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KG Sachsen-Anhalt

Krebsgesellschaft verleiht der Salzatal-KITA das Zertifikat „SunPass-Kindergarten“

Im Bild: Ralf König, Juliane Sperling-Lippmann, Fanny Augustin, Werner Uhlmann und Sven Weise (v.l.n.r.). © Foto: SAKG
Im Bild: Ralf König, Juliane Sperling-Lippmann, Fanny Augustin, Werner Uhlmann und Sven Weise (v.l.n.r.). © Foto: SAKG

Am Mittwoch, den 8. Oktober 2014, wurde der kommunalen Kindertagesstätte „Zwergenland“ in Bennstedt (Einheitsgemeinde Salzatal-Saalekreis) von der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e.V. als zweiter Einrichtung in Sachsen-Anhalt der Titel Sonnenschutzkindergarten verliehen. In einer gemeinsamen Vereinbarung verpflichtet sich die Leiterin der Kindertagesstätte Fanny Augustin und ihre Mitarbeitenden, aktiv über nachhaltigen Sonnenschutz aufzuklären und entsprechende Maßnahmen in die tägliche Praxis aufzunehmen.

Als ein Teil der Aktivitäten wurde am 8. Oktober 2014, anlässlich eines Elternabends von Sven Weise, dem Geschäftsführer der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft und Ralf König, dem lokalen Botschafter der Krebsgesellschaft, über die gemeinsamen Aktivitäten informiert und eine Elternschulung durchgeführt. „Eine Umfrage der Europäischen Hautkrebsstiftung hat ergeben, dass rund 21 Prozent der Kinder bereits einen bis fünf Sonnenbrände hatten. Der Schutz vor Sonne muss also so früh wie möglich im Leben eines Menschen beginnen“, so Sven Weise.

Oberbürgermeisterin Juliane Sperling-Lippmann und Ortbürgermeister Werner Uhlmann, die zur Übergabe des Zertifikats gratulierten, waren über das Engagement von Eltern und KITA-Mitarbeitern sichtlich beeindruckt. Dabei haben Mitarbeitende der Kita „Zwergenland“ im Rahmen der Umsetzung der SunPass-Zertifizierung eine einzigartige Sonnenschutz-Ecke eingerichtet. Hier sehen Eltern und Erzieher täglich den aktuellen UV-Index und können ihre Tagesaktivitäten daraufhin abstimmen. Kinder werden zum Mitmachen animiert.

Hintergrund
Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko für eine spätere Erkrankung an Hautkrebs enorm. Dazu kommt, dass in den kommenden 20 Jahren, bedingt durch die klimatischen Veränderungen, mit einer Intensivierung der Sonnenstrahlung zu rechnen ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, Kindern schon früh zu zeigen, wie sie sich vor zu viel Sonne schützen können. Dazu gehören die richtige Kleidung, ein Nacken und Augen schützender Sonnenhut sowie ausreichend Sonnencreme. Aber auch der Kindergarten als Spielort sollte ausreichend Schutz vor Sonne gewährleisten, zum Beispiel durch Sonnensegel oder Bäume.

Die Projektdurchführung
Nach einer Begehung der Kita wird das Wissen der Eltern und ErzieherInnen zum Sonnenschutz mittels Fragebögen ermittelt. Im Anschluss erfolgt eine Schulung der Beteiligten zu Sonnenschutzthemen und welche Auswirkungen die Sonne auf die Haut hat. Auch die Kinder lernen spielerisch durch Bildergeschichten den Umgang mit der Sonne.

Gleichzeitig wird die Sonnenschutzvereinbarung vorgestellt und erläutert. Diese fordert unter anderem, dass die stärkste Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit vermieden wird, Kinder durch Kopf- und Nackenbedeckung sowie Sonnensegel vor UV-Licht geschützt und nicht bekleidete Hautpartien regelmäßig mit Sonnencreme eingeschmiert werden. Nach der Schulung wird eine Erweiterung des Kenntnisstands zum Sonnenschutz wiederholt mit Fragebögen ermittelt.

Kindergärten, die alle Punkte der vorgegebenen Sonnenschutzvereinbarung erfüllen, erhalten die Auszeichnung „Sonnenschutzkindergarten“. Die Kitas verpflichten sich, die Maßnahmen kontinuierlich auf ihre Effektivität zu überprüfen und die Sonnenschutzvereinbarung, wenn nötig, jedes Jahr zu überarbeiten.

