscheidung über die Vorteile einer Studienteilnahme zu informieren.

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) ruft Patienten mit Niedrig-Risiko Prostatakrebs auf, an der PREFERE-Studie teilzunehmen. Ärzte fordert Günter Feick, BPS Vorsitzender, auf: „Engagieren Sie sich für die Studie im Interesse jetziger und kommender Patienten auch im Sinne der Helsinki Deklaration des Weltärztebundes“, wonach selbst die besten Methoden fortwährend durch Forschung und Studien überprüft werden müssen.

Über die PREFERE-Studie:

Die PREFERE-Studie ist die weltweit größte Studie zum lokal begrenzten Prostatakarzinom. Erstmalig werden alle in Frage kommenden Therapieoptionen in einer prospektiven randomisierten Studie miteinander verglichen. So gewinnen Arzt und Patienten bei der Auswahl der Behandlung künftig mehr Sicherheit. In die PREFERE-Studie sollen über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 7.600 Patienten eingeschlossen werden. Die Teilnehmer werden über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren bis zum Studienende nachbeobachtet. Die Studie wird von einem breiten Bündnis getragen: Bei PREFERE arbeiten die Stiftung Deutsche Krebshilfe, die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, der Berufsverband Deutscher Urologen, die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, die Deutsche Krebsgesellschaft und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe zusammen. Mehr unter www.prefere.de

Gemeinsame Presseinformation vom Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
Bettina-Cathrin Wahlers, DGU, Pressereferentin, Tel.: 040 / 79 14 05 60, Fax: 040 / 79 14 00 27, eMail: redaktion@bettina-wahlers.de
15.09.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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