Den Schwerpunkt des SunPass-Projektes bildet das Thema Hautkrebs. Mittlerweile ist dies mit jährlich mehr als 200.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebsart in Deutschland. Laut aktuellem BARMER GEK-Arztreport waren im Jahr 2012 bundesweit fast 1,6 Millionen Menschen von bösartigen Neubildungen der Haut betroffen. An der gefährlichsten Form, dem malignen Melanom („schwarzer Hautkrebs“), litten 318.000 Menschen und damit 60 Prozent mehr als im Jahr 2005. Noch häufiger ist der sogenannte „helle Hautkrebs“, der 2012 bei nahezu 1,3 Millionen Menschen diagnostiziert wurde. Das entspricht einer Steigerung von 79 Prozent gegenüber 2005.

Hautkrebs ist augenscheinlich eine der unterschätzten Krebserkrankungen in Deutschland. Offensichtlich sind sich viele Bundesbürger der Gefahr von ultravioletter Strahlung so nicht bewusst. Lange Zeit galt Hautkrebs als besonderes Risiko der älteren Generation. Doch laut Arztreport der Krankenkasse waren im Jahr 2012 bundesweit rund 49.000 jüngere Menschen von Hautkrebsdiagnosen betroffen, die deshalb gar nicht am gesetzlichen Screening teilnehmen durften. Angesichts der deutlich steigenden Diagnoseraten fordert die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft mit Nachdruck, die bestehende Altersgrenze zum Hautkrebsscreening (derzeit alle zwei Jahre ab dem 35 Lebensjahr) komplett aufzuheben, um jungen Menschen den Zugang zur Früherkennung zu erleichtern.

Insbesondere Kinder benötigen Schutz:
Studien haben ergeben, dass Menschen, die im Kindesalter Sonnenbrände erlitten, später ein höheres Hautkrebsrisiko haben. Weil die Hautentwicklung in jungen Jahren noch nicht abgeschlossen ist, reagieren kindliche Hautzellen wesentlich stärker auf diese Schädigungen als Erwachsenenhaut.

Erste Einrichtungen zertifiziert
Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V. zertifizierte am 25. April 2014 die Kindertagesstätte des Diakoniewerkes Halle (Burgstr. 45 A, 06114 Halle, Träger: Diakoniewerk Halle) mit dem „SunPass“, als ersten Sonnenschutz-Kindergarten in Sachsen-Anhalt nach Richtlinien der Europäischen Hautkrebsstiftung. Zweite KITA ist die KITA „Zwergenland“ im Saalekreis. „Krebsprävention ist ein wichtiges Anliegen der Krebsgesellschaft und wir freuen uns deshalb sehr, dass durch gemeinsame Initiative Sonnenschutzkindergärten entstehen können,“ erklärt Sven Weise, Geschäftsführer Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V. „Eine nachhaltige Hautkrebsprävention gelingt jedoch nur dann, wenn sich auch die Erwachsenen – Eltern und Erzieher – der Gefahr bewusst sind, die von einer zu starken Sonnenexposition oder zu viel künstlicher UV-Strahlung ausgeht.“

Weitere Informationen bei:
Sven Weise
Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V.
Paracelsusstraße 23
06114 Halle (Saale)
Telefon: 0345 4788110
E-Mail: sven.weise@sakg.de

und

Kindertagesstätte „Zwergenland“
Fanny Augustin
Karl-Marx-Platz 14
06179 Bennstedt

Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft ist erster Anlaufpunkt für alle Menschen in Sachsen-Anhalt, die von einer Krebserkrankung betroffen sind. Krebserkrankten, Angehörigen, Freunden und Bekannten vermitteln wir professionelle Hilfsmöglichkeiten und Beratungsangebote und unterstützen und begleiten so ein Leben mit der Erkrankung. Wir beantworten Fragen zum Thema Krebs und finden einen geeigneten Ansprechpartner für Ratsuchende. Das Anliegen unserer Arbeit wird durch das Motto „Durch Wissen zum Leben“ getragen. Ziel der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e.V. ist die Verbesserung der Versorgung von Krebskranken in Sachsen-Anhalt. Wir finanzieren unsere Arbeit aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuwendungen.

Unser Online-Beratungsangebot erreichen Sie unter www.krebsberatung-online.de

Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft bietet Beratung für Kinder krebskranker Eltern
Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft wendet sich mit einem speziellen Beratungsangebot an Familien mit Kindern, in denen ein oder beide Elternteile an Krebs erkrankt sind. Kern des Angebots ist eine regelmäßige Sprechstunde. In diesem Rahmen wollen die Mitarbeiter der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft möglichst früh an betroffene Familien herantreten.

Pressemitteilung SAKG
Jana Krupik-Anacker / Sven Hunold, Tel.: 0345 / 4788110, Fax: 0345 / 4788112, eMail: redaktion@sakg.de
09.10.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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